Jenbach dominiert die Bundesliga seit fast drei Jahren nach Belieben und liegt vor dem letzten Bundesligawochenende mit zwei Punkten Vorsprung in Führung. Die Tiroler scheinen im heimischen Turniersaal, dem VZ Jenbach, ungefährdet dem 3. Titel in Serie entgegen zu steuern. Der Erwartungsdruck ist allerdings enorm und noch stehen vier Runden aus, vier Runden gegen Gegner, die vermutlich nicht so nebenbei zum Frühstück verspeist werden können.
Nach 2008 hat auch Hohenems erstmals wieder im Kampf um die Medaillen ein gewichtiges Wörtchen mit zu reden. Nach 7 Runden nimmt Hohenems den dritten Rang ein. Das Halten des dritten Platzes und der damit verbundenen Qualifikation für den European Team Cup 2012 in Israel ist denn auch das realistische Ziel für das Finale dieser Bundesligasaison. Dafür könnten bereits 4 Mannschaftspunkte reichen. Der schärfste Verfolger Wulkaprodersdorf hat ein fast identisches Schlussprogramm und liegt einen Zähler zurück. Die Aufgabe von Fürstenfeld, dem Fünften ist noch schwerer. Die Steirer müssten schon zwei Punkte Rückstand aufholen, haben allerdings auch ein etwas leichteres Restprogramm. Alle Partien können wieder LIVE mitverfolgt werden.
Donnerstag, 19. April 16.00 Uhr Feffernitz - Hohenems 4 : 2
Freitag, 20. April 14.00 Uhr Hohenems - Jenbach 2 : 4
Samstag, 21. April 14.00 Uhr Baden - Hohenems 3,5 : 2,5
Sonntag, 22. April 10.00 Uhr Hohenems - Kufstein/Wörgl 3 : 3
Weiterlesen: Bundesligafinale in Jenbach: tanzen die Tiroler zum 3. Meistertitel en suite?
Die meisten Teambewerbe sind vorbei, droht nun die schachlose Zeit? Mitnichten. Diejenigen die die ersten Entzugserscheinungen (Entzug = keine Züge mehr!) spüren, stürzen sich zu Ostern in eines der vielen Open-Turniere. Ostern ist Schachzeit.
In unmittelbarer Nachbarschaft in Bad Ragaz findet zur Zeit ein 7-rundiges Open statt mit zahlenmäßig starker Beteiligung von Spielern aus Vorarlberg. Gut 100 Spieler (neuer Rekord) machten sich heuer auf in die St. Galler Gemeinde im schweizerischen Sarganserland. Mit dabei ist auch Emilian Hofer der - immer noch nicht ganz fit - allerdings erst in der zweiten Runde eingestiegen ist. In der fünften Runde gelang ihm gegen WFM Julia Novkovic ein beachtliches Remis. Für Aufsehen sorgt bisher der an der ETH Zürich studierende Stephan Ammann (SK Sonnenberg) der mit seinen 1600 ELO nach 5 Runden bereits auf 3,5 Punkte verweisen kann und dabei seine deutlich favorisierten Gegner gleich reihenweise düpierte. Stephan ist derzeit der bestplatzierte Vorarlberger! Das Turnier dauert noch bis Ostermontag.
7. Internationales Bad Ragazer Oster-Open 2012
Zum größten Open Deutschlands gemausert hat sich das von den Schachfreunden Deizisau mittlerweile zum 16. mal ausgetragene Neckar-Open. Mit mehr als 700 Spielern in drei Stärkeklassen dazu Kinder- und Jugendturnieren hat auch Deizisau einen neuen Teilnehmerrekord zu vermelden. In Deizisau werden in fünf Tagen 9 Runden absolviert, also Doppelrunden an vier aufeinander folgenden Tagen mit einer Bedenkzeit von 2 Stunden pro Spieler und Partie ohne Zeitbonus. Der Modus kommt offensichtlich sehr gut an! Stars des Turniers sind Etienne Bacrot (2704) und Arkadij Naiditsch (2702) vom deutschen Meister Baden-Oos. Auch in Deizisau sind mit GM David Baramidze, Matthias Burschowsky und Philipp Lins drei Spieler des SK Hohenems dabei. Die ersten 16 Partien werden live übertragen. Nach 5 Runden gibt es keinen Spieler mehr mit den Punktemaximum. David Baramidze liegt mit 4 aus 5 einen halben Zähler hinter einer 13-köpfigen Spitzengruppe. Matthias Burschowsky hatte in Runde 2 das Vergnügen gegen den top-gesetzten Franzosen Bacrot zu spielen und hielt dabei die Partie längere Zeit offen. Matthias steht nach 5 Runden bei 3,5 Punkten. Philipp Lins liegt bei 2 aus 5.
Eva Moser starte sehr gut mit 3/3 fiel nach der ersten Niederlage und einem darauf folgenden Remis aber etwas zurück. Anna-Lena Schnegg steht bei guten 2,5 aus 5.
Das schöne Oster-Schachmotiv stammt von Schülerinnen der HLW Kufstein
Die drei Hohenemser haben ihre Sache bei den Staatsmeisterschaften in Untersiebenbrunn gut gemacht! Im Bild Aydan Bas (rechts), die gleich in Runde 1 überraschte und die höher eingeschätzte Andrea Nagy (links) aus Oberösterreich schlagen konnte. Sie hatte am Ende 2,5 Punkte auf dem Konto und verbesserte sich von Startrang 10 auf Platz 8. Den zweiten Sieg in diesem Turnier gelang Aydan in Runde 5 gegen Lisa Berger (NÖ). In der Remispartie gegen die Wienerin Nikola Mayrhuber waren in einem Bauernendspiel Gewinnchancen vorhanden.
Auch Laslo Nussbaumer (auf Startrang 18) konnte sich mit 3/7 um drei Plätze verbessern. Den besten Eindruck der drei Hohenemser hinterließ aber Kai Medwed, der sich von Startrang 11 bis auf Rang 7 und damit in die vordere Tabellenhälfte vorschieben konnte. Lediglich gegen Turniersieger David Wertjanz und Daniel Ly setzte es Eröffnungstheorie-bedingt rasche Niederlagen. In den restlichen 5 Partien war Kai bei zwei Punkteteilungen drei mal erfolgreich.
Vorarlberg holte durch Annika Fröwis (SK Bregenz/Lustenau - Mädchen U18) einen Titel, Fabian Matt (SK Wolfurt - U18) steuerte eine Bronzemedaille bei. Luca Kessler (SK Dornbirn), einer der Favoriten beim sehr stark besetzen U16 Turnier, kam bei diesen Staatsmeisterschaften nie richtig auf Touren und verpasste seine Chancen endgültig mit einer Niederlage gegen den alten und neuen Staatsmeister Martin-Christian Huber in der vorletzten Runde.
Weiterlesen: Staatsmeisterschaften U16/U18: alle Hohenemser mit ansprechenden Leistungen
Vor einer Woche gingen die Einzel-Europameisterschaften in Plowdiw zu Ende. Europameister wurde nach einem fantastischen Schlussspurt mit 3 aus 3 der Russe Dmitry Jakovenko (Bild Mitte). Er schlug in der letzten Runde den Führenden, Laurent Fressinet aus Frankreich (Bild rechts) und verwies seinen Kontrahenten damit auf Rang 2. Dritter wurde Vladimir Malakhov aus Russland (Bild links).
Von den neun Österreichern am Start machte erwartungsgemäß GM Markus Ragger mit Abstand den besten Eindruck. Österreichs einziger Super-GM beendete das Turnier mit 7,5 Punkten aus 11 Partien ohne Niederlage. Von den anderen Österreichern - zwar nicht punkte- oder rangmäßig - jedoch was die ELO-Performance betrifft, spielte IM Milan Novkovic das beste Turnier. Milan spielte in den 11 Runden 10 mal gegen einen ELO-Favoriten, darunter 8 GM's, erreichte dabei 4,5 Punkte was bei der enorm starken Gegnerschaft eine Performance von 2443 und einen ELO-Zuwachs von 8 Punkten bedeutete. Ebenfalls leicht positiv (in der Kategorie ELO-Zuwachs) schnitten die IM's Andreas Diermair und Gerhard Schroll ab. Andreas Diermair kam durch ein sehr starkes Finish mit 3,5 aus 4 noch auf 6 Punkte (+1) und den ausgezeichneten 152. Rang. Sein Highlight bei dieser EM war der Schwarzsieg in der letzten Runde gegen den Esten Kaido Kulaots (2585). Alle anderen mussten leichte bis deutliche ELO-Verluste in Kauf nehmen. Besonders schlimm erwischte es Staatsmeister IM Georg Fröwis, der seine gute Form aus dem Vorjahr in Plowdiw vergeblich suchte, sich aber immerhin mit einem feinen Plus-Remis mit Schwarz gegen den tschechischen ELO-Riesen David Navara (2700) trösten konnte.
Milan verriet dem Autor nach seiner Rückkehr aus Plowdiw noch einige Eindrück von diesen, seinen ersten Einzel-Europameisterschaften:
Die bereits 21. Vorarlberger Senioren-Landesmeisterschaften fanden am vergangenen Mittwoch traditionell mit dem Blitzturnier ihren Abschluss. Wie alle ihre Vorgänger seit 1992 wurden auch diese Senioren-LEM im Klubheim des SK Hohenems gespielt. Mit 36 Teilnehmern im Hauptturnier (9 Runden mit einer Bedenkzeit von je 1 Stunde) und 17 Teilnehmern bei Blitzturnier waren die Turniere heuer sowohl zahlenmäßig als auch vom Spielniveau her gesehen sehr gut besetzt. Erstmals liefen Vorbereitung und Durchführung unter der Ägide des neuen Landes-Seniorenreferenten Erich Peterlunger.
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