Gleich fünf Teilnehmer stellte Vorarlberg bei den heurigen Staatsmeisterschaften U14 in Altenmarkt (Salzburg). Mit Vincent Nussbaumer (Startnummer 10, links) und Emilian Hofer (Startnummer 6, rechts) gingen auch zwei Jugendspieler des SK Hohenems ins Titelrennen. Emilian war in der Setzliste (nach der Int. ELO-Zahl von April 2011) auf Platz 6 und Vincent auf Platz 10. Vor der letzten Runde lag Emilian noch auf Platz 3 und Vincent auf Platz 7, doch Niederlagen in der letzten Runde, Emilian gegen Martin Christian Huber und Vincent gegen Enno Proyer kosteten in der Schlussrangliste dann noch zwei bis drei Plätze. Besonders Emilian darf aber mit dem Ergebnis zufrieden sein. Er spielte gegen alle Favoriten, schlug dabei unter anderem Anna-Lena Schnegg und erzielte bei 4 aus 7 eine ELO-Performance von 1889. In der Endabrechnung verbesserte sich Emilian gegenüber der Setzliste um einen Platz und landete auf Rang 5 welcher zur Teilnahme an den EU-Meisterschaften in Mureck vom 2. - 11. August 2011 berechtigt.

Vincent hat seit 27. Mai kaum eine Spielpause und mit dem FL-Open, dem Schulschachbundesfinale und eben den U14-Staatsmeisterschaften in Summe 25 Partien in 19 Tagen absolviert. Gewisse Ermüdungserscheinungen waren vor allem zu Beginn des Turniers die logische Folge. In den Runden 4 bis 6 zeigte sich Vincent aber mit 2,5 aus 3 wieder von seiner besten Seite. In der letzten Partie fehlte dann aber doch die Kraft gegen einen in diesem Turnier groß aufspielenden Enno Proyer (SK Dornbirn), der sich mit dem Sieg den Vizestaatsmeistertitel sicherte. Vincent belegte mit Endrang 10 genau den Platz auf der Setzliste. Eine Klasse für sich war Luca Kessler (SK Dornbirn) der alle 7 Partien gewann und so für einen Vorarlberger Doppelsieg sorgte.

Ergebnisse U14

Wer ein richtiger Schachspieler werden will, muss auf jeden Fall durch die Leutascher Knochenmühle durch, möglichst mehrmals. Hohenems konnte auch in diesem Jahr dem Ruf von Turnierchef Gerhard Neurauter nicht widerstehen und trat gleich mit drei mehr oder weniger bunten Teams an. Die einen mahlten ordentlich mit, die anderen wurden mehr gemahlen. Special Guest im Team von Hohenems 1 war heuer Dieter Pilz vom Schachklub Absam. Zusammen mit Valery und Dmitry Atlas sowie Guntram Gärtner gelang ihm eine sehr starke Vorstellung. Er erspielte sich 21 von 28 möglichen Punkten und gewann im A-Finale die Brettwertung auf Brett 3. Aus der recht ausgeglichen und stark auftrumpfenden Mannschaft (G. Gärtner 20,5 Punkte, D. Atlas 19 Punkte) ragte Valery Atlas noch heraus. Valery holte sagenhafte 23 Punkte und erzielte damit eine Quote von 82 %. Im Finale spielte er einige spektakuläre Partien und besiegte u.a. die beiden GM's Michael Hoffmann und Peter Enders. Mit 10 aus 13 musste er sich in der Brettwerung auf Brett 1 nur dem tschechischen Großmeister Tomáš Polák geschlagen geben, gegen den er die einzige Niederlage in 28 Runden einstecken musste. Im Bild Hohenems 1 gegen Bann 1 in der letzten Runde des A-Turniers. Rang 4 war zu diesem Zeitpunkt bereits sicher. Turniersieger wurde mit nur einem halben Punkt Vorsprung Schenkbach vor Zlin (Tschechien) und Erfurt. Hohenems war die einzige österreichische Mannschaft im A-Finale.

 

Für Furore beim diesjährigen Liechtenstein-Open sorgte aus Hohenemser Sicht vor allem Vincent Nussbaumer. Nach 5 Runden hatte der 12-Jährige sensationell 4 Punkte auf dem Konto und fand sich in Runde 6 plötzlich inmitten der Großmeister-Riege auf Brett 3 wieder. Bild: Vincent (im Bild mit Hut) eröffnet gerade seine Partie gegen GM Sergeev. Am Ende unterlag er nach Kampf knapp, aber alleine bis in die Spitze vorgedrungen zu sein, war sicher ein ganz besonderes Erlebnis. Vincent fiel darauf trotz sehr gut gespielter Partien mit weiteren Chancen zurück, die gewonnene Partie in der Schlussrunde versöhnte aber wieder. Mit 5 Punkten aus 9 Partien war er mit Rang 29 am Ende der Bestplatzierte der 5 jungen Hohenemser Himmelstürmer.

Emilian Hofer, unser zweiter U14-Spieler in diesem Turnier stand Vincent kaum nach, auch bei Emilian standen am Ende 5 Punkte zu Buche. Der Weg zu Endrang 33 war aber ein etwas anderer. Bei Emilian war eher ein stetiges Anwachsen des Punktekontos zu beobachten mit einem starken Finish. 2,5 Punkte aus den letzten drei Runden brachten ihn dann noch deutlich in die obere Tabellenhälfte. Emilian hatte in den 9 Runden keinen einzigen Gegner mit weniger als 2000 ELO-Punkten und daher war schon eine überzeugende ELO-Performance von mehr als 2127 nötig, um mit +1 abzuschließen. Sowohl Vincent als auch Emilian haben mehr als 80 ELO-Punkte in diesem Turnier dazu gewonnen.

 

Drei mal Proyer (Enno - links, Nils - Dritter von rechts und Coach Rudi - ganz rechts) und drei mal Nussbaumer (Patrick - Zweiter von links, Laslo - Dritter von links und Viincent - Zweiter von rechts), dagegen war beim diesjährigen Bundesfinale der Schülerliga Schach (Unterstufenbewerb) kein Kraut gewachsen. Gleich am ersten Tag wurden die gefährlichsten Rivalen, das BRG Traun bzw. das BG/BRG Gleisdorf mit 3,5 : 0,5 bzw. 4 : 0 besiegt. Die Überlegenheit des Teams des BG Dornbirn war in diesem Bewerb einfach zu groß und äußerte sich in einem Rekordvorsprung von 9 Punkten vor dem Zweitplatzierten, dem BRG Traun aus Oberösterreich. Insgesamt wurden nur 1,5 von 36 möglichen Punkten abgegeben. Laslo, Enno und Vincent gewannen zudem die Brettwertung - davon Enno und Vincent mit je 100 % (8 aus 8 bzw. 9 aus 9). Patrick und Nils haben sich an Brett 4 abgewechselt und hätten die Brettwertung mit Sicherheit auch gewonnen, zusammen haben sie ebenfalls alle Partien gewonnen (je 5 aus 5). Solche herausragenden Erfolge kommen nicht zufällig zustande. Die konsequente und jahrelange Nachwuchsarbeit des SK Dornbirn (Proyers) und des SK Hohenems (Nussis) mit den besten Trainern und Trainerinnen des Landes bringt nun die Früchte.

Der Oberstufenbewerb fand gleichzeitig ebenfalls im Imster Stadtsaal statt. Das Vorarlberger Team der HTL Dornbirn war durch den Ausfall von Kai Medwed arg gehandicapt und musste das Turnier mit drei Spielern bestreiten (Fabian Matt, Michaela Kessler und Fridolin Schapmann). Dennoch gab es einen unter diesen Umständen beachtlichen 6. Rang bei 9 teilnehmenden Mannschaften (das Burgenland stelle hier bedauerlicherweise kein Team). Für eine tadellose Organisation sorgte das Team von Direktor Karl Mantl und Hanspeter Haspinger, Präsident des Tiroler Schachverbandes. 

Ergebnisse Unterstufe

Ergebnisse Oberstufe

Nicht zu halten war Aydan Bas (Bild Mitte) beim Bundesfinale der Schülerliga Schach der Mädchen vom 30. Mai bis 1. Juni 2011 in Tschagguns. Aydan hatte sich mit dem Team des BG Dornbirn beim Landesfinale ganz souverän für dieses Finale der besten Mädchen-Schulauswahlen Österreichs qualifiziert.

Mit Vanessa Roeck (BRG Landeck, 1619 Bild links) und Melanie Lasinger (EG Auhof, OÖ, 1536, Bild rechts) schlug sie auch zwei nominell deutlich stärkere Spielerinnen und holte sich damit die Brettwertung auf Brett 2 mit dem Maximum von 9 Punkten aus 9 Partien. Zusammen mit ihren Mannschaftskolleginnen Martha Pilsan (Brett 1, 6 aus 9), Emma Lembke (Brett 3, 3 aus 9) und Lisa Hu (Brett 4, 0,5 aus 9) belegte das Team den guten 4. Rang, jedoch mit Respektabstand zu den drei Bestplatzierten Teams aus Landeck (1.), EG Auhof (OÖ) und Gleisdorf (Stmk.). Die zweite Vorarlberger Mannschaft, die VMS Klostertal errang den 7. Rang bei 10 Mannschaften.

Bericht von Reinhard Forster

Bundesfinale Schülerliga Schach Mädchen 2011