Boris Gelfand, hier bei der Pressekonferenz unmittelbar nach dem Gewinn der 6. und letzten Partie gegen Alexander Grischuk, hat es geschafft. Er wird in der ersten Hälfte 2012 (lt. FIDE) gegen den amtierenden Weltmeister Viswanathan Anand als Herausforderer antreten. Zuvor im Viertelfinale eliminierte der Israeli Shakhriyar Mamedyarov (Aserbaidschan) und in einem dramatischen Duell, das über die volle Länge (inkl. 4 Schnellschach und 2 Blitzpartien) ging auch den Amerikaner Gata Kamsky.
Boris Gelfand gehört seit 20 Jahren zur Weltspitze, der ganz große Wurf blieb ihm bisher aber versagt. Jetzt ist der zweifache Vater einer fünfjährigen Tochter und eines erst wenige Wochen alten Buben am Ziel seiner Träume.
Wenn das Gefühl nicht täuscht, dann dürfen sich die Schachfans auf einen dramatischen Weltmeisterschaftskampf freuen. Beiden Spielern sind Eskapaden am oder neben dem Brett fremd, gute Voraussetzungen für einen Titelkampf, von dem man sich etliche schachliche Leckerbissen erwarten kann. Beide Spieler verdienen sich die Sympathien der Fans, für uns Hohenemser blutet das Herz aber vielleicht doch ein bisschen mehr für Boris. Mit ein bisschen Stolz dürfen wir daran erinnern, dass Boris in unserer ersten Bundesliga-Saison 1995/96 (damals hieß sie noch Staatsliga) in Dornbirn eine Partie für den SK Hohenems gespielt und auch gewonnen hat. Auch danach war Boris mehrere male zu Gast in Hohenems. In Erinnerung ist vielleicht noch ein KO-Blitzturnier, das er im Finale gegen seinen Jugendfreund und Trainingspartner Valery Atlas gewonnen hat. Valery gehörte in den Neunzigerjahren auch dann und wann zum Sekundantenteam von Boris, z.B. beim Kandidatenturnier in Sanghi Nagar (Indien)
Partie Boris Gelfand (SK Hohenems) - Tibor Tolnai (SC Fürstenfeld) Dornbirn, Nov. 1995
