Mörderisch stark besetzt war heuer die U14 Staatsmeisterschaft in Linz. Die beiden Hohenemser Teilnehmer, Patrick Nussbaumer und Julian Kranzl waren denn auch nur in der unteren Hälfte gesetzt, Patrick auf Platz 11 und Julian auf Rang 15. Mit Florian Mesaros (Bgld), Bardhyl Uksini (Stm) und Valentin Dragnev (Wien) gingen drei Teilnehmer mit mehr als 2000 ELO-Punkten an den Start. Auch Daniel Ly (OÖ) als U16 Staatsmeister zählte zu den Favoriten.
Patrick spielte gleich in Runde 1 gegen den späteren Staatsmeister, Florian Mesaros und das war auch die einzige Partie, in der der Gegner klar besser spielte. In allen anderen Partien zeigte Patrick sehr gutes Schach und holte 4,5 Punkte aus 6 Partien. Durch die unnötige und auch ein wenig unverdiente Niederlage in Runde 5 gegen Vizestaatsmeister Bardhyl Uksini schien die Medaillenchance eigentlich vertan, doch die letzten beiden Partien gewann Patrick wieder und in der letzten Runde gelang ihm noch der nicht mehr erwartete Sprung von Platz 6 in die Medaillenränge. Patrick hat deutlich über den Erwartungen abgeschnitten, hat 8 Plätze gegenüber der Startrangliste gut gemacht und sich damit für EM oder WM qualifiziert. Die EM findet Ende September in Montenegro statt, die WM im Dezember in Abu Dhabi in der Vereinten Arabischen Emiraten. Bild: Überraschungs-Medaillengewinner Patrick Nussbaumer (rechts), es war sein erstes Antreten in dieser Altersklasse. Links neben ihm: Mag. Wilfried Kuran, Jugendreferent des OÖ Schachverbandes, Bardhyl Uksini (Stm. Vizestaatsmeister U14) und Florian Mesaros (Bgl. Staatsmeister U14 2013)
Der zweite Hohenemser Teilnehmer, Julian Kranzl erreichte 3 Punkte aus 7 Partien und Rang 16, was im wesentlichen der Startrangliste entsprach. Bei Berücksichtigung der teilweise sehr guten Stellungen, wird Julian aber gewiss der einen oder anderen ungenutzten Chance nachtrauern.
In der Klasse Mädchen U12 durfte schließlich auch Alexa Nussbaumer (eigentlich noch U10) mitspielen. Alexa darf mit ihrem Ergebnis, 4 Punkte aus 7 Partien ebenfalls sehr zufrieden sein. Der 8. Rang (von 16 Teilnehmerinnen) war es in der Startrangliste, der 7. Endrang ist es geworden. Etwas unglücklich war in dieser Klasse die zweite Teilnehmerin aus Vorarlberg, Matea Martic aus Dornbirn, die durch eine Niederlage in der letzten Runde ihre Medaillenchance vergab, aber immerhin Fünfte wurde. Gloria Fürst vom SK Wolfurt komplettierte das Vorarlberger Mädchentrio in dieser Altersklasse. Sie kam auf 2 Punkte und Rang 14.
Mit Startrang 10 (von 12 Teilnehmerinnen) hatte Juliane Halwachs (Rankweil) in der Kategorie Mädchen U14 von vorne herein einen schweren Stand. Mit 2 Punkten wurde es am Ende der 13. und vorletzte Platz. Juliane war aber einer der jüngsten Teilnehmerinnen und kann noch einmal in der selben Altersklasse antreten.
Bei den Burschen U12 mischten 2 Spieler des SK Wolfurt mehr oder weniger kräftig mit. Christian Kozissnik darf mit 4 aus 7, Rang 7 und einigen sehr gute gespielten Partien zufrieden sein, sein Klubkollege Phil Notegger blieb mit 2,5 Punkten ein wenig hinter seinen Möglichkeiten, darf aber als U10 Spieler so wie Alexa Nussbaumer an einer weiteren Staatsmeisterschaft antreten. Die U8/U10 Staatsmeisterschaften finden bereits in etwas mehr als einer Woche (30. Mai bis 2. Juni) in Cap Wörth am Wörthersee statt. Die Ergebnisse:

Fantastische Leistungen zeigte Luca Kessler (Bild links) beim diesjährigen Liechtenstein-Open im neu renovierten Triesener Gemeindesaal. Luca spielte gegen 6 internationale Titelträger (5 GM's und 1 IM) und holte aus diesen 6 Partien 3,5 Punkte. Lediglich in Runde 5 musste er sich durch einen Zeitnotfehler gegen GM Sergeev geschlagen geben. Diese Niederlage stachelte aber den Ehrgeiz erst so richtig an, was folgte waren drei Siege in Folge unter anderem gegen den niederländischen GM Karel van der Weide in der vorletzten Runde. Damit war die Chance auf die erste IM-Norm in greifbare Nähe gerückt. Was fehlte, war ein Remis zum Abschluss gegen den russischen GM Vladislav Vorotnikov. Luca führte in dieser Partie die weißen Steine, hielt die Stellung geschlossen und jederzeit unter Kontrolle. Nachdem Gewinnversuche keine reale Grundlage hatten, kam dann relativ früh das Remisangebot des Großmeisters, das Luca sofort akzeptierte. Nach Georg Fröwis (er spielt derzeit beim tschaturanga Open in Wien und führt nach 5 von 7 Runden) macht sich somit ein weiterer junger Vorarlberger auf, den IM-Titel zu holen. Luca feierte erst im Jänner seinen 16. Geburtstag und ist mit Abstand der jüngste Vorarlberger, dem in diesem Alter eine IM-Norm gelang. Luca war mit Rang 4 und 6,5 Punkten aus 9 Partien bester Österreicher und gewann auch den Sonderpreis als bester Jugendspieler (ab Jahrgang 1995).
Emilian Hofer (Bild rechts) spielte ebenfalls ein starkes Turnier, mit ELO-Performance von 2210 deutlich über den Erwartungen. Entsprechend konnte Emilian in diesem Turnier viele internationale ELO-Punkte sammeln und rechtzeitig vor den Staatsmeisterschaften im Juli in Feldkirch die 2000-er Schallmauer klar durchbrechen. Seine stärkste Leistung war das Remis gegen GM Thomas Paehtz gleich in Runde 1. Emilian brachte den deutschen Großmeister sogar recht ordentlich ins Schwitzen, ehe die Partie durch eine von Paehtz forcierte Zugwiederholung remis endete. Mit Rang 32 (von 92 gewerteten Spielern) war Emilian bester in der Sonderwertung "ELO unter 2000" und drittbester Jugendspieler des gesamten Turniers.
Partie GM Karel van der Weide - Luca Kessler (0 - 1)
Partie Emilian Hofer - GM Thomas Paehtz (1/2 - 1/2)
GM Eduardas Rozentalis hat derzeit den Erfolg gepachtet. Direkt von St. Veit aus, dem Ort des letzten Bundesliga-Wochenendes reiste der auf Brett zwei für den SK Hohenems spielende litauische Großmeister zu dem stark besetzten Norsk Sjakkfestival ins norwegische Fagernes (ca. 200 km nordwestlich von Oslo). Nach 9 Runden setzte sich Ed schließlich mit 7 Punkten (5+, 4=) als alleiniger Sieger vor dem Norweger Simen Agdestein und dem Russen Sergey Volkov durch. Den Turniersieg sicherte sich Ed in der letzten Runde mit einem Sieg gegen den bis dahin führenden Simen Agdestein. Agdestein war Ende der achtziger/Anfang der neunziger Jahre einer der bemerkenswertesten Sportler seines Landes. Er spielte als Schach-Großmeister gleichzeitig in der norwegischen Fussball-Nationalmannschaft. Nach einer schweren Verletzung musste er allerdings seine Fußballerkarriere früh beenden. Bis heute ist er im Trainerstab seines berühmten Landsmanns und WM-Herausforderers Magnus Carlsen.
Turnierseite mit Ergebnissen und Partien
Kurz vor der Bundesligaschlussrunde in St. Veit gelang Ed auf der Kanalinsel Jersey ein anderer bemerkenswerter Turniersieg. Auch auf Jersey war Ed alleiniger Sieger mit 8 Punkten aus 9 Runden (7+, 2=) vor GM Mark Hebden (ENG) und GM Michal Krasenkow (POL)
Die guten Ergebnisse in letzter Zeit fanden auch in Eds FIDE-Rating seinen Niederschlag. Aktuell liegt er auf 2631, wobei das Turnier in Fagernes noch nicht einmal ausgewertet ist. Er nähert sich damit wieder seiner historisch bisher höchsten Zahl aus dem Jahre 1997 (2650).
GM Eduardas Rozentalis ist im Bundesliga-Team des SK Hohenems seit Jahren eine verlässliche und unverzichtbare Stütze.
Für Betreuer, Besucher, Organisatoren, Schiedsrichter und Turnierleiter (unter anderem auch Stephan Hofer) war es heute sicherlich eine Freude, 270 Kinder, davon mehr als 50 Mädchen in den vier Bewerben bei zum Teil sehr spannenden Partien um Preise und Qualifikationen kämpfen zu sehen. Von den vielen Jugendlichen und Kindern die beim SK Hohenems spielen und trainieren hat man durchwegs gute bis sehr gute Leistungen gesehen. Zumindest 1 bis 2 Punkte haben alle gemacht. Vielen gelang es sogar einen Mannschafts- oder Einzelpokal zu gewinnen, Zweite oder Dritte in ihrer Kategorie zu werden. Das freut natürlich auch die Eltern, Trainer, die Lehrer und Schuldirektoren.
Das BG Dornbirn konnte sich sowohl in der Unterstufe wie in der Oberstufe durchsetzen. Damit fahren Patrick und Vincent Nussbaumer sowie Julian Kranzl (alle Hohenems) zusammen mit Nils Proyer (SK Dornbirn) zum Bundesfinale nach Wien (17. - 21. Juni). Begleitet werden sie von den Kollegen der Oberstufe, Leon und Laslo Nussbaumer, sowie Aydan Bas (alle Hohenems) und Enno Proyer (SK Dornbirn). Trainerin des besten "Schachgymnasiums" Vorarlbergs ist Helene Mira.
Einen tollen Erfolg gab es auch für das Mädchenteam der Volksschule Hohenems-Markt mit dem dritten Platz. Alexa Nussbaumer, Carmen Platisa, Julia Gstader und Phoebe Waibel haben damit die Mädchenwertung gewonnen, leider wird aber (noch?) kein VS-Bundes-Finale der Mädchen ausgetragen. Auch das Volkschulteam aus Altach mit Lena und Anja Rumpold sowie Linus Lukas und Tobias Weber (alle vom SK Hohenems) verzeichneten mit dem 6. Rang eine schönen Erfolg.
Bei den Einzelwertungen stellte Hohenems mit Patrick Nussbaumer (Unterstufe - BG Dornbirn), Alexa Nussbaumer (Volksschule Markt, 4. Klasse) und Simon Koller (Volksschule Herrenried, 2. Klasse) drei Klassensieger. Zweite Plätze gab es durch Julian Kranzl (Unterstufe - BG Dornbirn), Anja Rumpold (1. Klasse) und Lena Rumpold (2. Klasse), beide VS Altach. Einen dritten Platz erspielte sich in der Kategorie Zweitklässler Tobias Weber (VS Altach). Bild: die Spitzenbretter bei den Volksschülern, links Alexa Nussbaumer und Simon Koller. Die Ergebnisse:
VolksschulenUnterstufe (Hauptbewerb)OberstufeNachwuchsberwerbBilder von Karin Seidl
Außer Leon, er spielte in der Karwoche die Staatsmeisterschaften, ließen es sich alle Nussis außer Anna (Zweite von links, sie ist inzwischen in Deutschland wohnhaft) auch heuer wieder nicht nehmen, am stark besetzten Oster-Open im schweizerischen Bad Ragaz teilzunehmen. Sieben kräftezehrende Runden wurden von Gründonnerstag bis heute Ostermontag von 101 Teilnehmer/innen absolviert, zwei mal gab es sogar Doppelrunden. Was unsere in Österreich einzigartige Schachfamilie Nussbaumer in unserer Nachbarschaft geboten hat, konnte sich dann auch durchaus sehen lassen:
auf 50 % der Punkte kamen Laslo und Vincent im 56 bzw. 58. Rang. Christoph kann mit den Buben inzwischen immer besser mithalten, gewann drei Partien und belegte damit Rang 71. Nicht so ganz nach Wunsch lief das Turnier für Patrrick, mit einem Sieg in der letzten Runde konnte er aber immerhin mit 2,5 Punkten noch auf den 83. Endrang vorstoßen. Maria (Rang 91 und Alexa (Rang 93) erlebten beide mit jeweils zwei Gewinnpartien schöne Erfolgsgefühle. Hohenems war jedenfalls bei diesem Turnier in der Nachbarschaft mit den Nussis bestens vertreten.
Die Vorarlberger Spitzenspieler haben dieses interessante Turnier noch nicht so ganz entdeckt. Bester Spieler aus Vorarlberg war Gernot Hiebeler mit 4 Punkten auf Rang 32. Auf ebenfalls 4 Punkte kamen sein Hörbranzer Klubkollege Bernhard Hehle und Omer Budic aus Rankweil.
Die drei angetretenen Großmeister waren am Schluss auch knapp vorne. Es gewann Viesturs Meijers (Lettland) vor Ghaem Maghami Ehsan (Iran) und Thomas Pähts (Deutschland)
Foto (v.l.n.r.) Patrick, Anna, Laslo, Christoph, Maria, Alexa, Leon, Vincent.