altMit einer Leistungsexplosion genau zum richtigen Zeitpunkt katapultierte sich Hohenems in der Schlussrunde in St. Veit an der Glan innerhalb von nur 4 Runden vom letzten auf den 5. Tabellenplatz. Nachdem in den Runden zuvor in Hohenems und Graz fast alles schief gegangen war klar, dass in St. Veit gegen starke Gegnerschaft absolut nichts mehr daneben gehen durfte. Der Wille, auch die 18. Saison des SK Hohenems in der österreichischen Eliteliga zu einem positiven Abschluss zu bringen, setzte schließlich schier unglaubliche Kräfte frei. Die vereinbarte Taktik, die Gegner auf möglichst vielen Brettern nachhaltig unter Druck zu setzen ging auf. Fürstenfeld musste mit 1:5 gleich einen herben Rückschlag im Bemühen, selbst den Klassenerhalt zu schaffen, hinnehmen. Schwieriger war das Duell gegen den SK Zwettl, der mit 7 Punkten zwar eine bessere Ausgangslage hatte, jedoch ebenfalls noch Punkte brauchte. Zwettls Topspieler Zbyn?k Hrá?ek saß gegen uns letztmals für sein Team am Brett, danach wurde er für die gleichzeitig spielende tschechische Liga gebraucht. David Baramidze hielt den gefährlichen Gegner jedoch jederzeit unter Kontrolle und besonders ab Brett 4 ging die Rechnung wie tags zuvor wieder auf. Selbst ein Missgeschick von Dennis Breder in guter Stellung auf Brett 6 konnte den dringend benötigten zweiten Sieg in Folge nicht gefährden.

Nachdem auch andere Abstiegskandidaten überraschend gegen höher einzuschätzende Teams Punkte gemacht haben, war vor der nächsten Runde gegen Gastgeber St. Veit klar, das zumindest ein weiterer Punkt zum Klassenerhalt nötig sein würde. den Spielern gelang es dann noch einmal, hohe Konzentration und eiserne Nervenstärke unter Beweis zu stellen. Nach der 3:2 Führung fiel erstmals die Anspannung ein wenig ab. Die letzte noch laufende Partie von Alexander Naumann stand kritisch, jedoch schien an diesem Wochenende einfach alles zu klappen. Alex gelang es bei Zeitnot des Gegners in ein Turmendspiel mit Minusbauer abzuwickeln, welches aber leicht Remis zu hallten war. Es war Samstag Abend, das Abstiegsgespenst war nach dem dritten Sieg in Folge endgültig verscheucht. Jenbach hatte ebenfalls alle seine Wettkämpfe gewonnen und stand bereits eine Runde vor Schluss als neuer österreichischer Meister fest. In der Schlussrunde kam es dann zum direkten Clash der beiden besten Teams der St. Veiter Runde. Hohenems musste dabei auf GM Ed Rozentalis verzichten, der eine Turnierverpflichtung in Norwegen wahrzunehmen hatte. Bei Jenbach spielte statt GM Schlosser, GM Stangl. Wir kannten die Devise der Jenbacher: "nur ein reiner Titel ist ein richtiger Titel". Schon zweimal gelang den Tirolern das Kunststück, alle Matches in einer Saison zu gewinnen und diesmal standen sie wieder kurz davor. Jedoch war bei den Hohenems-Spielern noch immer genug Energie vorhanden, dieses Vorhaben zu durchkreuzen. Besonders der diesmal entfesselt spielende IM Valery Atlas und GM David Baramidze (Bild) enzündeten gegen favorisierte Gegner ein wahres Feuerwerk auf dem Brett. Beide Partien endeten fast gleichzeitig und drehten den Rückstand in eine 3:2 Führung für Hohenems. Beide Partien sind äußerst sehenswert und sind weiterhin auf der Bundesligaseite zu bewundern. David Baramidze hat dabei für sich selbst und den SK Hohenems einen neuen Meilenstein gesetzt. Erstmals gelang es ihm (und damit auch erstmals einem Spieler des SK Hohenems) einen Spieler aus dem erlesenen 2700-er Klub zu schlagen. Der Jenbacher GM Andrei Volokitin ist mit 2725 ELO-Punkten aktuell die Nummer 25 der Weltrangliste. In der letzten noch laufenden Partie musste sich der Jenbacher GM Peter Acs mächtig anstrengen, um GM Falko Bindrich nach langem Kampf schließlich niederzuringen und das Unentschieden für den Meister zu sichern. 

Die Punkteausbeute der restlos überzeugenden Hohenemser Mannschaft in St. Veit:

GM David Barammidze: 3 Remis, 1 Sieg

GM Eduardas Rozentalis: 2 Remis, 1 Sieg

GM Alexander Naumann: 4 Remis

GM Falko Bindrich: 3 Siege, 1 Niederlage

IM Valery Atlas: 3 Siege (alle mit schwarz!) 

IM Georg Fröwis: 1 Remis, 1 Sieg, 1 Niederlage

IM Dennis Breder: 1 Sieg, 2 Niederlagen

Das Geheimnis des Erfolgs: in drei Wettkämpfen gelang die frühe Hohenemser Führung, gegen Jenbach gelang ebenfalls nach Rückstand zwischendurch die Führung. Bei sehr starker Gegnerschaft (15 GM`s in 4 Runden) passierten nur 4 Einzelniederlagen. Noch nie ist einem Team in der Bundesliga in den letzten Runden eine solche Wiederauferstehung gelungen.

Die Abstiegsplätze mussten schließlich die Teams aus Absam, Fürstenfeld und Ansfelden einnehmen.

Abschlusstabelle und Ergebnisse