Familienturnier 2012: die Emserbuaba, Emilian Hofer und Julian Kranzl, setzen sich knapp durch
- Reinhard Kuntner
Zum Abschluss des Schachcamps 2012 mit WIM Helene Mira und GM Philipp Schlosser in der Bregenzer Schachwerkstatt wurde auch heuer wieder das traditionelle Familienturnier gespielt. 17 Zweier-Teams davon 5 mit Hohenemser Beteilung spielten 7 Runden Schnellschach. Am Ende konnte sich das Duo EMilian Hofer (5,5) und Julian Kranzl (4) mit 9,5 Punkten um einen halben Zähler vor den Frasternazern, Josef Steinlechner und Utku Yilmaz (je 4,5) und den Schachtigern aus Wolfurt Notegger Peter (5) und Phil (4) durchsetzen. Die zweite rein Hohenemser Paarung Nussbaumer Laslo und Vincent landete wieder nur um einen halben Punkt dahinter auf Rang 4. Zum ersten mal dabei die Familie Platisa, die in dem sehr starken Feld immerhin 3 Punkte holte und nicht mit der roten Laterne nach Hause fahren musste. In der Hohenemser Papa-Wertung gewann klar Christoph Nussbaumer (4,5) vor Stephan Hofer (39 und Zeljko Platisa (2).
Ergebnisse und Bilder auf der Seite der Schachwerkstatt
Georg Fröwis beteiligte sich vergangene Woche beim HUSEK VIENNA OPEN, das mit 18 GM's und 18 IM's eine Topbesetzung aufwies. Er kam in 7 Runden auf 4,5 Punkte und verlor lediglich eine Partie gegen die Nr. 1 des Turniers GM Kiril Georgiev (BG). Den Turniersieg sicherte sich Markus Ragger mit 6/7 nach sehenswerten Leistungen.
Begonnen haben inzwischen auch die Schüler- und Jugendeuropameisterschaften in Prag. Nach 4 von 9 Runden haben Patrick Nussbaumer 2 und Luca Kessler 3 Punkte auf ihrem Konto. Luca Kessler hat sich nach der Niederlage in der ersten Runde wieder nach vorne gespielt. Seine Partie der 5. Runde gegen den Franzosen Gary Giroyan (2394) wird morgen ab 15.00 auf den LIVE-Brettern gespielt.
Mureck 2012: nach Remis gegen Serienstaatsmeister Martin-Christian Huber riss der Faden
- Reinhard Kuntner
Emilian Hofers letzter Auftritt in Mureck (er steigt 2013 in die Altersklasse U16 auf) verlief leider nicht nach Wunsch, von der Form in St. Veit war er weit entfernt. Dabei verlief das erste Drittel des Turniers durchaus vielversprechend. Besonders in Runde 3 konnte sich Emilian gegen seinen Jahrgangskollegen und oftmaligen Gegner bei Staatsmeisterschaften, den Steirer Martin-Christian Huber auszeichnen. Mit den schwarzen Steinen spielend hielt er lange dem weißen Dauerdruck stand und nutzte nach einer Ungenauigkeit Hubers elegant die Chance zu einem Dauerschach. Zwei Remis, eines davon gegen die Nummer 1 des Turnieres, sowie 1 Sieg gegen den Schotten Wynne Stuart standen zu diesem Zeitpunkt zu Buche, beste Voraussetzungen eigentlich für den weiteren Verlauf des Turniers. Doch dann riss der Faden leider. Zwar gelangen in weiterer Folge nochmals 2 Gewinnpartien, eine davon, gegen den Bulgaren Kaloyan spektakulär aber doch glücklich, 4 mal musste Emilian jedoch seinen eigenen König umlegen. Besonders in den letzten beiden Partien gegen den Tschechen Tomas Ptacek und den Finnen Toni Pajunen dominierte Emilian zwar bis ins Mittel- bzw. Endspiel, hatte aber nicht mehr die Kraft, die sehr guten Stellungen zum Gewinn zu führen, im Gegenteil, beide Partien gingen völlig unnötigerweise sogar noch verloren, entweder durch grobes Übersehen (gegen den Finnen) oder das plötzliche Einlegen des Rückwärtsganges aus dominierender Stellung heraus. In der Partie gegen Ptacek spielte jedoch die beiderseitige Zeitnot in einem schwierigen Endspiel am Ende die entscheidende Rolle. In so einer Situation sind schon vielen Spielern die besten Stellungen aus den Händen geglitten, das darf auf keinen Fall zu streng bewertet werden. Ansonsten gilt die alte Fußballerweisheit "Tore die man selbst nicht schießt bekommt man" übertragen halt auch im Schach. Am Ende wurde es für Emilian der 24. Rang bei 40 Teilnehmern.
Ergebnisse und Partien EU 14 Mureck 2012 Special mit Fotoserien
Schachfestival Biel: Emilian Hofer gewinnt U18 Jugendturnier
- Reinhard Kuntner

Der Nabel der Schachwelt befindet sich derzeit nicht unweit von Vorarlberg im schweizerischen Biel, ca. 230 km jenseits der Ländlegrenzen an der deutsch-französischen Sprachgrenze im Schweizer Kanton Bern. Wie jeden Sommer wird in Biel das Internationale Schachfestival mit Weltklassebeteiligung gespielt, heuer bereits das 45-zigste. Im Mittelpunkt des Interesses steht das Grandmasterturnier mit Magnus Carlsen (derzeit Nr. 1 der Welt), Wang Hao, Anish Giri, Hikaru Nakamura, Etienne Bacrot und Ersatzmann Victor Bologan, der für den erkrankten Alexander Morozevich eingesprungen ist. Aber auch das Meisterturnier mit mehr als 30 Int. Großmeistern hat es in sich.
Nachdem man im Hause Hofer die letzten Jahre das Großevent eher von der Ferne beobachtet hat, war es heuer soweit: Stephan und Emilian ließen es sich an diesem Wochenende nicht nehmen, die Kämpfe der Meisterspieler aus der Nähe zu beobachten. Das Bild links zeigt Hikaru Nakamura (USA) bei seiner samstägigen Partie (Runde 6) gegen Magnus Carlsen (NOR). In Führung ist 4 Runden vor Schluss der Chinese Wang Hao vor dem niederländischen Jungstar Anish Giri. Gezählt wird übrigens wie im Fußball, ein Remis bringt einen Punkt, ein Sieg aber gleich 3!
Am Sonntag, dann Emilians Premiere in Biel: selbst noch U14 Spieler, beteiligte er sich in der Kategorie U18 (Jahrgänge 1994-98) und sorgte bei diesem Schnellschachturnier (je 15 Minuten pro Partie) mit 6 Punkten aus 7 Partien für einen österreichischen Sieg, mit Sicherheit dem einzigen bei diesem Schachfestival, denn bei Durchsicht der Teilnehmerlisten machen sich österreichische Teilnehmer sehr rar. Während in den 80-er und 90-er Jahren für einzelne Spieler, vor allem aus Vorarlberg, Biel ein fixer Bestandteil des Sommerschachprogramms war, wird die Schweiz vermutlich auf Grund des extrem hohen Preisniveaus inzwischen gemieden. Auch Vorarlbergs Spieler konzentrieren sich auf die österreichische Schachopen-Szene, welche sich vorwiegend auf die östlichen und südlichen Bundesländer konzentriert. So ist Emilian (Bild rechts in der Mitte mit Siegerpokal) schon ab morgen bei den 10. EU Jugendmeisterschaften im steirischen Mureck am Start. Ein Turniersieg in Biel - auch in der Jugendklasse - ist jedenfalls etwas ganz besonderes und sollte Flügel wachsen lassen. Herzliche Gratulation und alles gute für Mureck!
Jugendturnier BielGM-Turnier (mit Live-Übertragung)EU-Jugendmeisterschaften U14LIVE-Partien (ab 15.00 Uhr)
Staatsmeisterschaften 2012: Georg Fröwis holt Bronze, David Shengelia Staatsmeister
- Reinhard Kuntner
Georg Fröwis wird in Zwettl zwar von dem neuen Staatsmeister GM David Shengelia entthront, bestätigt mit der Bronzemedaille aber seine derzeit exzellente Form und auch, dass der letztjährige Titel kein Zufall war. Die direkte Begegnung mit Shengelia (Bild) in der 7. Runde brachte die Vorentscheidung zu Gunsten des für den SK Baden spielenden einzigen Großmeisters im Feld der 58 Teilnehmer. Georg verlor im Mittelspiel den Faden suchte sein Heil aus etwas schlechterer Stellung in aktivem Spiel und lief damit seinem Gegner direkt ins Messer. Eine große Stärke Georgs bestätigte sich darauf ein weiteres mal, Niederlagen perlen an ihm ab als wäre nichts geschehen. Schon am nächsten Tag setzte er mit schwarz gegen IM Neubauer alles auf eine Karte und gewann, wenn auch glücklich. Auch in der letzten Runde konnte er seinen Gegner Herwig Pilaj diesmal mit Geduld, stehts auf der Lauer nach einem Fehler im Schwerfigurenendspiel überraschen.
Eine gute Leistung bot auch Luca Kessler mit 5 Punkten aus 9 Partien. Schade war es um die Partie der 8. Runde gegen IM Gerhard Schroll, die Luca mit schwarz sehr überzeugend spielte und über weite Strecken sogar Druck ausüben konnte. Am Schluss war die Stellung ausgeglichen doch sah Luca eine Verlustvariante und gab die Partie völlig unnötig auf. Allerdings scheint auch Luca die wichtige Eigenschaft zu haben, verlorene Partien, gleich wie die Niederlage zustande kam, schnell abhaken zu können, denn in der letzten Runde setzte er gleich noch eins drauf und durfte aus Zwettl doch noch einige gewonnene ELO-Punkte mit nehmen.
Die weiteren Vorarlberger, Fabian Matt (Wolfurt) und Rainer Bezler (Lustenau) blieben eher unauffällig im Mittelfeld, wobei es Rainer Bezler in der zweiten Runde in Zeitnot verpasste, in einer hoch gewonnen Stellung gegen seinen früheren Klubkollegen Georg Fröwis den Sack zuzumachen.
Bei den Frauen gewann überraschend nicht Favoritin IM Eva Moser sondern Anna-Christina Kopinits. Annika Fröwis (Bregenz) machte es ihrem Bruder nach und gewann ebenfalls Bronze. Helene Mira (Bregenz) belegte Rang 4. Die Glückwünsche der Vorarlberger Schachfans gehen an die Familie Fröwis, die mit zwei Bronzemedaillen allen Grund zum Feiern hat.
