Saison 2012/13 bringt zwei Großveranstaltungen nach Hohenems
- Reinhard Kuntner
Die Vorarlberger Schachfans dürfen sich auf zwei besondere schachliche Leckerbissen freuen. Beide Veranstaltungen finden im neu renovierten Löwensaal in Hohenems statt. Vom 2. - 4. November gibt zunächst die 1. Bundesliga ein 3-rundiges Gastspiel. Fast acht Jahre gab es kein Bundesligaschach mehr in Vorarlberg, in Bälde ist es wieder soweit. Die 12 besten Vereinsmannschaften Österreichs kämpfen um die ersten Punkte in der neuen Saison. Gestern war Meldeschluss, die Kadermeldungen bringen keine allzu großen Überraschungen, die Bundesliga 2012/13 ist aber doch ein Stück stärker besetzt als in der vergangenen Saison. Der SK Hohenems konnte alle Spieler aus der Vorsaison halten, neu im Kader (sowohl 1. als auch 2. BL) sind IM Dennis Breder und Luca Kessler. Die Kader der 2. Bundesliga-West (Startrunden vom 5. - 7. Oktober 2012 im Pfarrheim St. Karl Hohenems - kleine Runde mit Bregenz, Götzis, Ranshofen und Hohenems 2) sind bereits online.
Etwas ganz besonders hat sich der Vorarlberger Schachverband und der veranstaltende Verein SK Hohenems für die 25. Schacholympiade für Schüler und Jugendliche einfallen lassen. Die Jubiläums-Olympiade wird ganz groß gefeiert werden! Symbolträchtig kehrt die 25. Olympiade an ihren Ursprungsort zurück. Mit 108 Teilnehmern starte am 27. Dezember 1988 die erfolgreichste Jugendturnierserie des Vbg. Schachverbandes am selben Ort, dem damals noch "alten" Löwensaal". Gespielt wurde bei der Premiere noch in einem 4-tägigen, gemeinsamen Turnier mit getrennten Wertungen in den Klassen U10, U12, U14, U16 und U19. Seither haben in 24 Olympiaden mehr 1000 Spieler teilgenommen. Mehr als 60 davon haben es in die ELO-Rating-Liste der FIDE, viele weitere zumindest in die österreichischen Wertungsliste geschafft. Wir schätzen, dass von denen die inzwischen das Alterslimit für eine Olympiade überschritten haben ca. 130 Spieler und Spielerinnen heute noch aktiv Turnierschach spielen. Genau für diese Gruppe wird es bei der 25. Olympiade einige besondere Gustostückerl geben. Zum einen wird eine All-Time-Best Olympia-Auswahl bestehend aus acht Spielern am 4. Jänner gegen niemand Geringeren als Österreichs Nr. 1 GM Markus Ragger (geboren im Geburtsjahr der Olympiade 1988 !) ein beinhartes Uhrenhandicap-Match spielen. Anschließend werden wir gemeinsam bei Live-Musik (Günter Amann & Friends) bis spät in den Abend gemeinsam "25 Jahre Schacholympiade" feiern. Für die meisten unter-40-jährigen Spieler Vorarlbergs war die Olympiade ja doch für einige Jahre ein guter und ständiger Begleiter und Impulsgeber. Als Draufgabe gibt's dann für alle (!) ehemaligen Teilnehmer früherer Olympiaden noch einmal die Gelegenheit Olympia-Feeling hautnah zu erleben. Am 5. Jänner steigt das Olympia-Nostalgieturnier als 7-rundiges Schnellschach-Turnier. Da heißt es dann nochmals für einen Tag bis zu 25 Jahre jünger werden und eintauchen in die eigene Schach-Vergangenheit, Freunde von damals treffen, Spaß haben.
Die Jubiläums-Olympiade dauert auf Grund des umfangreichen Programms einen Tag länger als bisher. Die Gruppe U8 spielt zwei Tage, U10, U12 und 14 spielen drei Tage, womit ausreichend Bedenkzeit und gute Turnierschach Bedingungen garantiert sind. Ab sofort wird eine Vorabinfo über dieses schachsportliche Highlight bei allen Jugendveranstaltungen verteilt. Bis zu den Bundesligarunden Anfang November ist dann der Veranstaltungs-Flyer mit allen Details fertig. Auf dieser Web-Seite werden auch immer wieder aktuelle Informationen über die bevorstehende Jubiläums-Olympiade aber auch schöne Erinnerungen an die 24 vergangenen Olympiaden zu finden sein.

Schacholympiade Istanbul: Österreichs Männer leicht hinter Erwartungen, Frauenteam überrascht
- Reinhard Kuntner
Die erstmalige Einberufung ins österreichische Nationalteam anlässlich der 40. Schacholympiade in Istanbul war mit Sicherheit der Höhepunkt in der bisherigen sportlichen Karriere von Milan Novkovic. In der selben Turnierhalle mit Schachgrößen wie Kramnik, Grischuk, Gelfand, Aronian, Ivantschuk oder Nakamura zu spielen ist ja schon eine besondere Auszeichnung. Leider kam die österreichische Mannschaft nie in den gewünschten Rhytmus. Außer Martin Neubauer fand trotz guter Leistungen in einzelnen Partien niemand ganz zu seiner Normalform. Österreichs Parade-GM Markus Ragger konnte die zuletzt beim Husek-Open in Wien gezeigte Topform nicht mit nach Istanbul nehmen und tat sich besonders in den ersten fünf Runden mit nur 2/5 sehr schwer. Am Schluss standen für Markus mit 5,5 aus 11 genau 50 % zu Buche. Plus-Ergebnisse erreichten GM Stefan Kindermann(5 aus 9) und David Shengelia (6,5/11). Ebenfalls deutlich im Plus mit 5/7 und über den Erwartungen spielte Martin Neubauer. Die besten Leistungen gelangen dem Team gegen Mexiko (2,5:1,5) sowie gegen die etwa gleichwertigen Teams aus Island und Bosnien-Herzegowina (jeweils 2:2).
Bild: Milan auf Brett drei in der Begegnung der 5. Runde gegen Costa Rica. In dieser Partie gelang ihm ein wichtiger Sieg zum 2,5 : 1,5 Endstand für Österreich. Milan kam mit je 2 Siegen, 2 Remis und 2 Niederlagen auf genau 50 % (3 Punkte aus 6 Partien).
Sehr erfreulich war das Ergebnis des ohne IM Eva Moser angetretenen österreichischen Frauenteams. Julia Novkovic (SK Dornbirn) übernahm die große Herausforderung auf Brett 1 und zeigte mit 4 Punkten aus 8 Partien eine sehr gute Leistung. Ein Highlight war der Sieg gegen WGM Eva Kulovana, womit dem österreichischen Team ein Sensationssieg gegen Tschechien gelang. Ihr Debüt bei einer Schacholympiade gab die erst 14-jährige Tirolerin Anna-Lena Schnegg. Sie erreichte passable 4/9 und schlug einige deutlich höher eingestufte Gegnerinnen. Veronika Exler (5/10), Anna-Christina Kopinits (6/10) und Katharina Newrlka (4/7) komplettierten das Team und hinterließen trotz der einen oder anderen unglücklichen Niederlage durchweg einen guten Eindruck.
Bei den Herren setzte sich Armenien nach Turin (2006) und Dresden (2008) zum dritten mal den letzten 6 Jahren die Krone auf. Zweiter wurde Russland. Der Topnation jagt nun schon seit 10 Jahren vergeblich einem Olympiasieg hinterher. Bronze sicherte sich das Siegerteam aus dem Jahre 2010, Ukraine. Endrang für Österreich (Startnummer 36): 41
Bei den Frauen konnte Russland dank eines 4:0 in der Schlussrunde gegen Kasachstan den Titel aus dem Jahre 2010 (Chanty Mansiyisk) verteidigen. Zweiter wurde wie schon vor zwei Jahren China. Der letzte Olympiasieg der Chinesinnen liegt damit auch schon 8 Jahre zurück. Dritter wie bei den Männern wurde die Ukraine. Österreich (Startnummer 43) erreichte den 37. Rang.
Veranstalterseite mit allen PartienErgebnisse Herren(Open)Ergebnisse Frauen
Emilian Hofer wird Dritter des Kandidatenturniers zur Württembergischen Mesiterschaft
- Reinhard Kuntner
Unsere Schachfreunde vom SV Jedesheim haben vom 25. 8. bis 2. 9. im Vöhlinschloss Illertissen (Bild Stadtarchiv Illertissen) die diesjährigen Württembergischen Meisterschaften mit umfangreichem Rahmenprogramm durchgeführt. Unter anderem gab es eine Schachfigurenausstellung "World of Chess", ein Schach-Seminar mit GM Artur Jussupow, ein Schachkino und vieles mehr. Das Meisterturnier gewann Andreas Reuß vor seinem Klubkollegen von den Schachfreunden Stuttgart Jaroslaw Krassowizkij. Dritter wurde Dimitrij Anistratov vom veranstaltenden Verein der Schachabteilung des SV Jedesheim. (16 Teilnehmer/9 Runden)
Am Kandidatenturnier beteiligen sich 18 Spieler. Emilian Hofer trat für seinen deutschen Verein, den SV Jedesheim an und belegte nach 9 Runden den sehr guten dritten Rang. Es gewann Werner Schweigert (SV Leutkirch) vor Arnd Mayer (SV Jedesheim). Emilian gewann 4 Partien, remisierte 4 mal und musste sich nur dem Turniersieger geschlagen geben. Er ist damit für das Meisterturnier 2013 qualifiziert.
Detaillierte Informationen inklusive aller Partien bietet der Schachverband Württemberg auf seinen Seiten an.
Schachabteilung des SV Jedesheim
Europameisterschaften Prag 2012: 50 % für Patrick und Luca
- Reinhard Kuntner
Eine grandiose EM mit 1173 Teilnehmern aus 46 Ländern ging gestern in Prag zu Ende. Österreich stelle 17 Teilnehmer, davon drei aus Vorarlberg. Patrick Nussbaumer (B12) und Luca Kessler (B16) vom SK Hohenems erzielten solide 4,5 Punkte aus 9 Partien und holten damit exakt 50 % der möglichen Punkte. Für Patrick bedeutete dies gegenüber der Startrangliste eine Verbesserung, der 82. Rang von 151 Teilnehmern ist für ihn daher ein großer Erfolg. Luca Kessler hingegen dürfte sich wohl deutlich mehr erwartet haben. Bis zur 6. Runde ließ der Zwischenstand von 4 Siegen bei 2 Niederlagen noch auf ein gutes Gesamtergebnis hoffen, doch in den restlichen 3 Runden lief dann nicht mehr viel zusammen. Lediglich ein halber Zähler kam noch dazu, Luca fiel damit in der Tabelle auf Schlussrang 53 zurück.
Das beste Ergebnis aller österreichischen Teilnehmer gelang Annika Fröwis (Bregenz/Lustenau). Annika eroberte 6 Punkte und den 10. Gesamtrang in der Kategorie G18 (59 Teilnehmerinnen).
Russland stellte mit 186 Spielern das größte Kontingent und gewann mit 5 mal Gold, 3 mal Sílber und 2 mal Bronze auch mit Abstand die meisten Medaillen. Polen unterstrich mit 2 Goldmedaillen seine Stärke auch im Nachwuchsbereich. Die Schachnation Armenien kam auf eine Gold- und zwei Silbermedaillen. Insgesamt scheinen 17 Länder in der Medaillenstatistik auf. Die Dominanz der Osteuropäer ist nach wie vor erdrückend. Insgesamt haben die Österreicher mit einem Rang unter den ersten 10 (Annika Fröwis) sowie drei weiteren Top 20-Plätzen (Martin Christian Huber, Lukas Handler, Anna-Lena Schnegg) einen guten Eindruck hinterlassen, wenngleich da und dort der eine oder andere Traum von einer Spitzenplatzierung nicht in Erfüllung gegangen ist.
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