Einen feinen Turniersieg gibt es aus der Schweiz zu vermelden. Emilian Hofer spielte am vergangenen Sonntag das Finalturnier des Züri Supercups 2010 und gewann ungeschlagen vor der in Vorarlberg bestens bekannen Gilda Thode aus Winterthur. In dem 7-rundigen Schnellschachturnier (10 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug) besiegte Emilian seine härteste Rivalin gleich zwei mal. Im Turnier selbst und dann noch einmal im Stickkampf um den Turniersieg. Während Emilian bei zwei Remis gegen Stefan Künzi und Poun Piknoreak 5 Partien gewann, musste Gilda Thode nur gegen Emilian die Segel streichen und kam so ebenfalls auf 6 Punkte. Obwohl nach Buchholz und SB klar vorne, musste nach Schweizer Turnierregelement ein Stichkampf gespielt werden. Emilian bestens in Schuss durch diverse Blitzturnierteilnahmen im Land behielt die Ruhe und gewann auch diese Partie. Emilian hatte sich damit als einziger Nicht-Schweizer in der Science City der ETH in der das Jugendschach seinen fixen Platz hat, einmal mehr durchgesetzt. Bild: Emilian Hofer (SK Hohenems) und Gilda Thode (SG Winterthur)
Das Absamer BL-Wochenende begann mit einer knappen 2,5 : 3,5 Niederlage gegen Ranshofen. Das Freitagsmatch war ein echter Bundesliga-Fight auf Biegen und Brechen der ein etwas kurioses Ende fand. Zunächst gelang es unseren Spielern einige schlechte und sogar verlorene Stellungen zu halten. Valery Atlas bot gegen GM Medvegy eine glänzende Verteidigungsleistung und auch sein Bruder Dmitry hielt IM Dovzik jederzeit auf Distanz. Mit Sorgen hingegen mussten lange Zeit die Partien von Robert Sandholzer, Matthias Burschowsky und Leon Nussbaumer betrachtet werden. Allen dreien gelang es aber irgendwie, zum Teil mit großem Glück zu überleben. Ausgerechnet die einzig wirklich besser stehende Partie entglitt Guntram Gärtner dann bei knapper Zeit. Guntram stand ganz unter dem Eindruck des kritisch stehenden Wettkampfes und war überzeugt, seine Partie unbedingt gewinnen zu müssen. Das ging schief und nach einem Bauerneinsteller war dann sogar der ganze Punkt weg. Schade, aber der Ranshofener Sieg ging insgesamt in Ordnung. Bild: Der erst 15-jährige Leon Nussbaumer holte in seiner erst dritten Bundesligapartie gegen Wolfgang Hackbarth erstmals ein Remis und nimmt aus diesem Wochenende sicher jede Menge Motivation mit.
15 GM's (bei 18 Partien) wurden in den drei Startrunden in Graz auf den SK Hohenems "angesetzt". Die geballte Großmeister-Power und auch ein bisschen Pech verfehlten dann in den Runden 1 und 2 auch nicht ihre Wirkung.
Gegen Meister Jenbach sah es recht lange so aus, als ob wir einen gleichwertigen Kampf liefern können. Einige Spieler des Hohenemser Teams waren aber sichtlich noch nicht warm gespielt, drei Partien kippten nach und nach auf die Seite des Meisters. Die Jenbacher konnten ihren Lauf aus dem Vorjahr fortzusetzen. Das 4,5 : 1,5 wiederholten sie dann auch in Runde 2 und 3 und setzten sich gleich wieder an die Tabellenspitze.
Das Match der zweiten Runde gegen Fürstenfeld war sehr eng und leider reichte selbst eine 2,5 : 1,5 Führung nicht, um ein erstes, zählbares Mannschaftsergebnis zustande zu bringen. GM Rozentalis lehnte in vorteilhafter Stellung ein Remisangebot ab, was sich am Ende bitter rächen sollte. Der Fürstenfeld-Legionär Kurnosov zauberte einen Mattangriff aufs Brett, für die Verwertung unseres Übergewichts am Damenflügel blieb keine Zeit.
Null Mannschaftspunkte nach zwei Runden. Dabei war auch die Hohenemser Personalauswahl mit den GM's Rozentalis, Bogner und Baramidze sowie Valery Atlas, Marco Baldauf und Georg Fröwis durchaus eine beachtliche. Der schwerste Gegner des Wochenendes wartete am Sonntag. Baden trat mit 6 GM's und einem Mannschaftsschnitt von 2621 gegen uns an. Wir hatten im Schnitt pro Brett 166 und in Summe satte 1000 ELO-Punkte weniger. Niemand hätte wohl einen Pfifferling auf uns gewettet, doch die Sensation gelang. Zunächst gerieten wir durch die dritte Niederlage von GM Ed Rozentalis, der in Graz ein rabenschwarzes Wochenende erlebte, in Rückstand. Marco Baldauf machte diesen mit seinem Sieg gegen die österreichische Nummer 2, GM David Shengelia aber wieder wett. Shengelia hatte eine vorteilhafte Stellung überzogen. David Baramidze, Valery Atlas und Georg Fröwis (mit fast 400 ELO-Punkte weniger) hielten ihre prominenten Gegner sicher auf Distanz. Neuzugang GM Sebastian Bogner (Bild, mit den weissen Steinen spielend) blieb es vorbehalten, mit einem weiteren Remis gegen GM Alexander Beliavski den Sack zuzumachen. Sebastian spielte das Endspiel sogar mit einem Mehrbauern, der allerdings nicht zu verwerten war. Ein historisches 3:3 wurde Wirklichkeit. In 16 Bundesligajahren und 6 Europacupteilnahmen gelang uns noch nie auch nur annähernd ein positives Resultat gegen eine so starke Mannschaft.
Die nächsten Runden 4 bis 7 werden vom 20. bis 23. Jänner 2011 wieder in Graz gespielt.
Mit 11 Kindern stellte der SK Hohenems beim Rallye-Turnier in Bregenz zahlenmäßig eine beachtliche Abordnung. Mit Julian Mathis (Bildmitte)konnte sich einer von Helmut Cyris' Schützlingen auch einen Klassensieg holen. Nebst der Schüler- und Jugendgruppe bot Organisatorin Helene Mira erstmals auch ein Schnupperturnier für Kinder an, die noch keine oder nur wenig Turniererfahrung haben. In dieser Schnuppergruppe holte sich Julian mit 6 Punkten aus 7 Partien den ersten Rang. Auf 4 Punkte und den 4. Rang brachte es Maurice Marte, einen Punkt erreichte Mert Can.
Bei den Schülern erreichte Alexa Nussbaumer den hervorragenden 5. Rang bei 27 Teilnehmern. Sie holte 3,5 Punkte aus 5 Partien und unterlag dabei lediglich dem Turniersieger David Pernsteiner. Die Weltmeisterschaft und die zugehörige Vorbereitung haben Alexa ein wesentliches Stück weiter gebracht. Achter wurde Mert Öztürk mit 3 Punkten. Auf zwei Punkte kamen Tunahan Bas, Timo Bader und Justin Kaufmann.
Ein bisschen enttäuscht über seinen 7. Rang in der Jugendgruppe (3 aus 5) war der zuletzt doch recht erfolgsverwöhnte Vincent Nussbaumer. (die 100 % von der JBLMM sind noch gut in Erinnerung) 2,5 Punkte erreichte Julian Kranzl und 2 Punkte der freiwillig in der Jugendgruppe angetretene Patrick Nussbaumer.
Am Freitag ist es soweit. In der steirischen Landeshauptstadt Graz treffen sich die 12 Bundesliga Mannschaften zu den ersten drei Runden der neuen Saison. Für den SK Hohenems kommt es gleich knüppeldick. Mit Jenbach (in Runde 1) und Baden (in Runde 3) stehen gleich die beiden Topfavoriten auf dem Programm. Nicht genug damit, mit Fürstenfeld wartet in Runde 2 ein stets brandgefährlicher Gegner, mit dem wir in 15 bisherigen Bundesligajahren eine neagtive Bilanz aufzuweisen haben.
Allgemein wird heuer mit einer stärkeren Bundesliga gerechnet als im vergangenen Jahr. In den Kampf um den Titel können nebst Jenbach und Baden wohl am ehesten Maria Saal und Fürstenfeld eingreifen. Styria Graz, Wulkaprodersdorf und das launische Lackenbach (das Team mit den zwei Gesichtern) sind im Mittelfeld zu erwarten. Hohenems und Zillertal waren letztes Jahr hinten und müssen erst beweisen, dass sie mehr Wert sind. Von den drei Aufsteigern ist, jedenfalls vom Mannschaftskader her gesehen, St. Veit an der Glan wohl stärker als Salzburg und Pöchlarn einzuschätzen. Die Kärtner sind in der Saison 2008/09 mit Pauken und Trompeten aus der 1. Bundesliga abgestiegen, haben aber postwendend den Wiederaufstieg geschafft. Mit Neuzugang Zoltan Ribli in ihren Reihen ist den Kärntnern beim zweiten Versuch im Oberhaus Fuß zu fassen wesentlich mehr zuzutrauen.
Interessantes Detail am Rande: heuer herrscht in der ersten Bundesliga Parität: es stehen sich je 4 Vereine aus dem Westen (Hohenems, Jenbach, Zillertal, Salzburg), der Mitte (St. Veit/Glan, Maria Saal, Styria Graz, Fürstenfeld) und dem Osten (Pöchlarn, Baden, Wulkaprodersdorf, Lackenbach) gegenüber.
Live-Übertragung (Freitag ab 16.00 Uhr, Samstag ab 14.00 Uhr, Sonntag ab 10.00 Uhr)