Jeden Dienstag von 14.00 bis 15.40 Uhr heißt es an der Volksschule Hohenems-Markt wieder volle Konzentration. Schachtrainer Helmut Cyris hat zusammen mit VS-Lehrerin Sabrina Haid den neuen Einstiegskurs für die Jüngsten begonnen. Vorgegangen wird nach der Stappen-Methode, einem in den Niederlanden entwickelten und seit Jahren erprobten Programm, um Kinder systematisch mit dem nicht so ganz leicht zu erlernenden Strategiespiel Schach vertraut zu machen. Am letzten Dienstag waren die Gangart der Läufer, Türme und Damen an der Reihe. Die Kinder üben an den Brettern und helfen sich gegenseitig, wenn mal nicht gleich alles ganz klar ist. Gearbeitet wird auch mit speziell für die Kleinen vorbereiteten Diagrammvordrucken, in denen die für eine bestimmte Figur zugänglichen Felder markiert werden. Gegen Ende der Trainingseinheit wird mit Suchbildern die Aufmerksamkeit und das scharfe Sehvermögen der Kinder getestet. Die Suchbilder sehen sich zum Verwechseln ähnlich und haben mit Schach eigentlich gar nichts zu tun. Die Kinder müssen die paar meist sehr kleinen und kaum auffallenden Unterschiede finden. "Damit wird die Aufmerksamkeit der Kinder und auch die Fähigkeit, die Übersicht in komplexen Situationen zu behalten, trainiert", so Trainer Helmut Cyris. "Das sind auch beim Schach ganz wichtige Voraussetzungen, um ein guter Spieler bzw. eine gute Spielerin zu werden".
Von den 18 Kindern sind auch einige Mädchen dabei, die meisten sind aus den ersten Klassen, doch kommen auch einige aus der Vorschule und zwei sogar aus dem Kindergarten.
Unser ehemaliger Klubkollege GM Jan Gustafsson sorgt seit geraumer Zeit auf und neben dem Brett für Aufsehen in der deutschsprachigen Schachszene. Gusti war ja bekanntlich einer jener Rebellen, die dem Deutschen Schachbund für die Olympiade in Khanty-Mansiysk letztlich eine Absage erteilten. Unstimmigkeiten über die Betreuung und adequate finanzielle Bedingungen führten zur Absage und in der Folge zu teilweise sehr emotionalen Statements. Jan Gustafsson beteiligte sich jedoch nie an irgendwelchen Schlammschlachten sondern reagierte auf seine Weise. Letztlich war Jan dann doch in Khanty bei der Olympiade dabei, als Coach der Dänen, die mit dem 19. Rang ein Jahrhundertergebnis erzielten. Nach Kritik an der Situation in Deutschland zeigte er selbst, wie es besser geht. Das beeindruckt.
Seine Seite Jan Gustafsson bietet eine Kolumne in der Jan die internationale Schachszene auf pointierte Art kommentiiert. Weiters sind zu finden: die Rubrik Partienanalysen mit guten Analysen topaktuell gespielten Partien und vielem mehr, u.a. Jan Gustafsson lehrt Schach. Seine Seite ist eine absolute Bereicherung im deutschsprachigen Informationsangebot. Sehr empfehlenswert, öfters mal hinein zu schauen.
Am Schachbrett war Gusti schon sehr lange Profi. Jetzt ist er auch Medienprofi. Wir wünschen ihm am hart umkämpften Sponsoringmarkt jedenfalls viel Erfolg. Gusti war 10 Jahre lang Bundesligaspieler beim SK Hohenems, die letzten 5,6 Jahre in einer Führungsrolle. Rein wirtschaftliche Gründe haben dazu geführt, dass Jan ab heuer unseren Mitkonkurrenten, den Österreichischen Meister SK Jenbach verstärkt. Es kann leicht sein, dass bei der Startrunde der Bundesliga am 19. November in Graz (Hohenems trifft dabei auf Jenbach) Gusti auf der gegnerischen Seite Platz nehmen wird. Dass der Hohenems Coach dabei eine ganz kleine Träne verdrücken wird müssen, wird niemand merken. Im Profigeschäft gibt es keine Sentimentalitäten.

Beim ersten Rallyeturnier der neuen Saison fehlten tws. bedingt durch die WM-Teilnahme die bekannteren Namen aus der Hohenemser Nachwuchsriege. Trotzdem schaffte es Helmut Cyris, 6 Schüler und 2 Jugendliche in Nüziders/Bad Sonnenberg an den Start zu bringen.
Einen beachtlichen 5. Rang mit 4 Punknte aus 5 Runden schaffte dabei Mert Öztürk. Er hatte damit genau so viel Punkte wie die drei Erstplatzierten David Pernsteiner/Lustenau, Nils Proyer/Dornbirn und Julian Halwachs/Rankweil. Die Ränge 7 und 8 belegten mit guten 3 Punkten Tunahan Bas und Justin Kaufmann. Julian Mathis und Felix Leindl kamen auf zwei Punkte (Ränge 14 und 15) und Timo Bader auf 1,5 / Rang 17. (19 Teilnehmer in der Schülerklasse)
Julian Kranzl musste erstmals in der Jugendklasse an den Start wo die Konkurrenz doch ungleich stärker ist als in der Schülerklasse. Am Ende standen 2 Punkte un der 14. Rang zu Buche, ein Ergebnis mit dem Julian nicht ganz zufrieden gewesen sein dürfte. Nur einen Platz dahinter mit ebenfalls 2/5 landete Aydan Bas, die damit vor Rebecca Rauch und Marta Pilsan bestplatziertes Mädchen in der Jugendklasse wurde.
Linkes Bild, vordere Reihe: Julian Mathis, Felix Leindl und Justin Kaufmann (v.l.n.r.) Hintere Reihe: Mert Öztürk, Tunahan Bas und Timo Bader (v.l.n.r.) Teilnehmer der Schülerklasse.
Rechtes Bild: Aydan Bas und Julian Kranzl, Teilnehmer der Jugendklasse
Starke Leistung von Günter Amann beim 7-rundigen Open in Luzern. Günter erkämpfte sich in 7 Runden (kompakt in 4 Tagen gespielt) 4,5 Punkte gegen durchwegs sehr respektable Konkurrenz. Damit belegte er bei 72 Spielern in der Kategorie A den 13. Rang. Günter blieb in diesem Turnier ungeschlagen. Er remisierte gegen eine Reihe starker IM's wie: Miklos Galyas (2484), Gyula Meszaros (2425), Alexander Beletzky (2454) und Hansjuerg Kaenel (2349).
Turniersieger wurde der Bulgare IM Petar Arnaudov (6 Punkte) vor GM Normunds Miezis (Lettland) und IM Maxime Aguettaz (Frankreich)



Eine ganz starke Vorstellung gelingt Patrick Nussbaumer (Bild Mitte) bei der Jugendschach-WM in der Kategorie U10. Er holt 6 von 11 möglichen Punkten und landet damit auf dem 63. Rang bei 154 Teilnehmern. Patrick gelingen 4 Siege (u.a. gegen den Chinesen Dai Wenzhi in der letzten Runde) und 4 Remis bei nur 3 Niederlagen. Emilian Hofer (rechtes Bild)erkämpfte in dem 11-rundigen Marathon 4,5 Punkte was bei 156 Teilnehmern Platz 114 bedeutete. Gerade in der U12 Kategorie war die Leistungsdichte enorm. Emilian hatte in den Runden 6 bis 8 eine Durststrecke zu überwinden und war in der letzten Runde nicht gerade vom Losglück begünstigt. Mit dem Sieg gegen den Russen Artem Kalyapin in der 9. Runde gelang ihm aber ein Bravourstück und in Runde 10 remisierte er gegen den Schweizer Meister Martin Schweighoffer.
Einen schweren Stand hatte Alexa Nussbaumer (Bild links) in der Gruppe Girls U08. Immerhin gelangen ihr 3 Siege und mehrere Partien waren lange und schwer umkämpft. Dabei spielte die erst 7-jährige Alexa - sie kann auch 2011 nochmals bei U8 antreten - einmal länger als 2,5 Stunden und 93 Züge - eine beachtliche Leistung für ein 7-jähriges Mädchen. Mehr als Rang 77 bei 80 Teilnehmerinnen war diesmal aber nicht zu holen. Die Ergebnisse der anderen Vorarlberger: Luca Kessler (SK Dornbirn, U14): 6 aus 11 / Rang 48 (128 Teilnehmer). Fabian Matt (SK Wolfurt, U16): 5,5 aus 11 / Rang 74 (140 Teilnehmer). Michaela Kessler (SK Dornbirn, Girls U16): 5,5 aus 11 / Rang 43 (97 Teilnehmerinnen)