Das Absamer BL-Wochenende begann mit einer knappen 2,5 : 3,5 Niederlage gegen Ranshofen. Das Freitagsmatch war ein echter Bundesliga-Fight auf Biegen und Brechen der ein etwas kurioses Ende fand. Zunächst gelang es unseren Spielern einige schlechte und sogar verlorene Stellungen zu halten. Valery Atlas bot gegen GM Medvegy eine glänzende Verteidigungsleistung und auch sein Bruder Dmitry hielt IM Dovzik jederzeit auf Distanz. Mit Sorgen hingegen mussten lange Zeit die Partien von Robert Sandholzer, Matthias Burschowsky und Leon Nussbaumer betrachtet werden. Allen dreien gelang es aber irgendwie, zum Teil mit großem Glück zu überleben. Ausgerechnet die einzig wirklich besser stehende Partie entglitt Guntram Gärtner dann bei knapper Zeit. Guntram stand ganz unter dem Eindruck des kritisch stehenden Wettkampfes und war überzeugt, seine Partie unbedingt gewinnen zu müssen. Das ging schief und nach einem Bauerneinsteller war dann sogar der ganze Punkt weg. Schade, aber der Ranshofener Sieg ging insgesamt in Ordnung. Bild: Der erst 15-jährige Leon Nussbaumer holte in seiner erst dritten Bundesligapartie gegen Wolfgang Hackbarth erstmals ein Remis und nimmt aus diesem Wochenende sicher jede Menge Motivation mit.

 

 

 

Für Traurigkeit blieb nicht lange Zeit. Schon am nächsten Tag gegen Schwarzach war Wiedergutmachung angesagt. Mit Michael Bezold und Marco Baldauf war am Samstag Vormittag Verstärkung aus München angereist. Bild: Marco Baldauf, er spielte zwei mal mit weiß gute Partien, war dann aber in der Chancenverertung mit sich selbst nicht zufrieden.

 

 

 

 

 

 

Schon die deutlich veränderte Aufstellung verfehlte offenbar ihre Wirkung auf unseren Gegner nicht. Im Wettkampf selbst gelang es uns recht bald, ganz im Gegensatz zum vortägigen Match, auf verschiedenen Brettern Druck auszuüben und schlechter standen wir eigentlich nirgends. Robert Sandholzer brachte uns dann mit einer sauberen Konterpartie in Führung. Bild: Robert Sandholzer mit Wechselbad am Freitag, Gewinnzug ausgelassen, dann mausetot, am Ende ins Remis entschlüpft. Beeindruckend dann am Samstag, der Gegner war ohne Chance. 

 

 

 

 

 

Dmitry Atlas legte ebenfalls mit dem vollen Punkt nach. Guntram Gärtner auf Brett 4 sicherte sich, nachdem er sich schon auf der Siegesstraße wähnte, das Remis. Damit lagen wir bald 2,5 : 0,5 in Führung. Bild: rechts Guntram Gärtner mit guten Leistungen (am Sonntag hervorragend) aber unglücklich doch nur 50 % der möglichen Punkte. Dmitry (links) blieb ungeschlagen mit 2 aus 3. Die beiden spielten als einzige durch. Die anderen 6 Spieler dieses Wochenendes gönnten sich jeweils einen Ruhetag.

 

 

 

 

 

 

Marco Baldauf stand lange gut, mußte sich im weiteren Verlauf aber den Endspielkünsten von GM Hans-Joachim Hecht beugen. Die Schwarzacher verkürzten noch einmal. Valery Atlas führte seine zweite Schwarzpartie an diesem Wochenende trotz Minusbauern sicher in den Remishafen. Bild: der Ranshofener GM Zoltan Medvegy (links) probierte am Freitag alles, doch Valery hielt stand.

 

 

 

 

 

 

Michael Bezold war es dann vorbehalten in seiner ersten Partie nach zwei Jahren Abwesenheit mit einer druckvoll vorgetragenen Partie den Endstand von 4:2 sicherzustellen. Bild: Michael Bezold, er wob wie einst Anatoly Karpow sein Spinnennetz und schnürte den Gegner völlig auf seiner Seite ein. Im Leichtfigurenendspiel triumphierte der Springer über den Läufer.

 

 

 

 

 

 

Am Sonntag kam es dann zum Duell mit den zweitplatzierten Kufsteinern. Valery Atlas und Robert Sandholzer ließen es gut sein und übergaben an Matthias Burschowsky und Leon Nussbaumer, die am Samstag eine Pause eingelegt hatten. Dass der zweite Mannschaftssieg an diesem Wochenende gelang, dafür zeichneten vor allem Guntram Gärtner aber auch Matthias Burschowsky verantwortlich. Beiden gelang es mit den schwarzen Steinen ihre Gegner auszukontern. Guntram brachte Hohenems früh in Führung, Matthias machte bei 2,5 ; 2,5 den Sack dann endgültig zu. Michael Bezold überstand eine schwierige Eröffnungsphase, mehr als Remis war aber nicht möglich. Volle Erfolge waren eventuell auch bei Dmitry Atlas und Marco Baldauf möglich, doch beide Male konnten die Gegner noch entwischen. Leon spielte lange zäh und verbissen. Ein Bauerngewinn in der Eröffnung erfolgte auf Kosten der Entwicklung, am Ende musste das Material mit Zins und Zinseszins zurück gegeben werden und die Stellung war nicht mehr zu halten. Bild: Matthias Burschowsky bei seiner Partie gegen Josef Ager.

 

 

 

Fazit der Runde: man sah eine kämpferische Mannschaft aus Hohenems, die 4 Matchpunkte waren verdient. In der Zwischenwertung steht das Team nach 6 von 11 Runden auf Platz 2. Mit +2 gelang eine Wiederholung des ersten Dreierwochenendes. Auch die anderen Vorarlberger Mannschaften zeigten gutes Schach. Bregenz holte 5 Mannschaftspunkte und hat seine Tabellenführung ausgebaut. Der Aufstieg in die 1. Bundesliga ist für die Bodenseestädter zum ersten mal eine realistische Perspektive. Dornbirn spielte ohne GM Sergeev und machte mit den Jugendspielern Damian Karrer und Luca Kessler eine sehr gute Figur. Angeführt von IM Milan Novkovic sammelte Dornbirn 3 wertvolle Mannschaftspunkte, liegt nach 6 Runden auf einem Nichtabstiegsplatz und hält sich alle Chancen auf den Klassenerhalt offen. Auch Götzis hat die ersten zwei Punkte auf dem Konto, die Karten für den Weiterverbleib in der Westliga stehen trotzdem nicht allzu gut. Der Weggang von IM Dobosz macht sich deutlich bemerkbar. Götzis wird wohl sein Hauptaugenmerk auf die Landesliga richten um sich dort die so begehrte "Rückversicherung" für die 2. Bundesliga zu holen.

2. Bundesliga-West