Traumhafte Bedingungen am Wörthersee, 30 von 36 möglichen Punkten, nur ein entfesseltes Siegerteam aus Neusiedl, mit den ultrastarken Mesaros-Brüdern verhinderte den totalen Triumph des Teams der Volksschule Hohenems-Markt beim Bundesfinale der Volksschulen im Jugendgästehaus Cap Wörth in Velden. Schon vor Beginn der Wettkämpfe war klar, dass die Titelverteidigung ganz schwer werden würde, denn die Favoritenrolle war doch auf Seiten der Burgenländer, die mit Doppelstaatsmeister Florian Mesaros auf dem Spitzenbrett aufwarten konnten. Der Zufall wollte es, dass die direkte Begegnung der beiden Titelaspiranten gleich in der ersten Runde ausgetragen wurde. Die Burgenländer konnten mit dieser Situation letztlich besser umgehen und sicherten sich mit dem 3:1 bereits den entscheidenden Vorsprung für den Rest des Turniers. In den folgenden 8 Runden waren das Team aus Neusiedl und Hohenems dann nämlich gleichwertig, beide Mannschaften holten noch jeweils 29 Punkte, womit der Vorsprung dann aber nie mehr wett gemacht werden konnte. Am Ende kam Neusiedl auf 32 Punkte (genau gleich viel übrigens wie Hohenems im letzten Jahr) und Hohenems auf 30. Der Dritte, Gallneukirchen aus Oberösterreich lag mit 21 Punkten bereits deutlich abgeschlagen zurück. Bild, mit Wörthersee im Hintergrund: Sabrina Haid, Schachlehrerin der VS Hohenems-Markt mit ihren Schützlingen Patrick, Noah, Felix, Julian und Alexa.
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Der Schachclub Chur organisierte anlässlich des Mitropacups auch ein Rahmenprogramm u.a. ein Simultan mit Altmeister Viktor Kortschnoi und ein Juniorenturnier. Erstaunlich war, wie der mittlerweile 79-jährige Kortschnoi gegen 30 Gegner über viele Stunden seine Runden zog. Die sicherlich sehr kräftezehrende Veranstaltung endete mit einem 26,5 : 3,5 Sieg Kortschnois. Helene Mira ließ es sich nicht nehmen, den Meister zu fordern, verlor jedoch. Eine bleibende Erinnerung und ein Erfahrungsgewinn war es aber allemal. Wer sich nicht mehr genau erinnern kann, was Kampfgeist am Schachbrett eigentlich bedeutet, dem sei empfohlen, einmal einer solchen Veranstaltung mit Viktor Kortschnoi beizuwohnen.
Beim Juniorenturnier U18 waren mit Emilian Hofer (12 Jahre) und Felix Bahl (14 Jahre, SK Bregenz) auch zwei Teilnehmer aus Vorarlberg an Start. Bild: die beiden bei ihrer Partie am Spitzenbrett. Emilian siegte dann auch unangefochten mit 6,5 Punkten aus 7 Partien. Felix wurde mit 6 Punkten Zweiter. Insgesamt waren 34 Teilnehmer am Start.
Nun hatten die Kids wahrlich eine anstrengende Staatsmeisterschaft in Eisenstadt hinter sich, doch der Hunger nach Schach scheint einfach nicht zum Stillen zu sein. Schon auf der langen Rückreise ins Ländle wurden die Reiseschachsets ausgepackt. Milan Novkovic übte sich einmal mehr in seiner Spezialdisziplin, dem Blindsimultanspiel. Die drei Gegner waren Emilian Hofer, Laslo und Vincent Nussbaumer. Maximilian Hofer (mit dem Rücken zur Kamera) überwachte die richtige Ausführung der Züge auf den Brettern. Es dauerte nicht lange und Milan hatte die drei Punkte eingeheimst. Nicht genug, zwei Tage nach der Rückkehr ruft sich Milan die drei Partien ins Gedächtnis zurück und dokumentiert sie in seiner ChessBase Datenbank. Hier sind sie: Blindsimultanpartien
Überflüssig zu betonen, dass der angehende A-Trainer bei seinen Schützlingen mit solchen Einlagen ganz hoch im Kurs steht. Milan und Julia, aber auch alle anderen im Vorarlberger Nachwuschsschach engagierten Trainer dürfen nach Absolvierung von 4 von 6 Altersklassen bei den österr. Staatsmeisterschaften mehr als zufrieden sein. Vorarlberg führt mit 2 Gold, zwei Silber und einer Bronzemedaille die Medaillenbilanz aller Bundesländer an. Nächste Woche wird der Reigen der Nachwuchsstaatsmeisterschaften mit den Klassen Mädchen und Buben U8 und U10 in Bad Leonfelden (OÖ) abgeschlossen.

Knapp an den Medaillen vorbei, aber sowohl Alexa als auch Patrick konnten sich gegenüber der letztjährigen Staatsmeisterschaft steigern. Alexa kam im Oberösterreichischen Bad Leonfelden mit 3 Punkten auf Rang 4 bei den Mädchen U8 (Tschagguns 2009: 2 Punkte/Rang 6). Patrick verbesserte sich gegenüber Tschagguns um einen halben Punkt und 4 Plätze. Mit dem 5. Rang (5 Punkte aus 7 Partien) hat er sich sowohl für die EU-Meisterschaften in Mureck als auch für die Weltmeisterschaften in Griechenland qualifiziert. Auch Alexa als Vierte ist bei den Weltmeisterschaften startberechtigt. Damit stellt der SK Hohenems für die WM in Griechenland gleich drei Teilnehmer, Emilian Hofer hatte sich ja schon vor zwei Wochen beim U12 Bewerb qualifiziert. Allerdings übernimmt der ÖSB für Dritt- bis Fünftplatzierte keinerlei Kosten und auch keine Betreuung. Bevor das griechische Märchen wahr werden kann sind also noch etliche organisatische und finanzielle Fragen zu klären. Für den SK Hohenems sind die Spitzenplatzierungen der drei bei den diesjährigen Staatsmeisterschaften in jedem Fall eine sehr schöne Bestätigung der intensiven Nachwuchsarbeit.
Staatsmeisterschaften: U8 Mädchen und Buben U10 Mädchen und Buben
20 Schnellschachfans, 2 mehr als am ersten Abend kamen zum 2. Turnier der Hohenemser Schnellschachserie 2010. In der Meisterklasse siegte Günter Amann klar mit 4,5/5 und 2 Punkten Vorsprung vor drei punktegleichen Spielern. Zweiter wurde Herbert Tschedemnig (SK Dornbirn) vor den ex aequo auf Rang drei liegenden Rainer Bezler (SK Lustenau) und Robert Jedlicka. Bild: Günter Amann (links) besiegt in der vorletzten Runde Pascal Levy und geht mit einem Punkt Vorsprung in die letzte Runde.
In der Meisterkandidatenklasse gab es eine knappe Entscheidung zu Gunsten von Kurt Kaufmann. Kurt siegt mit 4/5 vor der punktegleichen Annika Fröwis dank des Sieges in der direkten Begegnung. Dritter wird Elvedin Crnkic vom Schachklub Plehan-Derventa.
Ebenfalls zwei Punktegleiche auf Platz 1 und 2 gab es in der allgemeinen Klasse. Die bessere Buchholzwertung hatte dabei Sergiy Yakovlyev vor Andreas Kezic aufzuweisen. Dritter wurde Hubert Graier vom SK Lustenau.
Der Modus mit drei in etwa ausgeglichenen Gruppen bewährt sich. Es gibt viele spannende Partien und einen dramatischen Turnierverlauf. In der Gesamtwertung nach zwei Turnieren führt Rainer Bezler klar mit 200 Punkten vor Herbert Tschedemnig und Robert Jedlicka je 140 Punkten. Das nächste Turnier - das letzte vor der Sommerpause - wird in drei Wochen, am 18. Juni 2010 gespielt.