

Schach für alt und jung, Schach in allen seinen Facetten bekamen Akteure und Zuseher an diesem Abend in der sehr attraktiven Umgebung des Atriums der Firma OMICRON electronics in Klaus präsentiert. Kurz vor der Abreise zum Bundesligafinale in Graz mischten sich die Spieler des SK Hohenems mitten unters Schachvolk und zeigten ihr Können bei Simultan, Uhrenhandicap, Blindsimultan oder einer Studienpräsentation. Am Rande gab es interessante Kontakte von Menschen aus der Geschäfts- und der Schachwelt. Der Geschäftsführer der Firma OMICRON, Martin Pfanner hieß die Teilnehmer höchstpersönlich willkommen und war interessierter Beobachter der verschiedenen Darbietungen. Bericht unter .
Beitrag Faszination Schach von ORF Vorarlberg
Ex-Weltmeister und Vizeweltmeister beim lockeren Spielen mit Patrick Nussbaumer (Hohenems) und Nils Proyer (Dornbirn), beide U8, am Rande der Veranstaltung. Dieser Schnappschuss zeigt vielleicht am besten den einerseits ernsthaften und doch sehr entspannten Charakter der Veranstaltung in Klaus.
Schach in dieser Form ist neu, zumindest in Vorarlberg. "Business meets Chess" war die Kernidee und beim hinterherigen Googeln fand der Initiator heraus, dass diese Idee gar nicht neu war, ja der Slogan wortgleich schon einmal verwendet wurde, von der Emanuel Lasker Gesellschaft für eine Veranstaltung im November 2003 in Berlin (Link: Emanuel Lasker Gesellschaft) . Großes Ehrenwort des Veranstalters in Klaus: der Slogan war nicht geklaut, die Grundidee "das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden" war die gleiche, sogar im Programm kam bei beiden Veranstaltungen das Element Blindsimultan vor. Während jedoch in Berlin im Kaminzimmer des Hotels Adlon nur geladene Gäste empfangen wurden war in Klaus Groß und Klein auf den Beinen, für jeden der neugierig war, war das Atrium des Firma OMICRON geöffnet. Damit wollen wir den Vergleich Berlin / Vorarlberg auch schon beenden. Berlin ist Berlin und Klaus ist Klaus.
Für Vorarlberg und den SK Hohenems war das Programm an diesem Abend sicherlich optimal, die 71 Bretter waren praktisch alle besetzt, der Saal randvoll mit Aktiven und staunendem Publikum. Viele Mitarbeiter der Firma OMICRON nutzten an diesem Abend die Gelegenheit, Valery und Dmitry Atlas, beide Software Ingenieure bei OMICRON, einmal selbst beim Schach über die Schultern zu schauen.
Ein voller Erfolg war das Sponsorensimultan bei dem die Dr. Christoph Nussbaumer Strategy Consulting G.m.b.H von Gattin Maria und den Söhnen Patrick und Vincent vertreten war (die beiden anderen Nussis, Leon und Laslo spielten in der Vbg. Jugensauswahl). Im VKW-Team spielten Wolfgang Alge, Bernd Hehle und Horst Tomaselli. Das Volksbankteam bestand aus Karl Spiegel und Dr. Christian Mahringer. OMICRON war vertreten durch Holger Schindler und Ulrich Ilg. Elmar Graf von der Firma Graf Elektronik Dornbirn, ein passionierter Schachfreund war krankheitsbedingt an diesem Abend leider verhindert.
Vielleicht mit der größten Begeisterung dabei war Vorarlbergs Schachnachwuchs gegen die Ex-Jugendwelt- und Vizeweltmeister Arik Braun und David Baramidze. Die beiden zeigten sich dann auch meist großzügig, wenn eine Partie recht rasch verloren ging und spielten geduldig eine zweite. Voll des Lobes war Arik Braun über den 11-jährigen Luca Kessler, der ihm als einziger nach einer starken Vorstellung ein Remis abtrotzen konnte.
Dass die Begeisterung fürs Schach nicht nur bei den Jüngsten anzutreffen ist, sondern der Virus, so einmal davon "befallen" sich bis ins hohe Alter hält bewiesen unsere Senioren, die sich sehr zäh gegen Valery atlas zur Wehr setzten. Auch hier gelang dem Seniorenteam durch ein Remis von Helmut Cyris ein Achtungserfolg.
Einer sehr schwierigen Aufgabe zu stellen hatte sich Dmitry Atlas gegen eine Publikumsauswahl, denn hier waren durchwegs einige Kaliber bis hinauf in die Vorarlberger landesliga anzutreffen. Hier konnte Reinhard Forster den einzigen Sieg eines Teilnehmers verbuchen. Ein Unentschieden erreichten: Gilbert Jost, Andreas Fischer, Karl ladenhauf, Walter Büchele, Günter Berchtold, Peter Notegger und Erik Hillgarter.
Sportlich im Mittelpunkt des Interesses stand das Uhrenhandicap-Match zwischen GM Ed Rozentalis und einer Vbg. Vereinsauswahl welches mit 6:2 für Rozentalis endete. Ein Remis erreichten hier: Julia Novkovic, Helene Mira, Georg Fröwis und Robert Sandholzer. Um die Schwere der Aufgabe zu zeigen, sei an dieser Stelle auch erwähnt, welche Kaliber zu bezwingen waren, um den deutlichen Sieg sicherzustellen: Peter Gsteu, Alex Schmidlechner, Armin Kranz und Hugo Brugger mußten an diesem Abend die Punkte in Klaus lassen.
Für großes Staunen sorgte die Blindsimultanvorstellung von Milan Novkovic gegen drei Vorarlberger Landesligaspieler. Nachdem alle technischen Fragen geklärt waren (Stephan Hofer assisitierte dankenswerterweise bei der Ausführung und Übermittlung der Züge) ging es zur Sache. Schon nach etwas mehr als einer Stunde stand das 2,5 : 0,5 für Novkvovic fest. Ingo Lais holte das Remis, die Segel streichen mußten hingegen Kurt Kaufmann und Dr. Philipp Längle.
Auch die von Günter Amann vorbereiteten Schachstudien sorgten für ein großes Aha-Erlebnis bei vielen Teilnehmern. Schachstudien sind Schach in seiner reinsten Form, hier tritt die Schönheit des Spiels wohl am klarsten zu Tage.
Bei den Symphatiewerten gepunktet haben Rozentalis, Baramidze, Braun und Co. dann sicher bei den abschliessenden Statements, wo den Teilnehmern durchaus einige Rosen gestreut wurden. Der Abend begann und endete mit viel Applaus für Gastgeber, Veranstalter und Akteuere. Jeder Teilnehmer erhielt unmittelbar nach Ende der Veranstaltung ein kleines Geschenk zur Erinnerung an eines der sicherlich schönsten Schachevents der vergangenen Jahre in Vorarlberg. Das Team Hohenems indessen machte sich auf nach Graz zu den Schlussrunden der Bundesliga.
Das Event hatte einen ausserordentlichen Widerhall in den Medien, schon die halbseitige Ankündigung in den Vorarlberger Nachrichten aber besonders der 3-minütige Video-Beitrag auf ORF Vorarlberg sprengten bisher gewohntes.
Business meets Chess, die Idee, Schach mit der Wirtschaft in Tuchfühlung zu bringen elektrisiert. Dazu ein Kommentar von Manfred Strauss, Prozessmanager und Mitglied der Geschäftsleitung bei OMICRON electronics: "Ich möchte mich bei Euch für dieses tolle Event bei uns im ODC (OMICRON Development Center, Anm.) bedanken. Mit Begeisterung habe ich beobachtet wie hervorragend alles organisiert war, wie Spieler und Gäste mit Eifer und Enthusiasmus am Werk waren oder Besucher auch "nur" wie gefesselt dem Geschehen beigewohnt haben. Die Leistungen die präsentiert wurden waren für mich verblüffend. Zur Veranstaltung habe ich bisher nur positives Feedback erhalten. Gratulation!Die Grundidee "Business meets Chess" hat den Nagel wohl auf den Kopf getroffen. Die möglichen Assoziationen zwischen Schach und der Geschäftswelt (Strategie, menschliches Können, etc.) sind perfekt."In Bregenz entdeckte kürzlich die Raiffeisenbank Schach als verbindendes Element zur eigenen Belegschaft. Bei einer Mitarbeiterversammlung der Raiffeisen Vorarlberg unter dem Motto ŽTesten Sie unsŽ war der Schachklub Dornbirn eingeladen. Milan Novkovic testete dabei die Mtarbeiter im Schach.
Schach hat viel zu bieten! Mit Fantasie und Energie gilt es die Chancen zu suchen und zu nutzen. "Business meets Chess" soll in diesem Sinne der Auftakt gewesen sein. Denn zumindest für überregional tätige Schachvereine ist Schach selbst längst zum Business geworden. Wer sich in der Bundesliga langfristig etablieren will, ja sogar Europacupträume träumt, kommt um eine solides Marketingkonzept nicht herum. Sich auf dem Fundraising- und Sponsoringsmarkt zu behaupten bzw. Erfolge zu erzielen ist eine riesige Herausforderung, jeder der es schon mal selbst versucht hat weiss das.Die Zeit des "bettelns und lästig seins" um auch ein paar Euro abzubekommen ist längst vorbei. Werden wir uns bewußt, was wir zu bieten haben: Wir trainieren bei ernsthafter Beschäftigung mit Schach Eigenschaften und Werte die bei Mitarbeitern in modernen Unternehmen unverzichtbar sind. Diese Werte sind Grundlage von MA-Qualifikationen nach denen die Personalabteilungen der Hightechbranchen händeringend suchen.
Die Bundesliga Live-Übertragungen ziehen mittlerweile tausende Schachfans in ihren Bann, was hier aufgebaut wurde ist im Grunde nichts anderes als ein Schach-TV, das schon längst ein sehr interessanter potentieller Partner der Internet-Werbebranche ist. Vor allem hier gilt es in den nächsten Jahren die Chancen fürs Schach zu nutzen.
