(Ex-) Hohenemser mischen Tiroler Schachszene auf
- Reinhard Kuntner
Die beiden Schneemänner rechts haben beide kürzlich das 16. Internationale Lienz Open gespielt und einen sensationellen Bericht in Wort und Bild verfasst, den die Redaktion der geneigten Leserschaft auf keinen Fall vorenthalten möchte. Näheres ist auf der Seite des SK Innsbruck Pradl zu finden. Nun, den Schneemann rechts kennen wir natürlich alle, es ist unser Matthias Burschowsky, der für Hohenems in der 2. Bundesliga-West und fallweise auch in der 1. Bundesliga spielt. Doch auch der Schachfreund links ist kein Unbekannter. Philipp Lins hat in den Jahren 2003 bis 2005 noch als Mittelschüler ebenfalls zwei Jahre für Hohenems in der VBG-Liga gespielt. Derjenige der beim SK Pradl seit einiger Zeit als Obmann die Fäden zieht und für den derzeitigen Pradler Höhenflug wohl die Hauptverantwortung trägt ist ebenfalls ein Ex-Hohenemser nämlich Dieter Monz. Dass Dieter nicht vergessen hat, aus welchem Nest er stammt, beweist er immer wieder durch seine Besuche und engen Kontakte zu seinen alten Hohenemser Schachkumpels. Dieses Jahr ließ er sich sogar wieder dazu überreden, in den Kader der zweiten Hohenemser Mannschaft aufgenommen zu werden und nach Jahren immerhin wieder eine Partie für Hohenems zu spielen. Die Pradler sind heuer in die Tiroler Landesliga aufgestiegen und dort so richtig der Hecht im Karpfenteich. Nach 8 von 11 Runden liegen die Pradler auf Rang drei. Matthias erreichte beim Lienz Open mit 6 Punkten aus 9 Partien den ausgezeichneten 28. Rang und Philipp Lins mit 5/9 den ebenfalls noch guten 64. Rang bei mehr als 200 Teilnehmern.
Der SK Hohenems wünscht seinen Innsbrucker Emigranten weiterhin viel Erfolg und Spaß. Dass die Stimmung beim SK Pradl sensationell gut sein muss, spürt jeder schon beim Anschauen der vielen Bilder und beim Lesen der pointierten Berichte auf der Pradler Homepage. Mander, weiter so!
Austria Jugendcup 2010/11: Dornbirn gewinnt Vorrundengruppe Vorarlberg vor Hohenems und Bregenz
- Reinhard Kuntner
Der Austria Jugendcup - Vorrundengruppe Vorarlberg - brachte Dramatik pur bis zur letzten Runde. Die Ausgangslage vor dem entscheidenden Match zwischen Hohenems und Dornbirn: Hohenems führte mit einem Matchpunkt und daher hätte ein 2:2 den Hohenemsern schon genügt, Dornbirn musste gewinnen. Beide Teams mobilisierten zu diesem Finale die jeweils stärksten Teams, auf Dornbirner Seite stieg ertsmals auch Staatsmeister Luca Kessler in den Ring. Auf Brett zwei und drei gab es das Brüderduell Enno und Nils gegen Laslo und Vincent Nussbaumer. Auf Brett 4 spielte Amazone Martha Pilsan gegen Julian Kranzl. Entscheidend für den Wettkampfausgang war sicherlich das glatte 2:0 der Proyer's gegen die Nussis. Auf Brett 4 ließ Martha Pilsan nie irgendwelche Gegenchancen zu und remisierte sicher, damit konnte Dornbirn den Pokal aus der Höhle des Löwen nach Dornbirn entführen. Auf Brett 1 errichtete Luca Kessler gegen Emilian Hofer eine Berliner Mauer und in der Folge wurde lange um kleine positionelle Vorteile gerungen. Bei schon knapper Bedenkzeit, beide Spieler hatten schon weniger als zwei Minuten auf der Uhr, brachten die weissen Mehrbauern die Entscheidung zu Gunsten von Emilian Hofer. Für das Team brachte das nichts mehr, doch zeigte Emilian in dieser Partie, dass er ebenfalls zu den besten seines Fachs in der Vorarlberger Nachwuchsszene gehört. Bild: Sieger Dornbirn mit Senthil Abhinav, Nils und Enno Proyer sowie Martha Pilsan (v.l.n.r.)
Hohenems zog in diesem neuen Teambewerb von Beginn weg an die Spitze und hatte in den ersten 6 Runden überhaupt nur ein Remis abgegeben. In der vorletzten Runde wurde auch Bregenz, dass allerdings durch das Fehlen eines Spielers gehandicapt war noch mit 4:0 besiegt. Nachdem aber Matchpunkte vor Brettpunkten zählen war allen klar, dass es auf die letzte Runde ankam. Das Antreten von Luca Kessler war für seine Teamkameraden offenbar wie eine Moralspritze. Trotz der eigenen Niederlage trug Luca wesentlich dazu bei, dass Hohenems noch auf Rang 2 verwiesen werden konnte. Die Einzelwertungen der Hohenemser schauen dennoch beeidruckend aus: Emilian Hofer 5 aus 5, Laslo Nussbaumer 6 aus 7, Vincent Nussbaumer 5 aus 6, Julian Kranzl 5,5 aus 6 und Patrick Nussbaumer 3,5 aus 4 (Reihenfolge wie auf Bild v.l.n.r.) Patrick spielte auch zwei Partien in der zweiten Hohenemser Mannschaft und holte dort weitere 1,5 aus 2 in Summe also 5 aus 6.
Bregenz hatte mit Felix Bahl und Alexander Fürst zwei Spieler auf Brett 1 und 2 die in ihren Altersklassen zu den allerbesten im Lande gehören, beide haben auch nur eine einzige Partie verloren und mit 5,5 aus 7 (Felix) und 6 aus 7 (Alexander) ebenfalls Topergebnisse erspielt. Auch Matthias Böhler auf Brett 3 kam mit 4,5 aus 7 noch deutlich über die 50 % Marke. Lediglich auf Brett 4 fiel Bregenz etwas ab und konnte daher nicht in den Titelkampf eingreifen. Der dritte Rang mit 10 Mannschafts- und 18 Brettpunkten war aber ungefährdert. Bregenz hat mit dem dritten Platz zwar die Qualifikation für das Finale des Austria-Cups (15. - 17. April in Salzburg) verpasst, kann jedoch im Falle geringerer Beteiligung anderer Bundesländer noch auf einen freien Startplatz hoffen.
Mit zwei Mannschaftsiegen in den letzten beiden Runden (davon einmal kampflos gegen Lochau) gelang Hohenems 2 noch der Vorstoss auf Rang 4. Die fleissigsten Punktesammler in dieser Mannschaft waren Jan Medwed (3,5) und Ekrem Coskun (4 Punkte). Auf Rang fünf kam Dornbirn 2 zu liegen. Herausragend hier Ilija Martic mit 5,5 aus 7, aber auch seine Schwester Matea Martic (U10) legte mit 3 aus 7 eine Talentprobe ab. Auf Rang 6 landete schließlich Rankweil. Rankweil schaffte als einziges Team ein 2:2 Unentschieden gegen Turniersieger Dornbirn. Stützen waren Juliane Halwachs (4,5 aus 7) und Miachel Kuhn 2,5/7 dem in der vorletzten Runde ein vielbeachter Sieg gegen Enno Proyer gelang. Noch schwer in diesem Feld sehr guter Mannschaften taten sich Hohenems 3 und Lochau. Das direkte Duell ging kampflos 4:0 an Hohenems 3.
Der Austria Cup ist eine Bereicherung im Nachwuchsschach. Es war nicht ganz leicht das Turnier in seinem ersten Jahr noch in einen bereits fertigen und sehr vollen Terminkalender zu pressen, doch mit viel Engagement aller teilnehmenden Vereine gelang auch das. Nachwuchsturniere sind meist Einzelturniere, dabei haben Teambewerbe speziell seit der Einführung der Regel "Matchpunkte vor Brettpunkten" einen ganz besonderen Reiz. Die Kinder genossen diese Turnierform sichtlich. Von insgesamt 49 Spielern waren immerhin 7 Mädchen dabei.
Vincent Nussbaumer gewinnt U14 LEM mit 100 %, weitere Medaillen für Aydan Bas, Julian Kranzl und Patrick Nussbaumer
- Reinhard Kuntner



Die Nachwuchs-Landesmeisterschaften 2011 sind abgeschlossen. Für Hohenems gab es noch einmal Spitzenplätze in den verschiedenen Altersklassen. Einen weiteren Titel, den vierten für den SK Hohenems erkämpfte sich Vincent Nussbaumer (Bild: erster von links) in der Kategorie U14. Im direkten Duell gegen den Topfavoriten Felix Bahl (SK Bregenz) gleich zu Beginn des Turniers behielt Vincent die Oberhand. Im weiteren Verlauf gaben sich sowohl Vincent als auch Felix keine Blöße mehr und gingen als Erster und Zweiter mit einem Punkt Abstand durchs Ziel.
Ein dramtisches Finale gab es in der Gruppe U12 in der gleich vier bis fünf Titelanwärter am Start waren und sich nur der Landesmeister für die Staatsmeisterschaften qualifizieren konnte. Eine Runde vor Schluss lag noch Patrick Nussbaumer (Bild rechts) in Front, vor Alexander Fürst und Julian Kranzl (Zweiter von rechts). In der letzten Runde kam es zum Hohenemser-Duell Patrick Nussbaumer gegen Julian Kranzl. Während Patrick in den fünf Partien davor mit großartigem Schach glänzte, ging die Partie gegen den Klubkollegen recht schnell verloren. Verdienter Sieger war damit am Ende ALexander Fürst (SK Bregenz), der sich mit einem vollen Erfolg in der letzten Runde den begehrten Titel sicherte. Julian schob sich mit dem Sieg selbst noch an die zweite Stelle. Für Mert Ötztürk galt es in diesem ultrastark besetzten Turnier Erfahrungen zu sammeln. In der letzten Runde gelang ihm ein beachtliches Remis gegen Nils Proyer.
In der Mädchengruppe - hier spielten 8 Teilnehmerinnen von U8 bis U16 - gab Aydan Bas (Zweite von links) lediglich zwei Remis ab. Dies reichte zum zweiten Rang. Siegerin wurde Martha Pilsan (SK Dornbirn), Dritte Juliane Halwachs (Rankweil). Alexa Nussbaumer war die Jüngste und belegte mit 4 Punkten aus 7 Runden den 5. Rang punktegleich mit Matea Martic (SK Dornbirn).
In Hohenems bei den U16/U18 LEM brachte die letzte Runde keine großen Überraschungen mehr. Kai Medwed gewann, Emilian Hofer remisierte, Leon und Laslo Nussbaumer gewannen ebenfalls und sorgten mit den Plätzen 3 und 4 für einen Hohenemser Vierfach-Sieg. Für Ekrem Coskun und Jan Medwed war es gegen zum Teil wesentlich erfahrenere Gegner nicht leicht. Beiden gelangen aber doch einige beachtliche Partien und ganz leer ging niemand aus.
Mit insgesamt 4 Gold-, 3 Silber- und 2 Bronzemedaillen war der SK Hohenems der mit Abstand erfolgreichste Verein.
Hohenems hat zwei weitere Landesmeister: Emilian Hofer (U16) und Kai Medwed (U18)
- Reinhard Kuntner

Bereits eine Runde vor Schluss dürfen Emilian Hofer und Kai Medwed den Titelgewinn in ihren Altersklassen feiern. Besonders bemerkenswert bei Emilian Hofer: der Blondschopf aus Altach (Bild rechts) wurde erst vor ein paar Wochen 13 Jahre alt und ist freiwillig in der Alterkategorie U16 angetreten. Dies war auch deshalb möglich, weil er bereits durch seine ELO-Zahl für die U14 Staatsmeisterschaften qualifiziert ist. Nun eröffnet sich Emilian die Möglichkeit, an beiden Staatsmeisterschaften teilzunehmen. Kai Medwed wird bei seiner Partie gegen Leon Nussbaumer aufmerksam von Freundin Michaela Kessler (SK Dornbirn) beobachtet. Für Kai war es die erste Qualifikation für eine Einzelstaatsmeisterschaft. Zu den U16/U18 Staatsmeisterschaften vom 16. bis 21. April (Karwoche) dürfen die beiden somit gemeinsam fahren. Michaela war als amtierende U16 Staatsmeisterin ohnehin schon für die Titelkämpfe in Wien vorqualifiziert. In der letzten Runde geht es nur noch um die Platzierungen. Die besten Chancen auf Rang 2 (U16) hat Leon Nussbaumer und auch Bruder Laslo hat trotz zweier Niederlagen in den Runden 5 und 6 noch gute Chancen auf Rang 3.
