Am Freitag fehlte der Schiedsrichter. Am Samstag gab es eine 30 Minuten dauernde Dunkelheit bei einem Lichtausfall. Am Sonntag verloren wir den Wettkampf unglücklich. Der Mannschaftsführer vergisst einen Spieler... Trotzdem brachten wir 10 œ Punkte mit nach Hause.
Spielertrainer und Coach Heinz Grabher berichtet von den Runden 4 bis 6 der 2. Bundesliga-West:
Turbulent ging es zu an diesem Wochenende. Dabei begann es für Hohenems sehr vielversprechend: Jenbach wurde am ersten Tag von Hohenems II mit 4:2 besiegt.
Das war ein Wettkampf, wie aus dem Bilderbuch. Dabei konnte Coach Heinz Grabher seinen Gegner sehr schnell niederringen ? in einer Lehrpartie zum Thema: ?Mit einer Batterie verlierst du nie!? Auch Günter Amann überspielte seinen jungen Widersacher mit einem sehenswerten Konterangriff. Georg Fröwis kam nie in Gefahr gegen den IM Ludwig Deglmann. Starken Kämpfergeist zeigte Milan Novkovic, der ein ausgeglichenes Turmendspiel bis zum technischen Ende ausspielte und dabei seinen Gegner Helmut Kleissl mächtig unter Druck setzte. Marco Baldauf sah lange als Sieger aus in einem sehr guten Endspiel gegen Carlo Micheli, während Matthias Burschowsky eine sehr gute Stellung ruinierte und auf Verlust stehend weiterkämpfte. Dabei machte er das unmögliche wahr und schaffte in aussichtsloser Stellung noch ein Patt! Wenig später musste Marco Baldauf seine Gewinnversuche gegen Carlo Micheli aufgeben und ins Remis einwilligen. Ein starker Auftritt unserer Mannschaft!
| Brett | Hohenems II | 4 - 2 | Jenbach II |
| 1 | Georg Fröwis | 1/2 | Ludwig Deglmann |
| 2 | Marco Baldauf | 1/2 | Carlo Micheli |
| 3 | Milan Novkovic | 1/2 | Helmut Kleissl |
| 4 | Heinz Grabher | 1 - 0 | Wilfried Höllrigl |
| 5 | Günter Amann | 1 - 0 | Daniel Schnegg |
| 6 | Matthias Burschowsky | 1/2 | Martin Schnegg |
Ein Kuriosum an diesem Tag: Während an einigen Tischen noch die Partien im Gange waren, setzten sich die sechs Spieler von Inter Salzburg Süd, mit den Schwazer Spielern an sechs Tische, bewegten ein paar Schachfiguren, schrieben diese Bewegungen auf ein Partieformular, schüttelten sich gegenseitig die Hände und machten ein 3-3 Unentschieden. Angeblich war das der vorgespielte Wettkampf vom Sonntag. Da bin ich gespannt, was die Bundesligakommission dazu sagen wird.
Am Samstag wurde unser Team durch Fred Feistenauer verstärkt. Doch es zeigte sich, dass die nominell schwächeren Schwazer sehr gefährliche Gegner waren: die Partie von Georg Fröwis sah sehr erfolgversprechend aus. Aber Georg Fuchs ist ein zäher Gegner, wehrte alle Angriffe unseres Georgs ab und konnte am Schluss noch die Partie gewinnen. Das war ein kleiner Schock für den Mannschaftscoach. Denn auch an den anderen Brettern sah es eher düster aus. Marco stand sehr sicher, aber ein Gewinn war nicht zu entdecken. Milan wurde von seinem Gegner Christof Kondrak angeflogen, dass der Coach um den ganzen Punkt fürchtete. Günter hatte erst eine sehr gute Stellung und kam plötzlich unter starken Druck, Matthias stand nach einem Eröffnungsexperiment auf Verlust und Fred versank in langes Nachdenken und begann am Brett zu schwimmen. Doch dann ? Licht aus um 17:30 Uhr. Es wird stockdunkel im Saal. Nach einigen unruhigen Minuten, die keine Erleuchtung bringen hört man den Schiedsrichter: ?Uhren bitte auf dem mittleren Knopf abstellen!? Es beginnt eine mehr als 30 Minuten lange Pause. An den Tischen in Eingangsnähe sieht man etwas mehr. Einige Spieler sitzen an den Brettern und denken ?gratis? über die Stellung nach. Aber es ist die Spannung aus den Partien verschwunden. Dann endlich kommt ein Techniker und bringt Licht. Das Spiel geht weiter. Und wie das Spiel weitergeht: es dauert zwei Züge und der Gegner von Milan gibt auf. Kurz darauf folgt der nächste Punkt für Hohenems ? Matthias gewinnt seine verlorene Partie und so geht es Schlag auf Schlag. Wir gewinnen 4 œ - 1 œ! Nur die zwei Füchse der Schwazer waren zu stark für uns?
| Brett | Schwaz | 1,5 - 4,5 | Hohenems |
| 1 | Georg Fuchs | 0 - 1 | Georg Fröwis |
| 2 | Michael Gruber | 0 - 1 | Marco Baldauf |
| 3 | Christof Kondrak | 0 - 1 | Milan Novkovic |
| 4 | Helmut Angerer | 0 - 1 | Günter Amann |
| 5 | Gerhard Streiter | 0 - 1 | Matthias Burschowsky |
| 6 | Stefan Fuchs | 1/2 | Fred Feistenauer |
Der Sonntag brachte wieder einen neuen Schiedsrichter und einen neuen Spieler für Hohenems. Robert Sandholzer ersetzte Günter Amann. Bei diesem Wettkampf gab es eigentlich zwei gute Stellungen für Hohenems: Matthias und Robert hatten sehr gute Endspiele, die es zu verwerten gab. Doch es war nicht unserer Tag: Milan übersah einen Bauerndurchmarsch des Gegners und verlor überraschend. Georg stand sehr aktiv, war vielleicht zu ungeduldig im Angriff und landete in einem verlorenen Endspiel. Mit seiner Zähigkeit konnte er seinem Gegner noch lange in einem Endspiel Dame ? Turm widerstehen, musste schließlich doch aufgeben. Alexander Eybl ließ Heinz nicht zu aktivem Spiel kommen, stellte sich sicher auf um alle Angriffe abzuwehren ? mehr als Remis konnte Heinz nicht entdecken. Auch Fred konnte gegen Mühlbacher keinen Vorteil erringen. Die beiden Endspiele von Matthias und Robert wurden von den Gegnern schließlich gehalten. Somit gab es mit 4-2 eine recht hohe Niederlage für Hohenems II.
| Brett | Rum | 4 - 2 | Hohenems |
| 1 | Florian Gatterer | 1 - 0 | Georg Fröwis |
| 2 | Alexander Bertagnolli | 1 - 0 | Milan Novkovic |
| 3 | Alexander Eybl | 1/2 | Heinz Grabher |
| 4 | Andreas Jedinger | 1/2 | Matthias Burschowsky |
| 5 | Berhard Mühlbacher | 1/2 | Fred Feistenauer |
| 6 | Matthias Gatterer | 1/2 | Robert Sandholzer |
Nach dem Remisschluss von Robert hatte es Coach Heinz Grabher plötzlich recht eilig, denn in 10 Minuten fährt ein Zug Richtung Vorarlberg, den es zu erreichen gilt. Milan und Fred sind schon vorgegangen und warten. Schließlich wird dieser Zug noch erreicht ? aber am Bahnhof dann ein Schreck: wo ist Georg Fröwis? Mit einem Auto der Bregenzer oder Götzner mitgefahren? Ein Telefonanruf auf seinem Handy fruchtet nicht, da es ? wie es sich für einen Schachspieler gehört ? ausgeschaltet ist.
Wenig später dann im Zug meldet Matthias, dass seine Partie nicht mehr zu gewinnen war. Und auch, dass wir Georg vergessen haben! Oje, oje! Da muss sich der Coach noch bei Georg revanchieren!
2. Bundesliga-West
