Unsere 14. Saison in der Bundesliga beginnt in St. Veit/Glan und wir spielen zum ersten mal in einem Palast. So nennt sich jedenfalls, nicht unbescheiden, das nach Plänen von Ernst Fuchs gebaute und gestaltete Kunsthotel. Die Aufnahme stammt aus dem Saal Andromeda in dem in weniger als einer Stunde die ersten Züge der neuen Saison gespielt werden, denn Spielbeginn ist ab heuer am jeweils ersten Spieltag 16.00 Uhr, lt. Turnierleiter Werner Stubenvoll die einzige Neuerung in dieser Saison, denn die Abstimmung über die Einführung einer neuen Wertung <Mannschaftspunkte vor Brettpunkten> scheiterte bekanntlich an einer Mehrheit aller Bundesligavereine.
Neuerungen gibt es dennoch ein paar mehr, zumindest in den Teamlisten einiger Mannschaften. Gesichtet wurden unter anderem schon Nakamura, Sutovski, Movsesian und mit Chernin ein alter bekannter der Liga. Alle spielen für den Wiener Aufsteiger Husek Wien. Positiv aufgefallen ist auch ein "neuer" jedenfalls um zig Kilogramm erleichterter und sportlich fit wirkender Peppi Klinger.
Mal sehen, was die neue Saison noch alles an Überraschungen bringen wird. Unsere Spieler nutzen die verbleibende Zeit noch zur Vorbereitung auf den ersten Wettkampf gegen Veranstalter St. Veit. Unsere Matches des Wochenendes:
Freitag: St. Veit/Glan 2 - 4 SK Hohenems
Samstag: SK Hohenems 3 - 3 Styria Graz
Sonntag: SK Absam 3,5 - 2,5 SK Hohenems
Live-Übertragung
Freitag, 7. November 2008, Runde 1: St. Veit/Glan - SK Hohenems 2 : 4
Das war ein Auftakt nach Maß in eine schwere Saison. Die erste Hürde ist genommen, das ungemein wichtige erste Match gegen einen ambitionierten Aufsteiger, der sich zu Hause von seiner besten Seite zeigen wollte konnte souverän gewonnen werden, keine einzige Partie ging verloren. Ich habe dabei selten eine so konzentriert und entschlossen wirkende Hohenems-Mannschaft erlebt wie gestern.
Schon nach ca. einer Stunde schien es, dass Georg Fröwis, der seine erste Partie in der Bundesliga spielte, seinen Gegner, den kroatischen IM Hrvoje Jurkovic, mit Haut und Haaren auffressen würde. Ein Qualitätsgewinn war möglich, der wohl sehr gute Gewinnchancen geboten hätte. Georg entschied jedoch mit Bauerngewinn auf Mattangriff zu spielen. Er behielt auch damit eine jederzeit deutlich bessere Stellung doch konnte er sich nicht entscheidend durchsetzen und mußte kurz nach dem 40. Zug ins Remis einwilligen.
Bei Ed Rozentalis zeichnete sich zunächst ein kompliziertes Mittelspiel ab. Sein ukrainischer Gegner Vaszilij Sikula bot früh remis an, Ed als Weissspieler lehnte ab und dann ging es sehr schnell. Nach ein, zwei schwächeren Zügen schlug ein Springer auf f7 ein, entscheidender Materialgewinn war nicht mehr zu vermeiden. Kaum 20 Züge gespielt, verbuchten wir den ersten vollen Punktegewinn der neuen Saison.
Schon vor Wettkampfbeginn gab es eine kleine Überraschung, denn der Listenerste der St. Veiter Ante Brkic erschien nicht, anstatt dessen nahm Martin Neubauer an Tisch 1 Platz. Damit gab es auf Brett 1 ein vorgezogenes Olympiaduell Austria - Germany. Neubauer spielte sehr umsichtig und ohne Risiko, Jan Gustafsson hatte kaum Aussichten auf aktives Gegenspiel und akzeptierte relativ früh die Punkteteilung.
Die Partie der Runde zeichnete sich schon recht bald auf Brett 4 ab zwischen Valery Atlas (Bild) und Davor Rogic. Valery in letzter Zeit nicht gerade von Erfolgen verwöhnt und immer noch seine Form suchend, gelang dabei ein Meisterstück, das - so Ed Rozentalis Kommentar nach der Partie - im romantischen Opferstil eines Adolph Andersen (Anm: Meisterspieler in der Mitte des 19. Jahrhunderts) erfochten wurde.
Nach etwas ungewöhnlicher Aufstellung der schwarzen Gäule entschied Valery, sich die Chance auf Mattangriff zu spielen, nicht entgehenen zu lassen. Die Zuseher im Turniersaal und zu Hause vor den PC-Bildschirmen durften dann eine spektakuläre Treibjagd auf den schwarzen König über das gesamte Brett bis ins weisse Lager hinein mitgenießen. Das war mit Sicherheit nicht nur die beste Partie unseres Wettkampfs sondern der gesamten Runde.
Nachdem David Baramidze gegen seinen jungen kroatischen Gegner Marin Bosiocic nach und nach mit den schwarzen Steinen ausgleichen konnte und das nach einigen Distanzschlägen erfolgte Remisangebot akzeptierte, stand 3 : 1 für Hohenems. Auf den Brettern 5 und 6 kämpften zu diesem Zeitpunkt noch Milan Novkovic und Georg Fröwis. Die Basis für ein gutes Ergebnis war gelegt, doch mußten die beiden ihre Partien noch erfolgreich zu Ende führen.
Georg nahm, nachdem der Vorteil sich weitgehend verflüchtigt hatte, kein Risiko mehr und erzwang mit einer Zugwiederholung das Remis. Milan hingegen geriet gegen den alten Haudegen Franz Hölzl zusehens unter Druck und hatte alle Hände voll zu tun, um die stärker werdende Initiative des Neo - St. Veiters unter Kontrolle zu halten. Mit der nötigen Geduld hätte es Franz eventuell auch schaffen können, den schon sehr passiv stehenden Hohenemser entscheidend auszumanövrieren. Milan meinte allerdings nach der Partie, dass er immer zuversichtlich war, die Stellung halten zu können. Geduld ist aber wie jeder weiß nicht gerade Franz' größte Stärke, es erfolgte ein unerzwungener Damentausch, danach war das Endspiel Läufer gegen Springer ausgeglichen und wurde nach wenigen Zügen remis gegeben. Nach Ansicht von Jan Gustafsson war die Stellung allerdings auch ohne Damentausch zu halten, nachdem Milan in der anderen Variante eine Öffnung der Stellung im Zentrum erwungen und damit gutes Gegenspiel mit der Dame bekommen hätte.
Die anderen Wettkämpfe brachten bis auf das Duell des amtierenden Meisters Baden gegen Pamhagen keine großen Überraschungen. Husek Wien setzte sich wie erwartet hoch gegen die nur mit österreichischen Spielern angetretenen Ansfeldner durch. Styria und Jenbach gewannen minimal und die Neuauflage der brisanten Begegnung zwischen Holz Dohr und Maria Saal endete 3 : 3 Unentschieden. Für Meister und Europacup-Fighter Baden begann die neue Saison ernüchternd. Das 2 : 4 gegen die stark aufgestellen Burgenländer aus
Pamhagen war gleich ein ordentlicher Dämpfer, da darf dann nicht mehr allzu viel passieren, wenn Baden weiterhin als einer der Titelanwärter gehandelt werden will.
Samstag, 8. November 2008, Runde 2: SK Hohenems - Styria Graz 3 : 3
Der Hohenems-Motor kam heute ins Stottern, er starb aber nicht ab. Es lief sichtlich nicht nach Wunsch, dennoch, nach Ende des Wettkampfs stand ein gerechtes 3 : 3 Unentschieden zu Buche, mit dem wir nicht unzufrieden sein dürfen. Styria war ein unangenehmer Gegner, hauptsächtlich aus zwei Gründen.
Einmal "störte" ein frühes Remisangebot an Valery Atlas auf Brett 5. Noch am Abend zuvor dachten wir, dass Zoltan Ribli, der österreichische Bundestrainer, seinem Nationalspieler wohl ein solches freundliches Offert unterbreiten würde, zumal Zoltan bei der gegebenen Farbverteilung und der Gegnerkategorie von Spielern zu der auch Valery gehört doch der Ruf einer gewissen Friedfertigkeit vorauseilt. Ich ließ als Captain dem Spieler selbst die Entscheidung über, nach gewisser Zeit des Überlegens akzeptierte Valery, der Respekt vor dem ehemaligen Weltklassemann aus Ungarn war wohl zurecht sehr hoch. Damit war ein totaler Kampf auf allen Brettern wie wir es uns eigentlich für diese Saison vorgenommen haben nicht mehr möglich.
Der zweite Grund war, dass wir uns heute, nachdem Michael zum Team dazu gestoßen ist eine Änderung der Aufstellung überlegen mußten. "Never change a winning team" heißt es einerseits, anderseits, wir mußten ändern, das war klar. Eine verzwickte und wiederum unangenehme Situation, leider bot sich
nach der fast tadellosen Leistung vom Freitag niemand wirklich an, den man gerne pausieren lassen konnte. Schließlich einigten wir uns, maßgeblich mit Milans Einverständnis, dass Georg die Aufgabe auf Brett 6 übernehmen sollte.
Recht rasch nach der Punkteteilung auf Brett 5 lief jedoch gerade in Georgs Partie gegen den Styrianer Hatzl einiges schief. Die Stellung mit Minusqualität aber zwei Mehrbauern schien zunächst interessant und vielleicht sogar vorteilhaft, wenn es möglich gewesen wären, die beiden weissen Türme im Zaum zu halten. Hatzl schaffte es jedoch sich zu befreien, wonach die geballte Kraft des Turmpaares gegen die unterentwickelte schwarze Königstellung zum schnellen Zusammenbruch führte. Wir lagen hinten und mußten auf einen Punktegewinn auf den Brettern 1 bis 4 hoffen.
Gewissen Optimismus durfte man eine Zeit lang für Gustis Stellung haben, doch Shengelia konterte gekonnt und übernahm sogar die Initiative. Das etwas besser stehende Doppelturmendspiel war jedoch nicht zu gewinnen. Michael Bezold und Ed Rozentalis machten beide ihre Sache mit den schwarzen Steinen gut, in beiden Partien mußte man nie um das Remis fürchten. Michael spielte ein Stück weit eine Partie, die er gegen Luther schon einmal in der zweiten Liga spielte und verlor. Diesmal wartete er aber mit einer Verbesserung auf, die das Spiel ausglich. Ed und sein rumänischer Gegenspieler agierten beide äußerst umsichtig, gingen beide kein unnötiges Risiko ein. Beide waren schließlich auch mit der Punkteteilung recht zufrieden.
Den Augleichstreffer erzielte heute David (Bild) gegen Eva Moser. Dabei geriet er mit den weissen Steinen vorrübergehend in eine schlechtere Stellung, die sich erst drehte, als Eva unter starker Zeitnot einige Unachtsamkeiten unterliefen.
Das Resümee muß nach dem Spielverlauf für diese Runde dennoch positiv ausfallen. Ich wage zu behaupten, dass wir einen solchen Wettkampf gegen einen starken Gegner wie Styria in dem wir ordentlich unter Druck gerieten vor nicht allzu langer Zeit noch sang- und klanglos verloren hätten. Dass wir trotzdem ein postives Resultat erzielen konnten, darf als Zeichen gewertet werden, dass sich das ganze Team auch in wettkampfpsychologischer Hinsicht weiter entwickelt hat.
Der Spitzenkampf der Runde zwischen Holz Dohr und Husek Wien entschied der Aufsteiger aus der Bundeshauptstadt deutlich mit 4 : 2 für sich. Meister Baden zeigte sich von der Startniederlage erholt und ließ die tapferen Ansfeldner mit 5,5 : 0,5 büßen. Josef Klinger holte das Ehrenremis gegen Reinhard Lendwai.
Ein starkes Lebenszeichen gab unser morgiger Gegner Absam mit dem 3,5 : 2,5 Sieg gegen Wulkaprodersdorf von sich. Dieses Ergebnis ist vielleicht eine kleine Überraschung, aber definitiv nur eine kleine, denn die Absamer sind in Bestbesetzung nach St. Veit gekommen und demonstrieren bisher, dass sie gewillt sind, in dieser Saison ein gewichtiges Wort im Kampf um die
Plätze mitzusprechen. Aufsteiger St. Veit holte mit dem 3 : 3 gegen Pamhagen das erste Unentschieden in der höchsten Klasse. Mit Maria Saal wird auch heuer wieder zu rechnen sein. Heute gab es ein beachtliches 4 : 2 gegen Jenbach.
Sonntag, 9. November 2008, Runde 3: SK Absam - SK Hohenems 3,5 : 2,5
Im heutigen ersten West-Derby gegen Absam mußten wir die neue Stärke der Tiroler anerkennen. Dass Gusti heute pausieren würde, war schon vor drei Wochen klar und an diesem Plan änderten wir auch nichts. "Der frühe Spielbeginn am Sonntag, dazu die in Kürze beginnende Olympiade in Dresden, das ist nichts für einen alten Mann wie mich" so der Kommentar von Gusti (für Nichteingeweihte: die Person um die es sich hier handelt ist 29 Jahre jung) und gönnte sich aktive Erholung beim Schwimmen. Dass wir ihn also vorgaben hatte absolut nichts mit Geringschätzung des Gegners zu tun, sondern war schon lange so abgesprochen. Zu Geringschätzung wäre ohnehin zu keinem Zeitpunkt und bei keinem einzigen Gegner in dieser Liga Anlaß gewesen.
Die ersten zwei Stunden lief das ganze noch ohne Probleme, auf unseren Weissbrettern 2 und 4 zeichneten sich angenehmere Stellungen ab und so richtig schlecht standen wir zu diesem Zeitpunkt nirgends. Die Waagschale begann sich wie so oft in den letzten 15 Jahren in Wettkämpfen gegen Absam in der Partie gegen GM Schmittdiel zu Gunsten unserer Gegner zu neigen. In einer sicherlich nicht schlechteren Stellung verlor Milan den Faden und landete in einem verlorenen Endspiel Läufer gegen Springer mit einem Bauern weniger. Davor schafften es Ed Rozentalis gegen Goran Dizdar und Michael Bezold gegen Arkadij Rotstein ihre Schwarzpartien zu remisieren.
Auch auf Brett 6 erhielt der Absamer Michael Gerhold nach und nach das etwas angenehmere Spiel. In kritischer Stellung und bei nur mehr wenig Bedenkzeit für Gerhold entschied sich Georg den Gang der Dinge zu verschärfen. Gerhold fand aber gerade in dieser entscheidenden Phase meist die besten Züge. Einmal ließ er sich beim Ziehen sehr viel Zeit und machte nur Sekundenbruchteile vor dem Klappenfall gerade noch den Zug. Schließlich entschied der materielle Vorteil. Es stand 3 : 1 für den Gegner und in den beiden verbleibenden Partien von Valery und David hatten wir nicht viel mehr als das angenehmere Spiel vorzuweisen.
Die beiden kämpften jedoch verbissen, um den möglichen Ausgleich doch noch zu schaffen. Bei Valery verflachte das Spiel jedoch zusehends in ein totes Remis und er willigte schließlich, als gar nichts mehr ging, in die Punkteteilung ein.
Bei David ging plötzlich ein taktisches Manöver. Er opferte gleich reihenweise seine Bauern um einem der seinen den Weg zur Dame zu ebnen. Übrig blieben Turm und zwei Bauern gegen seine Dame. Die Stellung war für seinen Gegner Felix Levin bei total verbrauchter Zeit zu schwierig. Er überschritt in zuletzt verlorener Position die Zeit.
Der Absamer Sieg ging in Ordnung, er hätte sogar höher ausfallen können und nur Davids Geduld, Ausdauer und Sitzfleisch ist es zu verdanken, dass er aus der letzten noch laufenden Partie noch einen vollen Punkt für das Hohenemser Punktekonto beisteuerte. David war mit 2,5 Punkten aus 3 Partien der beste Scorer dieses Wochenendes. Valery spielte die wohl spektakulärste Partie und darf nach den 2 aus 3 (ohne Niederlage) zuversichtlich nach Dresden fahren. Jan Gustafsson remisierte zwei mal, versuchte aber in der zweiten Partie alles, um einen Vorteil nachzuweisen. Es hat in St. Veit nicht zu einem vollen Punkt gereicht, in Dresden gibts sicher einige Gelegenheiten voll anzuschreiben.
Ed Rozentalis hat an diesem Wochenende seine erste Partie für Hohenems gewonnen und kann nunmehr auf eine beeindruckende Gesamtbilanz von 9 Remis und einen Sieg aus zehn Partien verweisen.
Michael spielte in St. Veit zwei mal mit schwarz und hatte dabei keine großen Probleme gegen jeweils etwa gleich starke Gegner ein Remis sicherzustellen. Milan hatte gegen Hölzl sehr zu kämpfen, hielt die Stellung aber remis. Für das Schmittdiel-Problem konnte auch heuer keine Lösung gefunden werden, es ist wohl damit zu rechnen, dass dies einer neuen Schachgeneration vorbehalten bleibt. Schmittdiels Spielstil ist und bleibt für sämtliche Spieler unseres Vereins unverdaulich. Neueinsteiger Georg Fröwis (Bild), blieb mit 0,5 aus 3 unter seinen Möglichkeiten, doch werden dies sicherlich nicht seine letzten Bundesligapartien gewesen sein. Rückschläge sind dazu da verarbeitet und überwunden zu werden. Georg hat schon auf der langen Rückfahrt damit begonnen.
In der heutigen dritten Runde gab es die erste richtig große Überraschung. Maria Saal, das schon in den ersten beiden Runden seine Muskeln spielen hat lassen, fügte dem erklärten Meisterschaftsfavoriten Husek Wien seine erste Niederlage zu, welche mit 2 : 4 auch gleich ganz schön kräftig ausfiel. Das besondere daran war, dass beide 2700-er der Wiener von den Kärntnern entzaubert wurden. Markus Ragger spielte wahrscheinlich eine der stärksten Partien seiner bisherigen Laufbahn und überspielte Weltklassemann Sergei Movsesian mit den schwarzen Steinen. Er hat damit österreichische Schachgeschichte geschrieben, denn ein Sieg gegen einen Spieler aus den Top-15 der Welt mit mehr als 2730 ELO-Punkten, dazu noch mit schwarz ist eine Premiere.
Ab sofort gilt: auch für österreiche Schachspieler ist nichts mehr unmöglich! Danke Markus, damit bist Du zum Vorkämpfer einer neuen Generation von österreichischen Schachspielern geworden. Allen Kritikern und Schlechtrednern der österreichischen Bundesliga ist an einem solchen Tag zu empfehlen in sich gehen und ihre Position zu überdenken. Die österreichische Bundesliga hat den Rahmen für ein besonderes Ereignis geboten. Maria Saal und Markus Ragger haben die Herausforderung angenommen und wurden belohnt. Nur das kann die richtige Antwort auf die Entwicklung in der Bundesliga sein. Auch der zweite 2700-er, Hikaru Nakamura (Husek) mußte sich gegen den Slowenen Dusko Pavasovic (Maria Saal), geschlagen geben. Die Bretter 3 bis 6 der Kärntner hielten alle Remis. Nach dieser Großtat sind die Maria Saaler
verdientermaßen der erste Tabellenführer der Liga, punktegleich mit den mit vielen Vorschußloorbeeren bedachten Wienern. Auch Pamhagen ist in dieser Saison in eine neue Rolle geschlüpft und scheint weit oben in der Tabelle auf. Trotz zweier Niederlagen steht Meister Baden auf Grund des Kantersieges gegen Ansfelden im Vorderfeld. Absam und Hohenems stehen mit +1 auf den Plätzen 5 und 6. St. Veit und Styria Graz liegen mit genau 50%
auf den Plätzen 7 und 8. Jenbach hält sich mit -1 gerade noch über dem Strich. Unter diesem ominösen Strich befinden sich mit Holz Dohr und Wulkaprodersdorf zwei prominente Teams, für die so tiefe Tabellenregionen absolutes Neuland sind. Holz Dohr hatte allerdings das brutalste Programm der Runde, spielte aber immerhin an allen Tagen mit fünf Großmeistern. Die Luft ist dünn geworden in der Bundesliga, sehr dünn. Leichte Runden gibt es nicht mehr. Einzig Ansfelden ist bereits klar abgerissen, doch auch das Spielen gegen den Aussenseiter ist keine einfache Sache, Pflichtsiege zu machen will gelernt sein.
Die Runden vier bis sieben werden vom 22. bis 25. Jänner 2009 in Graz gespielt.
Ergebnisse
