Hohenems II erkämpft sich bei den Vorarlberg-derbys am ersten Bundesligawochen-ende einen Platz im Mittelfeld. Dabei war das Glück nicht auf der Seite der neu formierten 2. Hohenemser Mannschaft. Das Lampenfieber forderte seinen Tribut vor allem bei den jungen Spielern: mehrere gute Stellungen wurden zum Remis vergeben oder sogar noch verloren. Zu den Punktelieferanten zählten die erfahrenen Spieler Heinz Grabher (2,5 aus 3) und Günter Amann (2 aus 3).
Hohenems ? Dornbirn: 3:3
Den Auftakt gegen Dornbirn am ersten Spieltag bestritt Hohenems II mit folgender Aufstellung:
1. Georg Fröwis
2. Heinz Grabher
3. Günter Amann
4. Fred Feistenauer
5. Robert Sandholzer
6. Johannes Hillbrand
Während Georg am ersten Brett gegen den starken IM Lorenz Drabke mühelos remisierte und Heinz am zweiten gegen den Bundesliganeuling Szakolszai Peter aus Ungarn schnell gewann, sah es kurzfristig nach einem Sieg für unsere Mannschaft aus. Doch die Routiniers im Mittelfeld Günter gegen Julia Novkovic und Fred gegen Benedikt Klocker hatten einen rabenschwarzen Tag und verloren beide ihre Partien nach zähem Kampf. Ein Remis von Robert gegen Luca Kessler und ein sehenswerter Sieg von Johannes Hillbrand sicherten uns noch das Unentschieden.
Götzis ? Hohenems: 2,5:3,5
1. Georg Fröwis
2. Marco Baldauf
3. Heinz Grabher
4. Günter Amann
5. Fred Feistenauer
6. Johannes Hillbrand
Am zweiten Spieltag bekamen wir mit Marco Baldauf Verstärkung aus Deutschland und gewannen gleich den Wettkampf. Georg remisierte mit Schwarz sehr leicht gegen Henryk Dobosz. Am zweiten Brett schaut es lange aus, dass Marco die Partie gegen Amadeus Eisenbeiser gewinnt, aber am Ende einigen sich beide Spieler in unklarer Stellung auf Remis. Heinz verteidigt sich zäh gegen Alexander Schmidlechner, der schließlich seine Gewinnversuche aufgeben muss: Remis. Günter und Fred zeigen sich von der Niederlage am Vortag unbeeindruckt und erkämpfen sich schöne Siege gegen Armin Kranz und Erich Laske. Da auch Johannes Hillbrand gegen Lothar Flatz eine aussichtsreiche Stellung erspielt hat, zeichnet sich schon ein deutlicher Sieg ab. Da passiert Johannes ein Missgeschick ? er übersieht ein Schach des Gegners und muss statt des vermeintlichen Gewinnzuges einen schlechten Zug machen und verliert die Partie.
Unglücklicherweise gab es hier den ersten Streitfall, da Henryk Dobosz gerade beim Brett stand und sich mit seinen Wortmeldungen in die laufende Partie eingemischt hat. Wir hoffen, dass es allen Spielern klar ist: niemand darf sich in eine laufende Partie einmischen ? außer dem Schiedsrichter und der darf das auch nur in genau definierten Fällen. Wer das nicht glaubt soll nachlesen bei den FIDE Schachregeln Artikel 13.7: ?Zuschauer und Spieler anderer Partien dürfen weder durch Reden noch auf andere Art in eine Partie eingreifen...."
Hohenems ? Bregenz: 2,5:3,5
1. Georg Fröwis
2. Marco Baldauf
3. Heinz Grabher
4. Günter Amann
5. Robert Sandholzer
6. Johannes Hillbrand
Nach dem Sieg gegen Götzis war Coach Heinz Grabher recht zuversichtlich in den Wettkampf gegen Bregenz gestartet. Er rechnete wieder mit einem Sieg, aber die Bregenzer spielten stark auf und es zeichnete sich bald ein schwerer Wettkampf gegen die Bregenzer ab. Am ersten Brett biss sich Georg an einer Neuerung im Sizilianischen Drachen gegen Christof Herbrechtsmeier die Zähne aus und verlor. Bei Marco gegen Harald Pöttinger ging die Partie mit einem bekannten Dauerschach ins Remis. Am sechsten Brett überspielte Annika Fröwis Johannes Hillbrand in der Eröffnung und trotz zäher Gegenwehr von Johannes musste er am Schluss die Partie aufgeben. Robert Sandholzer hatte gegen Leopold Juen eine klare Gewinnstellung, scheiterte jedoch in Zeitnot und verlor. Wieder waren es die erfahrenen Haudegen Günter Amann und Heinz Grabher, die die Niederlage in Grenzen hielten. Günter Amann besiegte Martin Maux in einem lehrreichen Endspiel, das sich wegen der Fehler auf beiden Seiten sehr gut zum Studium eignet. Heinz Grabher ringte seinen Gegner Patrick Hugentobler in einem 5,5 Stunden Marathon nieder: die Partie zeigt einen schönen Kampf mit Spannung in allen Partiefasen: Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel.
Fazit: Die jungen Spieler hatten wohl noch Lampenfieber und werden in den kommenden Wettkämpfen zuschlagen. Die Erfahrenen geben der Mannschaft Sicherheit. Und zwei Trümpfe hat Hohenems II noch im Ärmel: Milan Novkovic und Dmitry Atlas, die beide im Europacup im Einsatz waren. Wenn das nicht hilft, gibt?s noch einen österreichischen IM als Geheimwaffe: Guntram Gärtner, der laut Gerüchten schon an seinem Comeback arbeitet...
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