ImagePraktisch perfekt verlief der Auftakt zur Bundesliga für den SK Hohenems. Nach einem 3:3 Remis gegen den Favoriten Holz Dohr und zwei hohen 4,5 : 1,5 Siegen konnte Hohenems völlig unerwartet die Heimreise aus Baden mit der Tabellenführung in der Tasche antreten. Praktisch alle 18 gespielten Partien verliefen auf sehr hohem Niveau, weshalb dem Team für die exzellente Leistung besonders auch der kämpferischen Einstellung pauschal höchstes Lob auszusprechen ist.

 

ImageWenn man eine Partie besonders würdigen möchte, dann ist es sicher die von IM Lorenz Drabke gegen den um 170 ELO-Punkte mehr aufweisenen Spitzenspieler GM Oleg Korneev (ELO 2587) von Holz Dohr. In einer brillianten Opferkombination wurde der gegnerische König in der Brettmitte festgenagelt und schließlich in einem konzentrierten Angriff aller weissen Figuren zur Strecke gebracht. Mit drei Punkten aus ebensovielen Partien schaffte Lorenz einen phantastischen Einstand in der Bundesliga. Auch Dmitry Atlas schaffte das ImagePunktemaximum. Die 6 aus 6 der beiden legten dann auch die Grundlage dafür, dass nach drei Runden sogar das mit fünf Großmeistern angetretene Holz Dohr knapp auf Distanz gehalten werden konnte. Im Bild die Sonntagspartie Pamhagen gegen den SK Hohenems, mit den weissen Hemden spielend auf Brett 1 GM Ed Rozentalis, 2 GM David Baramidze, 3 IM Valery Atlas, 4 IM Lorenz Drabke, 5 FM Günter Amann, 6 Dmitry Atlas. GM Alexander Naumann bestritt lediglich die Partien am Freitag und Samstag.ImageIn Runde 1 kam es gleich zum Aufeinanderetreffen mit einem der Hauptfavoriten, dem SK Holz Dohr Semriach. Sollten noch Zweifel an den Absichten des SK Holz Dohr bestanden haben, spätestens nach Bekanntwerden der Aufstellung waren diese ausgeräumt. Die steirische Spitzenmannschaft trat mit den ersten 5 der Meldeliste, allesamt starke Großmeister plus FM Christoph Karner auf Brett 6 an. Der Wettkampf verlief allerdings nicht nach Wunsch des Favoriten. Nach zwei Remis auf den beiden Spitzenbrettern zwischen GM Alexander Belijawsy undImage Hohenems Neuzugang GM Eduardas Rozentalis bzw. GM Alexander Naumann (Hoh) und GM Vladimir Baklan (HDS) stand es zunächst einige Zeit 1:1 Unentschieden. Die Semriacher Minen wurden jedoch zunehmend finsterer nachdem zunächst IM Lorenz Drabke seinen Gegner GM Oleg Korneev in der schon erwähnten Glanzpartie bezwang und kurz darauf Dmitry Atlas mit dem Sieg gegen Christoph Karner auf 3:1 für Hohenems stellte. In den verbleibenden Partien zwischen GM Anthony Kosten und FM Günter Amann sowie GM Image Krunoslav Hulak und IM Valery Atlas standen die Hohenems-Spieler allerdings kritisch und mußten sich nach harten Kampf geschlagen gegen. Das 3:3 Unentschieden glich jedoch einem Sieg, denn der Gegner war auf allen sechs Brettern zum Teil deutlich zu favorisieren. Am nächsten Tag überraschten wir den sichtlich verblüfften Gegner Styria Graz mit einer Aufstellungsänderung. Schon am Abend zuvor war GM David Baramidze  direkt aus Kanthy-Manisiysk vom dortigen Weltcupturnier in Baden eingetroffen. ImageDie drei Hohenemser Großmeister auf Brett 1 bis 3 neutralisierten die starken Styria-GM's Shenglia, Ribli und Luther während Valery Atlas, Lorenz Drabke und Dmitry Atlas ab Brett 4 ihre Gegner allesamt bezwingen konnten. In der dritten Runde stand die Begegnung gegen den burgenländischen Aufsteiger Pamhagen auf dem Programm. Die Frage war, ob es gelingen würde, die Konzentration und Wettkampfeinstellung auch am dritten Tag auf hohem Niveau zu halten. Günter Amann kehrte für den bereits am Samstag zu einem Turnier in Deutschland Imageabgereisten GM Alexander Naumann ins Team zurück. Der Wettkampf entwicklte sich bald recht günstig für Hohenems. Die mit den schwarzen Steinen spielenden Hohenemser Spieler konnten ihre Stellungen ausgleichen, auch Günter Amann hatte mit IM Juraj Lipka keine Probleme, nur auf diesem Brett hatte der Gegner ein ELO-plus von gut 100 Punkten. Valery Atlas akzeptierte in einer scharfen Stellung das Remisangebot von GM Mikulas Manik. Ed Rozentalis der dritte mit Schwarz lehnte das allzu frühe Friedensangebot von GM Jan Markos zunächst noch ab, ehe die Partie nach 32 Zügen doch mit einer Punkteteilung endete. Die drei Weisspartien wurden von unseren Leuten ungemein stark angelegt und waren für unsere Gegner nicht zu halten. Besonders viel Grund zur Freude hatten wir mit der Partie Baramidze gegen Antoniewski in der David im 19. Zug ein strategisches Figurenopfer brachte. Erst 20 Züge später mußte der junge Pamhagener in einem hoffnungslosen Endspiel die Waffen strecken. Dmitry Atlas und auch Lorenz Drabke gewannen durch sehr feines aber energisches Druckspiel ihre dritte Partie an diesem Wochenende. Die Spielerbilanz:

GM Eduardas Rozentalis 1,5 aus 3
GM David Baramidze  1,5 aus 2
GM Alexander Naumann 1   aus 2
IM Valery Atlas  1,5 aus 3
IM Lorenz Drabke  3   aus 3
FM Günter Amann  0,5 aus 2
FM Dmitry Atlas  3   aus 3

Die nächsten Bundesligarunden finden vom 10. - 13. Jänner 2008 in Jenbach statt.

Bericht auf chess.at

Die Ergebnisse im Detail: 1. Bundesliga

Die Partien: ÖSB