Am kommenden Freitag, 30. November beginnt die neue Saison der Schach-Bundesliga mit den Runden 1-3 in Baden bei Wien mit einer wesentlichen Neuerung. Erstmals sind die Vereine an keinerlei Auflagen bezüglich des Einsatzes von Spielern mit österreichischer Staatsbürgerschaft mehr gebunden, bisher mußten pro Runde mindestens drei von sechs Brettern mit österreichischen Spielern besetzt sein. Die Favoriten sind daher diesmal nicht leicht auszumachen. Viel wird davon abhängen, wie intensiv die Vereine auf ihre ausländischen Spitzenspieler zurückgreifen werden.
Organisator der Startrunden ist der SK Advisory Invest Baden. Spielort ist das attraktive Schloßhotel Weikersdorf (Bild: Eingangshalle). Posch/Theny werden wie immer für die LIVE-Übertragung sorgen und, so ist zu hoffen, viele spannende Partien auf die PC-Schirme der heimischen Schachfans zaubern.
Einige bekannte Gesichter wie Niki Stanec, Ilja Balinov, Norbert Sommerbauer oder Franz Hölzl haben sich zumindest vorübergehend aus der Bundesliga verabschiedet, andere neue werden zu sehen sein. Die wichtigsten Abgänge und Neuzugänge bei den einzelnen Teams:
Mayrhofen/Zillertal (Aufsteiger):
Zu: -
Ab: -
Union Ansfelden:
Zu: Erwin Rumpl (2333)
Ab: Niki Stanec
Zu: Krunoslav Hulak (2562)
Ab: Fred Wegerer (2235), Peter Roth (2207)
Styria Graz:
Zu: Thomas Luther (2580)
Ab: Robert Ruck (2563), Igor Stohl (2549), Ilja Balinov (2516)
ASVÖ Pamhagen (Aufsteiger):
Zu: Robert Cvek (2548), Rafal Antoniewski (2512)
Ab: -
SK Absam:
Zu: Arkadij Rotstein (2515), Marian Kantorik (2365)
Ab: Thomas Luther (2580)
Zu: E. Miroschnichenko (2671), Robert Ruck (2563), Anna-C. Kopinits (2152)
Ab: Norbert Sommerbauer
Zu: Bartosz Socko (2660), Csaba Balogh (2568)
Ab: Sergey Erenburg (2585)
SK Kl.Ztg. MPÖ Maria Saal:
Zu: Rolf Schlindwein (2430), Andreas Balzar (2366), Robert Kreisl (2337)
Mario Schachinger (2284)
Ab: Andreas Diermair (2391), Guido Kaspret (2322), Franz Hölzl (2353)
Zu: Eduardas Rozentalis (2551), Lorenz Drabke (2416)
Ab: -
SC Die Klagenfurter:
Zu: -
Ab: Michael Prusikin (2571)
Zu: Laszlo Zsinka (2324)
Ab: -
Alle Details der 1. Bundesliga 2007/08 auf Chess-Results.com
Man kann jetzt ein paar ELO-Zahlenspielereien anstellen. Wer ist vorne, wenn die besten sechs gemeldeten Spieler spielen ? Wer ist vorne, wenn man annimmt, dass weiterhin mit drei Österreichern gespielt wird? Wer hat die besten einheimischen Spieler in seinen Reihen?
Bei ersterer Statistik (die besten sechs gemeldeten Spieler) fällt auf, dass bei keinem Team mehr als ein einheimischer Spieler vorkommt, bei fünf Teams ist sogar kein einziger Einheimischer unter den Top-Sechs zu finden. Die mit Ausländern gut bestückten Teams verfügen meist auch über die besseren Einheimischen.
Eine vorsichtige Prognose ergibt folgendes: die drei Aufsteiger Gleisdorf, Zillertal und Pamhagen, dazu Absam werden wohl in den hinteren Regionen zu finden sein bzw. den Abstieg unter sich ausmachen. Bei Pamhagen ist zu sagen, dass auch ein Mittelfeldplatz in Reichweite ist, allerdings wird man dann wohl eher nur selten auf mehr als 1-2 Einheimische bauen dürfen.
Ein Mittelfeldplatz wäre keine große Überraschung für die beiden Kärntner Vereine, dazu vielleicht Styria und Wulkaprodersdorf. Bei letzteren wird man sehen müssen, wie sich der Abgang von Norbert Sommerbauer auswirken wird. Mit Evgenij Miroschnichenko und Robert Ruck wurden zwei sehr starke Spieler ins Team geholt. Sollte Norbert Sommernbauer durch solche Kaliber ersetzt werden, dann ist mit Wulkaprodersdorf wieder als heissem Titelaspiranten zu rechnen.
Nach Professor ELO müßten die Teams aus Hohenems, Baden, Meister Ansfelden und Holz Dohr die vorderen Plätze unter sich ausmachen. Eine Zuspitzung des Titelkampfes auf ein Duell Holz Dohr Semriach gegen Meister Ansfelden wäre keine Überraschung.
