Die erstmalige Einberufung ins österreichische Nationalteam anlässlich der 40. Schacholympiade in Istanbul war mit Sicherheit der Höhepunkt in der bisherigen sportlichen Karriere von Milan Novkovic. In der selben Turnierhalle mit Schachgrößen wie Kramnik, Grischuk, Gelfand, Aronian, Ivantschuk oder Nakamura zu spielen ist ja schon eine besondere Auszeichnung. Leider kam die österreichische Mannschaft nie in den gewünschten Rhytmus. Außer Martin Neubauer fand trotz guter Leistungen in einzelnen Partien niemand ganz zu seiner Normalform. Österreichs Parade-GM Markus Ragger konnte die zuletzt beim Husek-Open in Wien gezeigte Topform nicht mit nach Istanbul nehmen und tat sich besonders in den ersten fünf Runden mit nur 2/5 sehr schwer. Am Schluss standen für Markus mit 5,5 aus 11 genau 50 % zu Buche. Plus-Ergebnisse erreichten GM Stefan Kindermann(5 aus 9) und David Shengelia (6,5/11). Ebenfalls deutlich im Plus mit 5/7 und über den Erwartungen spielte Martin Neubauer. Die besten Leistungen gelangen dem Team gegen Mexiko (2,5:1,5) sowie gegen die etwa gleichwertigen Teams aus Island und Bosnien-Herzegowina (jeweils 2:2).
Bild: Milan auf Brett drei in der Begegnung der 5. Runde gegen Costa Rica. In dieser Partie gelang ihm ein wichtiger Sieg zum 2,5 : 1,5 Endstand für Österreich. Milan kam mit je 2 Siegen, 2 Remis und 2 Niederlagen auf genau 50 % (3 Punkte aus 6 Partien).
Sehr erfreulich war das Ergebnis des ohne IM Eva Moser angetretenen österreichischen Frauenteams. Julia Novkovic (SK Dornbirn) übernahm die große Herausforderung auf Brett 1 und zeigte mit 4 Punkten aus 8 Partien eine sehr gute Leistung. Ein Highlight war der Sieg gegen WGM Eva Kulovana, womit dem österreichischen Team ein Sensationssieg gegen Tschechien gelang. Ihr Debüt bei einer Schacholympiade gab die erst 14-jährige Tirolerin Anna-Lena Schnegg. Sie erreichte passable 4/9 und schlug einige deutlich höher eingestufte Gegnerinnen. Veronika Exler (5/10), Anna-Christina Kopinits (6/10) und Katharina Newrlka (4/7) komplettierten das Team und hinterließen trotz der einen oder anderen unglücklichen Niederlage durchweg einen guten Eindruck.
Bei den Herren setzte sich Armenien nach Turin (2006) und Dresden (2008) zum dritten mal den letzten 6 Jahren die Krone auf. Zweiter wurde Russland. Der Topnation jagt nun schon seit 10 Jahren vergeblich einem Olympiasieg hinterher. Bronze sicherte sich das Siegerteam aus dem Jahre 2010, Ukraine. Endrang für Österreich (Startnummer 36): 41
Bei den Frauen konnte Russland dank eines 4:0 in der Schlussrunde gegen Kasachstan den Titel aus dem Jahre 2010 (Chanty Mansiyisk) verteidigen. Zweiter wurde wie schon vor zwei Jahren China. Der letzte Olympiasieg der Chinesinnen liegt damit auch schon 8 Jahre zurück. Dritter wie bei den Männern wurde die Ukraine. Österreich (Startnummer 43) erreichte den 37. Rang.
Veranstalterseite mit allen PartienErgebnisse Herren(Open)Ergebnisse Frauen