Der Austria Jugendcup - Vorrundengruppe Vorarlberg - brachte Dramatik pur bis zur letzten Runde. Die Ausgangslage vor dem entscheidenden Match zwischen Hohenems und Dornbirn: Hohenems führte mit einem Matchpunkt und daher hätte ein 2:2 den Hohenemsern schon genügt, Dornbirn musste gewinnen. Beide Teams mobilisierten zu diesem Finale die jeweils stärksten Teams, auf Dornbirner Seite stieg ertsmals auch Staatsmeister Luca Kessler in den Ring. Auf Brett zwei und drei gab es das Brüderduell Enno und Nils gegen Laslo und Vincent Nussbaumer. Auf Brett 4 spielte Amazone Martha Pilsan gegen Julian Kranzl. Entscheidend für den Wettkampfausgang war sicherlich das glatte 2:0 der Proyer's gegen die Nussis. Auf Brett 4 ließ Martha Pilsan nie irgendwelche Gegenchancen zu und remisierte sicher, damit konnte Dornbirn den Pokal aus der Höhle des Löwen nach Dornbirn entführen. Auf Brett 1 errichtete Luca Kessler gegen Emilian Hofer eine Berliner Mauer und in der Folge wurde lange um kleine positionelle Vorteile gerungen. Bei schon knapper Bedenkzeit, beide Spieler hatten schon weniger als zwei Minuten auf der Uhr, brachten die weissen Mehrbauern die Entscheidung zu Gunsten von Emilian Hofer. Für das Team brachte das nichts mehr, doch zeigte Emilian in dieser Partie, dass er ebenfalls zu den besten seines Fachs in der Vorarlberger Nachwuchsszene gehört. Bild: Sieger Dornbirn mit Senthil Abhinav, Nils und Enno Proyer sowie Martha Pilsan (v.l.n.r.)
Hohenems zog in diesem neuen Teambewerb von Beginn weg an die Spitze und hatte in den ersten 6 Runden überhaupt nur ein Remis abgegeben. In der vorletzten Runde wurde auch Bregenz, dass allerdings durch das Fehlen eines Spielers gehandicapt war noch mit 4:0 besiegt. Nachdem aber Matchpunkte vor Brettpunkten zählen war allen klar, dass es auf die letzte Runde ankam. Das Antreten von Luca Kessler war für seine Teamkameraden offenbar wie eine Moralspritze. Trotz der eigenen Niederlage trug Luca wesentlich dazu bei, dass Hohenems noch auf Rang 2 verwiesen werden konnte. Die Einzelwertungen der Hohenemser schauen dennoch beeidruckend aus: Emilian Hofer 5 aus 5, Laslo Nussbaumer 6 aus 7, Vincent Nussbaumer 5 aus 6, Julian Kranzl 5,5 aus 6 und Patrick Nussbaumer 3,5 aus 4 (Reihenfolge wie auf Bild v.l.n.r.) Patrick spielte auch zwei Partien in der zweiten Hohenemser Mannschaft und holte dort weitere 1,5 aus 2 in Summe also 5 aus 6.
Bregenz hatte mit Felix Bahl und Alexander Fürst zwei Spieler auf Brett 1 und 2 die in ihren Altersklassen zu den allerbesten im Lande gehören, beide haben auch nur eine einzige Partie verloren und mit 5,5 aus 7 (Felix) und 6 aus 7 (Alexander) ebenfalls Topergebnisse erspielt. Auch Matthias Böhler auf Brett 3 kam mit 4,5 aus 7 noch deutlich über die 50 % Marke. Lediglich auf Brett 4 fiel Bregenz etwas ab und konnte daher nicht in den Titelkampf eingreifen. Der dritte Rang mit 10 Mannschafts- und 18 Brettpunkten war aber ungefährdert. Bregenz hat mit dem dritten Platz zwar die Qualifikation für das Finale des Austria-Cups (15. - 17. April in Salzburg) verpasst, kann jedoch im Falle geringerer Beteiligung anderer Bundesländer noch auf einen freien Startplatz hoffen.
Mit zwei Mannschaftsiegen in den letzten beiden Runden (davon einmal kampflos gegen Lochau) gelang Hohenems 2 noch der Vorstoss auf Rang 4. Die fleissigsten Punktesammler in dieser Mannschaft waren Jan Medwed (3,5) und Ekrem Coskun (4 Punkte). Auf Rang fünf kam Dornbirn 2 zu liegen. Herausragend hier Ilija Martic mit 5,5 aus 7, aber auch seine Schwester Matea Martic (U10) legte mit 3 aus 7 eine Talentprobe ab. Auf Rang 6 landete schließlich Rankweil. Rankweil schaffte als einziges Team ein 2:2 Unentschieden gegen Turniersieger Dornbirn. Stützen waren Juliane Halwachs (4,5 aus 7) und Miachel Kuhn 2,5/7 dem in der vorletzten Runde ein vielbeachter Sieg gegen Enno Proyer gelang. Noch schwer in diesem Feld sehr guter Mannschaften taten sich Hohenems 3 und Lochau. Das direkte Duell ging kampflos 4:0 an Hohenems 3.
Der Austria Cup ist eine Bereicherung im Nachwuchsschach. Es war nicht ganz leicht das Turnier in seinem ersten Jahr noch in einen bereits fertigen und sehr vollen Terminkalender zu pressen, doch mit viel Engagement aller teilnehmenden Vereine gelang auch das. Nachwuchsturniere sind meist Einzelturniere, dabei haben Teambewerbe speziell seit der Einführung der Regel "Matchpunkte vor Brettpunkten" einen ganz besonderen Reiz. Die Kinder genossen diese Turnierform sichtlich. Von insgesamt 49 Spielern waren immerhin 7 Mädchen dabei.