Ein voller Erfolg für den Veranstalter wurden die 8. Jugendmeisterschaften der Europäischen Union in Mureck, die zusammen mit dem Internationalen Steirischen Jugendopen ausgetragen wurden. 245 Teilnehmer aus 29 Ländern beteiligten sich an dem großen Sommer-Event in der Südsteiermark. Mit den fünf Nussis und Emilian Hofer waren auch sechs Spieler des SK Hohenems mit von der Partie. Alexa (EU-U8), Patrick (EU-U10) und Vincent Nussbaumer (EU-U12) sowie Emilian Hofer (EU-U12) waren bei den Meisterschaften der Europäischen Union am Start, Laslo und Leon Nussbaumer beim Styrian Open U14/U17.
Die Ergebnisse der Hohenemser waren durchwachsen mit teilweise sehr schönen Erfolgen aber auch der einen oder anderen Enttäuschung.
Weitere Vorarlberger am Start waren Felix Bahl (SK Bregenz) und Enno Proyer (SK Dornbirn). Silber und Bronze für Österreich gab es in der Klasse EU-U10 durch Bardhyl Uksini und Florian Mesaros. Knapp an den Medaillen vorbei schrammte Martin-Christian Huber in der Klasse EU-U12 mit Rang 4.

Für Alexa Nussbaumer war das Turnier sichtlich noch zu schwer, war sie doch mit 7 Jahren auch eine der Jüngsten im Teilnehmerfeld. Der Unterschied zu den Turnieren in heimischer Umgebung war offensichtlich. Bei dieser Europäischen Unions-Meisterschaft gab es praktisch keine sogenannten schwächeren Spieler, gegen die man ansonsten dann und wann einen Punkt einheimsen kann. So stellte sich eine doch ermüdende Niederlagenserie ein, bei der Konzentration und Motivation sichtlich litten. Eine wichtige Erfahrung, wenngleich eine etwas bittere, war es im Hinblick auf die WM im Oktober dennoch. Jetzt gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen und wieder nach vorne zu blicken.
Auch die anderen österreichischen Teilnehmer taten sich in der Klasse der Jüngsten schwer. Der beste war Nicolas Moser auf Rang 13, bestes österreichisches Mädchen war Flora Haidenberger auf Rang 28.
Patrick Nussbaumer gelang aus Hohenemser (und Vorarlberger) Sicht vielleicht die beste Leistung. Er zeigte sich gegenüber 2009 deutlich reifer und startete fulminant mit 3,5 Punkten aus 4 Partien ins Turnier. Damit war er vor der fünften Runde bestplatzierter Österreicher mit derm Zwischenrang 5. In Runde 5 und dann nochmals in Runde 6 kam dann ein leichter Einbruch, den er aber in den Runden 7 und 8 schnell wieder überwinden konnte. Unglücklich verlief dann die letzte Partie in Runde 9 in der er sich bereits eine klare Gewinnstellung erarbeitete. Leider reichte die Konzentration nach dem langen Turnier gepaart mit den vielen anstrengenden Trainings nicht mehr, das Ding durchzuziehen. Patrick belegte mit 5/9 dennoch den guten 16. Rang. Hätte er die letzte Partie gewonnen, wäre das ein Top-Ten Platz gewesen. In dieser Klasse bewiesen Bardhyl Uksini (Silber) und Florian Mesaros (Bronze), dass Österreich mit den besten in Europa mithalten kann.
Vincent Nussbaumer musste vor allem in der Mitte des Turniers in den Runden 4 bis 6 ein herbe Niederlagenserie verkraften. Leider verlief auch der Beginn in Runde 1 schon sehr unglücklich. Vincent hatte seine Gegenspielerin schon deutlich überspielt und strebte mit einem Mehrbauern und der überlegenen Stellung dem Sieg entgegen, da passierte eine Unachtsamkeit, die in der Folge die Partie kostete. Der weitere Turnierverlauf wurde dadurch sichtlich beeinflusst. Vincent konnte sein Können dann aber in den Runden 7 bis 9 zeigen, als er 2,5/3 holte. Die Erkenntnis aus diesem sehr schweren Turnier ist die, dass nur bei vollster Konzentration und auch der Fähigkeit eine Niederlage schnell überwinden zu können eine gute Platzierung möglich ist. Nachlässigkeiten oder auch das Nicht-Überwinden-Können von Enttäuschungen (Nachtrauern von vergebenen Chancen?) verhindern, dass man das volle Potentail ausschöpfen kann.
Dennoch, mit 4/9 holte er am Ende gleich viele Punkte wie der bestplatzierte Vorarlberger Enno Proyer (SK Dornbirn). Bei Enno lief es genau umgekehrt, er starte sehr stark doch gelang in den letzten 5 Runden nur noch ein Remis.
Emilian Hofer der so wie Vincent und Enno in der EU-U12 antrat dürfte mit dem Turnierverlauf und der Schlussplatzierung ebenfalls nicht ganz zufrieden gewesen sein. Emilian holte wie seine beiden Mitspieler 4/9, bei ihm war es eher ein Auf-und Ab während des Turniers mit einem versöhnlichen Abschluss in den letzten drei Runden (2/3). Weh getan haben sicherlich die beiden Niederlagen in den Runden 4 und 6 als es zweimal Figureneinsteller in gleichwertiger bzw. besserer Stellung gab. Vor einem Jahr holte Emilian beim selben Turnier in der selben Klasse den 12. Rang. Kann sein, dass er sich diesmal zu viel vorgenommen hat und nicht locker genug an die Sache heran ging. Solch schwere Turniere sind eben keine Wunschkonzerte, zum Spitzensport gehört das Überwinden von Enttäuschungen aber auch dazu. Für die bevorstehende WM in Griechenland kann sich diese Erfahrung möglicherweise noch als sehr wertvoll herausstellen.
Laslo Nussbaumer's Turnierverlauf im Styrian Open U14/U17 war eigentlich genau umgekehrt, wie man es sonst von ihm gewohnt war. Bei diesem Turnier mischte Laslo von Anfang an bis zur 7 Runde ganz an der Spitze mit und hatte realistische Aussichten auf den Turniersieg bei den U14-Jährigen, ja sogar in der Gesamtwertung. In Runde 8 passierte dann aber die erste Niederlage auf die - dann unter Druck geraten - eine weitere in der Schlussrunde folgte. Der 8. Rang mit 5/9 in einem sehr ausgeglichenen Feld war dennoch keine Enttäuschung. Fazit: Nahe dran, vielleicht klappt's beim nächsten mal!
Leon Nussbaumer hatte sich ebenfalls viel für Mureck vorgenommen, doch stellten sich gleich zu Beginn Startschwierigkeiten ein. Mit 0,5/2 war Leon sehr schnell in der Rolle des Jägers, der von hinten versuchte wieder Anschluss an die Spitze zu finden. Das gelang auch recht gut, lediglich in Runde 5 gab es gegen den Ansfeldner Florian Mostbauer nochmal einen Rückschlag. In den Runden 8 und 9 remisierte er zweimal gegen die starke Kroatin und spätere Turniersiegerin Tihana Ivekovic und deren Landsmann Plenca Jadranko. Mit 5,5 Punkten aus 9 Partien war Leon der erfoglreichste Punktesammler aller Teilnehmer aus Vorarlberg. In der Einzelwertung U17 bedeutete dies den dritten Rang, womit die Ländleteilnehmer auch heuer wieder einen Pokal mit nach Hause nehmen konnten. In der selben Klasse war auch der Bregenzer Felix Bahl am Start, er konnte sich mit 4,5/9 im Mittelfeld platzieren.