ImageDer Bundesliga-Tross ist in die steirische Landeshauptstadt gezogen. Von heute Donnerstag 16.00 Uhr bis Sonntag werden die Runden 4 - 7 gespielt. Das Programm der Hohenemser:

 

 

 

Donnerstag, 22. Jänner 16.00 Uhr: Hohenems - Jenbach             2,5 : 3,5

Freitag, 23. Jänner 14.00 Uhr: Wulkaprodersdorf - Hohenems       3  :  3

Samstag, 24. Jänner 14.00 Uhr: Maria-Saal  -  Hohenems             3  :  3

Sonntag, 25. Jänner 10.00 Uhr: Hohenems - Pamhagen                2  :  4

Nach den ersten drei Runden liegt das Feld bis auf Ansfelden dicht gedrängt beisammen. Das Grazer Bundesligawochenende verpricht Hochspannung sowohl im Kampf um die Tabellenspitze wie auch gegen den Abstieg.

Live-Übertragung und aktueller Tabellenstand auf der Seite des ÖSB

Runde 4: Hohenems - Jenbach 2,5 : 3,5

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Milan Novkovic (Bild rechts) und Michael Bezold (links) schafften es gegen Jenbach durch volle Erfolge, die Niederlage in Grenzen zu halten.

 

Die ersten Fragen, nämlich wie die Teams hier in Graz die 4 Runden bestreiten, sind beantwortet. Klar ist, Hohenems hat trotz des kurzfristigen, krankheitsbedingten Ausfalls von Alex Naumann eine gute und schlagkräftige Mannschaft, allerdings sind alle 4 Gegner zumindest ELO-mäßig leicht zu favorisieren. Auch Jenbach hatte in Runde 4 leichtes Übergewicht. Schwerwiegender als das leichte ELO-Manko war gestern aber, dass unsere beiden jungen Kämpfer auf Brett 1 und 2 gegen sichtlich routiniertere Gegner eigentlich keinen Fuß auf den Boden brachten. Recht schnell und chancenlos gingen David Baramidze und Arik Braun unter. Zudem mißlang Valery sein Igel, beim Stand von 0:2 stand er mit dem Rücken zur Wand, eigentlich auch schon praktisch ohne Chance.

Zwischenzeitlich neutralisierte Georg Fröwis das Spiel seines Gegners womit der erste halbe Punkt auf dem Konto stand. Valery mußte kurz nach der Zeitkontrolle seine hoffnungslose Stellung aufgeben, übrig blieben aber zwei gute Stellungen. Milan spielte von Anfang an druckvoll und konnte überzeugend gegen Reich den vollen Punkt holen. Das war sicher die Partie der Runde. Bei Michael war ebenfalls ein dauerhafter Vorteil vorhanden, das Ringen ging aber über die erste Zeitkontolle hinaus. Letztlich hatte Lehner aber dem entfernten freien a-Bauern nichts mehr entgegen zu setzen. Nach dem Spielverlauf muß man mit der knappen Niederlage zufrieden sein, denn es gelang doch noch recht gut Schadensbegrenzung.

 

Runde 5: Wulkaprodersdorf - Hohenems   3 : 3

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Arik Braun (links) hatte sich bereits in der deutschen Bundesliga  Respekt verschafft. Auch in der österr.  Bundesliga wußte Rainer Polzin (Wulkaprodersdorf, rechts im Bild) kein Mittel und verlor.

 

Der Wettkampf gegen Wulkaprodersdorf war eine zeitlang schwer einzuschätzen. Nachden Arik Braun für seine Dame bei anhaltender Initiative Turm, Läufer und einen Bauern bekam, durfte man in dieser Partie optimistische sein, zumal der Zeitvorrat von Polzin zusehends dahinschmolz. Doch auf Brett eins, fünf und sechs war eine Einschätzung sehr schwierig. Überall wurde Material geopfert, doch hatten David, Milan und Georg Initiative dafür. Michael Bezold konnte mit Schwarz gegen Likavsky problemlos ausgleichen, mehr als remis war allerdings unrealistisch. Die beiden einigten sich daher auf die Punkteteilung.

Bei Georg Föwis zeigte sich, dass das Bauernopfer vollauf gerechtfertigt war, denn bald entwickelte er einen gefährlichen Königsangriff. Als der Sturm auf den schwarzen Königsflügel losbrach, verpaßte er jedoch die Gewinnchance und erlaubte seinem Gegner Roland Schweda sich in eine Zugwiederholung durch Dauerschach zu flüchten. David Bramidze erzwang seinerseits bei materieller Unterlegenheit eine Zugwiederholung. Bei Milan Novkovic war eine sehr komplexe Stellung entstanden. Milan hatte eine Qualitätsopfer gebracht und zum Zeitpunkt des Remisangebots von Volkmann die besseren Aussichten. Da der Wettkampf zu diesem Zeitpunkt günstig für Hohenems verlief, nahmen wir das Angebot an.

Wie so oft spielte Valery Atlas die letzte Partie des Wettkampfs beim Stand von 3:2 für Hohenems. Valery brachte ein Bauernopfer und hatte auch nach Ansicht seines Gegners (nach der Analyse) die besseren Aussichten. Es war daher völlig richtig, einer Zugwiederholung aus dem Weg zu gehen und den Kampf zu suchen. Leider verpaßte er in der kritischen Phase eine vielversprechende Abwicklung und erhielt in der Folge einige Probleme, die letztlich zu seiner zweiten Niederlage an diesem Wochenende führten.

Fazit: Hohenems war  in diesem Wettkampf einem Sieg näher als Wulkaprodersdorf. David und Arik zeigten nach den Niederlagen in Runde 4 keinerlei Nachwirkungen und waren voll auf der Höhe. Die bisherige Punkteausbeute dürfte ziemlich genau der ELO-Erwartung entsprechen. Hohenems hält auch nach 5 Runden bei genau 50 %, liegt in der Tabelle damit aber auf Rang 10 und damit auf einem Abstiegsplatz. Nach fast der Hälfte der Meisterschaft bekommt das Feld langsam Konturen. Vorne scheint sich nun Husek Wien doch abzusetzen, hinten ist mit St. Veit ein zweiter Verein schon etwas abgerissen. Dazwischen liegt von Platz zwei bis Platz 10 ein dichtgedrängtes Mittelfeld das nur durch 1,5 Punkte getrennt ist.

 

Runde 6: Maria-Saal  -  Hohenems   3 : 3

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Valery Atlas (Bild rechts) war heute der Held der Runde. Sein Sieg nach 6 Stunden Spieldauer gegen GM Dmitrij Bunzmann (Maria-Saal) brachte für Hohenems das ungemein wertvolle 3:3 Unentschieden.

 

Die Mannschaft hat heute erneut Moral bewiesen. Auch gegen die mit 5 Großmeistern angetretenen Kärntner konnte unser Team standhalten. Obwohl am Schluß ein 2:3 Rückstand aufzuholen war, war es wie tags zuvor Hohenems, das dem Sieg näher war. Der Auftakt verlief vor allem für die zahlreichen Zuseher an den Bildschirmen vermutlich etwas enttäuschend, denn Markus Ragger (Maria-Saal) und David Baramidze (Hohenems), die beiden 20-jährigen Jungstars aus Österreichs und Deutschland gaben sich schon nach wenigen Zügen mit einem Remis zufrieden. Auf den anderen fünf Brettern entwickelte sich aber ein Kampf auf Biegen und Brechen. Wie erwartet sehr vorsichtig und ohne Risiko ging auf Brett 5 GM Tratar gegen Milan Novkovic vor. Milan wickelte sehr schnell in ein gleiches Endspiel ab und überzeugte vor allem durch seine unkonventionellen aber goldrichtigen Springermanöver.

Arik Braun versuchte seinen Gegner mit einer Neuerung zu überraschen, doch der starke slowenische GM Pavasovic kontrollierte das Geschehen am Brett jederzeit, sodaß Arik mit einer Zugwiederholung eine recht aufregend verlaufenen Partie in den sicheren Remishafen steuerte.

Ganz nach dem Geschmack von Georg Fröwis verlief die Partie gegen Mario Schachinger. Georg verstrickte den jungen Steirer mit einem sensationellen Läuferopfer in fast unüberschaubare Verwicklungen. Dem Maria-Saaler lief dabei die Zeit davon, bald stand es 1 Stunde zu 2 Minuten bei sehr schwieriger Stellung, die für Georg gewonnen war. Doch nach zwei, drei Klassezügen riß der Faden und Schachinger konnte sich durch Rückopferung der Figur befreien. Am Ende konnte Georg trotz Minusbauer das mehr als verdiente Remis sicherstellen.

Eine schwierige, gleichwohl aber haltbare Stellung hatte Michael Bezold gegen Rainer Buhmann. Im entscheidenden Moment als der beste Zug nötig war um das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten spielte Michael nur den zweitbesten Zug. Danach konnte Buhmann in ein Endspiel abwickeln, das nicht mehr zu halten war.

Übrig blieb die Partie Valery Atlas gegen GM Bunzmann. Die beiden hatten schon vor zwei Jahren in einer französichen Verteidigung die Klingen gekreuzt, wobei Valery die Oberhand behielt. Bunzmann, großer Anhänger der französischen Verteidigung, griff erneut zu seiner Standardwaffe. Der weissfeldrige schwarze Läufer blieb die ganze Partie hindurch ein Statist. Valery erzwang den Tausch der Dame und der Türme sowie zweier Leichtfiguren. Damit war das Endspiel technisch gewonnen erforderte jedoch Präzision in der Umsetzung. Valery manövrierte seinen Gegner gekonnt aus. Nachdem der schwarze Springer im weissen Lager gestrandet war blieb für den jungen deutschen Großmeister nur mehr die Aufgabe. Damit war das 3:3 Unentschieden geschafft. 

Die Mannschaft hat zweimal hintereinander nach großem Kampf gegen nominell etwas stärkere Gegner ein Unentschieden erreicht. Nach sechs Runden konnte damit auch der Abstiegsrang 10 verlassen werden. Geklärt ist allerdings noch gar nichts. Der vielleicht gefährlichste Gegner des Wochenendes, Pamhagen, wartet in der Sonntagsrunde.

 

Runde 7: Hohenems - Pamhagen  2  :  4

ImageIm Bild David Baramidze (rechts) gegen Jan Markos am Spitzenbrett. David kämpfte verbissen um den einzigen möglichen vollen Erfolg in dieser Runde. Er gewann zwar im Endspiel zwei Bauern, jedoch nicht die Partie.

Obwohl den Burgenländern mit GM Robert Ruck, der am Sonntag ungarische Meisterschaft spielte, Brett 1 nicht zur Verfügung stand, erwies sich Pamhagen als unüberwindbare Hürde. Von der überraschenden Umstellung erfuhren wir erst wenige Minuten vor Spielbeginn, bis auf Brett 6 erhielten alle ganz andere Gegner als erwartet. Nominell waren wir bis auf Brett fünf trotz der
Schwächung des Gegners auf allen Brettern ELO-mäßig zumindest leichte Aussenseiter.

Im Gegensatz zu den Matches von Freitag und Samstag war dann auch nie ein Mannschafts-Unentschieden in Reichweite. Georg Fröwis wehrte sich zwar nach Kräften, doch blieb seine Stellung zu passiv. Ohne Gegenspiel ging der Ofen mehr und mehr aus. Ein Qualitätsopfer verschaffte seinem Gegner zwei verbundene, freie und weit vorgerückte Zentralbauern gegen die kein Kraut gewachsen war. Auch bei Valery Atlas war die Stellung recht bald nicht mehr zu halten. Bei entgegengesetzten Rochaden war Weiss mit seinem Angriff viel schneller.

Milan Novkovic spielte gegen Aco Alvir und versuchte bis ins Endspiel hinein alles um einen Vorteil nachzuweisen. Sein Gegner spielte jedoch sehr umsichtig und genau, sodaß Milan in Punkteteilung wohl oder übel einwilligen mußte.
Bei Arik Braun sah es zunächst so aus, als ob er gegen Lubomir Ftacnik Probleme bekommen würde. Der slowakische Großmeister in Diensten von Pamhagen verpaßte aber die genaueste Fortsetzung. Danach war die Stellung ausgeglichen
und das Remis die logische Folge.

Michael Bezold erhielt zwar ein Endspiel Dame und schwacher Läufer (Cvek) gegen Dame und Springer (Bezold) doch gab es keine Einbruchsfelder. Alle Bauern standen auf der Farbe des Läufers, doch fehlte der Raum zum Manövrieren. Auch Michael mußte trotz des Rückstands schließlich in die Punkteteilung einwilligen.

Bei David Baramidze sah es lange ebenfalls nach einer Punkteteilung aus. Auch in dieser Partie gab es ein Endspiel Dame und Läufer (Baramidze) gegen Dame und Springer (Markos). Auch hier standen die Bauern auf der selben Farbe wie der Läufer. Die Stellung hatte aber seine Eigenheiten. Durch Zugzwang gelang es David zunächst einen, dann einen zweiten Bauern zu gewinnen. Der erhoffte Sieg blieb aber aus, da Jan Markos geschickt mit Springer und Dame ständig Drohungen aufstellen konnte. Am Ende konnte David dem ewigen Schach nicht mehr ausweichen, die empfindliche 2 : 4 Niederlage war besiegelt.

Mit großem Interesse verfolgten wir auch die Partie Husek Wien - Absam mit, denn hier entschied sich, ob wir unter oder doch über dem ominösen Strich die Heimreise antreten mußten bzw. durften. Die allerletzte Partie des Tages Rotstein - Najer, welche nach spannendem Verlauf remis endete, entschied schließlich zu unseren Gunsten. Absam ging gegen den Titelaspiranten aus Wien mit 1:5 unter und muss damit vorerst mit Rang 10 vorlieb nehmen, gerade nur einen halben Punkte hinter uns. Es ist klar, dass Hohenems sich nun mitten im Abstiegsstrudel befindet. Ansfelden und St. Veit/Glan sind nicht mehr zu retten, der dritte Absteiger wird aber erst in den Schlußrunden in Ansfelden vom 19. - 22. März gefunden werden. Hohenems hat noch den Ersten und Zweiten, sowie Holz Dohr und den Tabellenletzten.