
Ein vom Schachklub Feldkirch ausgezeichnet organisiertes Turnier ging gestern zu Ende. Hohenems stellte bei der 21. Vorarlberger Schülerschach-Olympiade in Feldkirch mit 11 Kindern und Jugendlichen die größte Anzahl an Teilnehmern und erreichte mit 5 Pokalenrängen auch die meisten Spitzenränge. Zudem waren mit Johannes Hillbrand und Kai Medwed bei den gleichzeitig ausgetragenen U16 und U18 Landesmeisterschaften zwei weitere junge Schachkämpfer unseres Vereins am Start. Die Erfolgsbilanz der Hohenemser kann sich sehen lassen:
U10: 2. Rang Patrick Nussbaumer
U12: 1. Rang Emilian Hofer, 3. Rang Vincent Nussbaumer
U14: 2. Rang Leon Nussbaumer
U16: 2. Rang Nikolas Beck
U18-LM: 2. Rang Johannes Hillbrand
Hohenems war auch in allen Altersgruppen vertreten. Bei U8 spielte erstmals Alexa Nussbaumer mit, doch machte sich das krankheitsbedingte Fehlen der Mama am ersten Tag sichtlich bemerkbar. Zwar waren mit Papa, Schwester und Onkel auch ein Großaufgebot an Unterstützern zugegen, doch eine Mama die zwischen den einzelnen Runden tröstet, aufrichtet und anspornt, läßt sich anscheinend doch nicht so leicht ersetzen. Etwas besser lief es dann am zweiten Tag als Maria dann doch, sichtlich noch geschwächt, den Betreuerstab verstärkte. Bild: Alexa bei der Siegerehrung mit Turnierleiter Albert Baumberger. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin erhielt ein Urkunde und durfte sich einen schönen Preis aussuchen.
In der Gruppe U10 stellten wir vier Teilnehmer. Patrick Nussbaumer mußte sich hier nur gegen den späteren Sieger Maximilian Hofer geschlagen geben und sicherte sich mit 6 Punkten aus 7 Partien ganz klar den 2. Rang. Patrick spielte sehr ideenreich und taktisch stark, lediglich in der direkten Begegnung mit Max Hofer ging er ein zu hohes Risiko ein, ließ den König in der Mitte, wo er sich schließlich dem Angriff der weissen Schwerfiguren nicht mehr entziehen konnte.
Trotzdem wäre sich in der letzten Runde fast noch der Punktegleichstand mit dem Sieger ausgegangen, denn Klubkollege Julian Kranzl war drauf und dran gegen Max Hofer eine Überraschung zu liefern. Er hatte im Endspiel bei zwei Minusbauern bereits eine Figur mehr. Der sichtlich große Respekt vor seinem Gegner und die Erfahrung reichten aber noch nicht, den Vorteil zu verwerten. Aber schließlich war er bei diesem Turnier der einzige, der dem Turniersieger ein Remis abtrotzen konnte und darauf darf Julian stolz sein. Ganz ähnlich verlief auch die Partie gegen Alexander Fürst, die ebenfalls mit einer Punkteteilung endete. Mit Rang fünf lieferte Julian jedenfalls eine weitere Talentprobe ab.
Wie ausgewechselt gegenüber dem Rallyturnier in Götzis zeigte sich Noah Kreiser. Er notierte diesmal alle Partien mit, was sich sehr positiv auf das Spieltempo und damit auf die Qualität der Partien auswirkte. Nicht selten dauerten die Partien fast eine Stunde wobei Noah immer bis zum Schluß mit großer Konzentration bei der Sache war und seine Gegner insgesamt vier mal schachmatt setzen konnte. Der 7. Rang ist ein ausgezeichnetes Ergebnis und läßt sogar Chancen auf eine Teilnahme bei den Landesmeisterschaften offen.
Niklas Stabler kam mit 3 Punkten auf den 9 Rang. Leider hatte er nur fünf mal die Chance wirklich zu spielen, denn in einer Runde war er spielfrei und am Morgen der zweites Tages erschien der Gegner nicht. Die Begeisterung fürs Schach und die Spiellust ist bei Niklas zweifellos in großem Maß vorhanden. Die im Moment noch fehlende Geduld führte dazu, dass die Partien selten länger als 5 bis 10 Minuten dauerten. Durch überhastetes Ziehen schlichen sich natürlich Fehler ein, welche die meist deutlich erfahreneren Gegner nutzten konnten. Das Mitschreiben der Partien wird sich bei Niklas künftig sicher sehr schnell positiv bemerkbar machen.
In der Alterkategorie U12 konnten die Hohenemser besonders starke Akzente setzen. Emilian Hofer war von der Enttäuschung beim letzten Rallye-Turnier in Götzis nichts mehr anzumerken. Er gewann fünf mal unter anderem auch die Entscheidungspartie gegen Enno Proyer, ließ lediglich zwei mal ein Remis zu und blieb damit als einziger in dieser Gruppe unbesiegt. Trotzdem brauchte es für den Turniersieg auch die Buchholz-Fee, denn Enno Proyer aus Dornbirn kam ebenfalls auf 6 Punkte. Die beiden waren vor der letzten Runde noch punktegleich in der Erst- und Zweitwertung.
Vincent Nussbaumer bestätigte seine zuletzt sehr guten Leistungen bei denen er immer einen Stockerlplatz eroberte. Auch von der Schacholympiade in Feldkirch fur er nicht ohne Pokal nach Hause. Besonders geglänzt hat Vincent in der sehr druckvoll gespielten Partie gegen Florian Gerhold und dem Remis gegen Klubkollegen Emilian Hofer. Er erreichte mit nur einem halben Punkt Rückstand auf das Spitzenduo den sehr guten dritten Rang.
Nikolas Beck Bruder Viktor spielte nach sehr langer Pause sein erst zweites Turnier. Damit war in der stark besetzten Gruppe U12 ausser viel Erfahrung und Spaß am Spielen nicht allzu viel zu holen.
Die Gruppe U14 war von Haus aus sehr ausgeglichen, sechs Spieler hatten reelle Chancen auf den Turniersieg, darunter Laslo und Leon Nussbaumer, die schon in der zweiten Runde aufeinander trafen. Laslo entschied das Bruderduell für sich und schien damit die besseren Karten für den weiteren Turnierverlauf zu haben. Doch es kam anders. Leon gewann die nächsten drei Partien gegen die anderen Mitfavoriten, unter anderem gegen den späteren Sieger Aaron Pilsan und lag vor den letzten zwei Runden mit 4 Punkten aus 5 Partien in Führung. Doch den Turniersieg vor Augen ließen dann die Kräfte nach. Ein erzittertes Remis in der letzten Runde brachte dann aber doch noch den insgesamt mehr als verdienten zweiten Rang. Laslo kam am Ende wie fünf andere Teilnehmer ebenfalls auf 4,5 Punkte hatte aber bei den Buchholzpunkten das Nachsehen. Rangmäßig war das "nur" Platz sechs, der Rückstand auf den Sieger betrug aber lediglich einen halben Punkt.
Bei U16 lieferte Nikolas Beck eine ganz große Überraschung. Zunächst mit 1 aus 3 recht bescheiden gestartet legte Nikolas dann einen gewaltigen Schlußspurt hin und gewann die restlichen 4 Partien unter anderem die entscheidende in der letzten Runde gegen Stefan Greussing. Damit gelang ihm der Sprung auf den zweiten Rang und das ohne jedes Training und Vorbereitung. Nikolas große Leidenschaft ist Judo und Musik, Schach spielt er nur zum Vergnügen. Der Tag müßte mindesten 30 Stunden haben um auch noch eine intensivere Beschäftigung mit Schach unter zu bringen. Nikolas war diesmal eine tolle Verstärkung des Hohenemser Teams und sorgte völlig unerwartet für einen Extra-Pokal.
Die beeindruckende Bilanz des SK Hohenems: die Spieler unseres Klubs konnten 1/3 aller Pokale mit nach Hause nehmen! Sehr angenehm und sicher mit entscheidend für das mannschaftlich so gute Abschneiden war, die Unterstützung der Eltern die auch in Feldkirch wieder sehr viel Zeit zusammen mit ihren Kindern verbrachten. Unser Klub ist hier in einer sehr glücklichen Lage. Bild: alle Teilnehmer müde aber glücklich nach zwei anstrengenden Turniertagen, auf dem Bild fehlt der in Feldkirch wohnhafte Johannes Hillbrand. Die U18 Landesmeisterschaften waren schon am frühen Nachmittag zu Ende gegangen. Die Teilnehmer der Gruppen U8 und U10, Eltern und Betreuer durften am Nachmittag vor der Siegerehrung gegen Helene Mira und U18-Staatsmeister Georg Fröwis zu einer Simulatanveranstaltung antreten.
Kai Medwed konnte sich durch seine sehr guten Leistungen im letzten Halbjahr für die U16 Landesmeisterschaften qualifizieren. Dort traf er aber mit Fabian Matt, Luca Kessler und Elias Klocker auf härteste Konkurrenz. Immerhin reichte es gegen Elias Klocker für ein erstes Remis bei einer Landesmeisterschaft, das Kai durchaus als Erfolg verbuchen darf. Landesmeister wurde Fabian Matt, punktegleich vor Luca Kessler.
Johannes Hillbrand kam zwar auf zwei von drei möglichen Punkten verlor bei den Landesmeisterschaften U18 aber die entscheidende Partie gegen Samuel Klocker und muß damit für die Staatsmeisterschaften seinem Kollegen aus Dornbirn den Vortritt lassen.
Links:
Landesmeisterschaften U16 und U18