Nach der schwachen Innsbrucker Dezemberrunde war für Zirl Wiedergutmachung angesagt. Eins gleich vorweg, dies gelang auf eindrucksvolle Weise: 12,5 Punkte oder +7 aus drei Runden sprechen eine eindeutige Sprache. Wesentlichen Anteil daran hatten die beiden jüngsten im Hohenemser Team, Matthias Burschowsky (Bild rechts) und Marco Baldauf (links) die auf den Brettern 5 und 6 mit 4,5 aus 6 Partien ordentlich abräumten.
Mit einem Paukenschlag endete das Auftaktmatch gegen Wörgl. Die Mannschaft erwischte einen ihrer besten Tage und zudem hatte Guntram Gärtner auch noch das nötige Glück, Endergebnis: Hohenems - Wörgl 5:1
Glück war es eigentlich nicht, denn um seine Partie zu retten benötigte Guntram schon ein kleines Schachwunder, welches sich dann auch tatsächlich ereignete. Anstatt ein Matt in vier Zügen auszuführen unterlief Siegfried Neuschmied ein kapitaler Fehler welcher Guntram ein einzügiges Matt erlaubte. Ansonsten spielte die Mannschaft wie aus einem Guss, auch Heinz Grabher der ebenso wie Matthias Burschowsky remisierte hatte Gewinnchancen und verpaßte zweimal die richtige Fortsetzung.
In der Begegnung gegen Wüstenrot Inter Salzburg tags darauf war die Mannschaft dann nicht wieder zu erkennen. Nach zwei Stunden Spielzeit war nirgendwo ein Vorteil zu erkennen, im Gegenteil, bis auf Michael Bezold waren alle ordentlich unter Druck, Marco Baldauf und Heinz Grabher standen kritisch. Schließlich verschlechterte sich auch Guntram Gärtners Stellung bei knapper Bedenkzeit merklich, sodaß durchaus eine hohe Niederlage in der Luft lag. Daß es am Ende doch glimpflich ausging war vor allem Matthias Burschowsky und Guntram Gärtner zu verdanken. Matthias drehte die Partie um und Guntram hielt dem enormen Druck stand. Hätte Dmitry Atlas seine Chancen voll genutzt wäre sogar noch ein 3:3 Unentschieden möglich gewesen, dennoch die knappe 2,5 : 3,5 Niederlage konnte fast wie ein Sieg gefeiert werden.
Am Sonntag gegen Mozart Salzburg kehrte die Mannschaft dann wieder das Raubtier hervor. Auf fünf Brettern, Guntram Gärtner hatte gegen "Angstgegner" Klaus Opl ein frühes Remis erreicht, wurde gnadenlos Druck gemacht und die Entscheidung gesucht. Nach 4-5 Stunden Spielzeit wurde dann eine Partie nach der anderen eine Beute der Hohenemser, lediglich Heinz Grabher unterlief kurz vor den 40. Zug ein Mißgeschick, er ließ Karl Enigl ins Remis entwischen. Beim Zusammenzählen standen dann wieder wie zwei Tage zuvor 5 Punkte auf dem Konto.
Die Mischung aus vier Europacupteilnehmern (und nebenbei BL 1 - Spielern) und zwei erfolgshungrigen Youngsters erwies sich als goldrichtig. Nach 8 von 11 Runden liegt die Mannschaft nun auf Rang drei. Um den Titel wird es ganz spannend, Schwarzach und Zillertal liegen gleichauf. Dornbirn ist trotz des ersten Sieges gegen Wörgl praktisch abgestiegen. Mozart Salzburg und Zirl werden den zweiten Absteiger unter sich ausmachen. Sollte es in der 1. Bundesliga einen Westverein erwischen, dann schützt allerdings auch der 10. Rang in der Westliga nicht vor dem Sturz in den Keller.
Bei den Schlußrunden in Salzburg vom 2. - 4. März steht der Mannschaft noch ein ganz hartes Programm bevor, sind doch noch die beiden Tabellenersten sowie im Lokalderby das Team aus Götzis zu bekämpfen.
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