Auch heuer kamen im Götzner Kultursaal Am Bach wieder 280 Kinder und Jugendliche in vier Spielklassen zusammen, um die besten Teams zu ermitteln, die Vorarlberg bei den verschiedenen Bundesfinali vertreten dürfen. Ein weiteres Mal wurde mit der konstant hohen Teilnehmerzahl bewiesen, dass Schulschach in Vorarlberg einen hohen Stellenwert hat und sich sehr viele engagierte Pädagog/innen der Förderung des königlichen Spiels an Vorarlbergs Schulen verschrieben haben.

Die verschiedenen Spielklassen wurden klarerweise von den Vereinsspieler/innen dominiert. In allen Klassen und verschiedenen Schul-Teams waren Spieler/innen des SK Hohenems vertreten.

Volksschulbewerb

Hier lieferten sich die Volksschulen Klaus, Altach und Dornbirn-Rohrbach ein spannendes Rennen bis zum Schluss.

Bild: das von Helmut Cyris trainierte und betreute Team der VS Altach sicherte sich den zweiten Platz (von links nach rechts: Justin Dünser, Noyan Ekici, Meteo Müller, Anja Rumpold, David Ammon)

Den Sieg sicherte sich überraschend die VS Klaus mit Benjamin und Samuel Kienböck sowie Adrijan Babic und Jonas Kranz. Aus Vereinssicht war das eine Ko-Produktion von Götzis und Hohenems. Jetzt darf sich das Team auf das vom 22. bis 25. Mai in Bad Gastein stattfindende Bundesfinale freuen. Das Altacher Team ist zum guten Teil auch in Guntram Gärtners Trainingsgruppe vertreten, während der Seriensieger der vergangenen Jahre und jetzige Dritte, die VS Dornbirn-Rohrbach untrennbar mit dem Namen Julia Novkovic verbunden ist. Die Volksschule Hohenems-Markt betreut von Hubert Graier belegte den 13. Rang. Bester seines Teams in der Einzelwertung: Raphael Felder mit 5,5/7 und Rang 7. Teamwertung Volksschulbewerb

Unterstufe (Hauptbewerb)

Alexa Nussbaumer NMS Hohenems-Herrenried belegte hier Rang 7. In der Teamwertung siegte das BG Dornbirn-Schoren vor dem BG Bregenz Gallustraße.

Oberstufe

Der Bewerb wurde in der Einzelwertung eine sichere Beute von Julian Kranzl. Vierter wurde Patrick Nussbaumer von BORG Lauterach. Keine vollständige Mannschaft schickte Seriensieger BG Dornbirn und wird daher nach vielen Jahren erstmals weder in der Unterstufe noch Oberstufe beim Bundesfinale vertreten sein. Das BG Feldkirch Rebberggasse siegte hier mit deutlichem Vorsprung vor dem BRG/BORG Feldkirch Schillerstraße. Das Mädchenteam des Sacre Coeur Bregenz qualifizierte sich für das Mädchenfinale. Teamwertung Oberstufe

Der Nachwuchsbewerb ist im wesentlichen den Nicht-Vereinsspieler/innen vorbehalten. In dieser Kategorie wird allerdings kein Bundesfinale gespielt. Teamwertung

 

Parallel zum Bundesligafinale fand im benachbarten Kufstein das von Schach-ohne-Grenzen erstmals veranstaltete Sechsländerturnier der Frauen statt. Der Osten mit den Bundesländern Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich und Burgenland war dabei Vorbild und Ideengeber. Diese vier Bundesländer werden in Kürze ihr fünfundzwanzigstes Länderturnier durchführen. Ina und Christin Anker haben sich für die West- bzw. Alpenregion noch ehrgeizigere Ziele gesetzt. Mit Tirol, Salzburg, Kärnten, Vorarlberg, Bayern und Südtirol ist der neue Bewerb international konzipiert und umfasst zwei Teams mehr. Eine Idee die zu begeistern weiß. Es ist zu hoffen, dass dem neuen Bewerb ein ebenso langes Leben beschieden ist, wie dem großen Vorbild in der Osthälfte Österreichs.

Das Auswahlteam Südtirols musste die Teilnahme kurzfristig absagen und wurde durch ein zweites Tiroler Team ersetzt. Vorarlbergs starke Auswahl mit Julia Novkovic, Annika Fröwis, Helene Mira und Sylivia Karner (SK Hohenems) setzte sich bei der Premiere des neuen Bewerbs klar mit 5 Mannschaftssiegen und dem Matchpunktemaximum von 10 durch. Zweiter wurde Tirol vor Bayern. Sylvia steuerte 2,5 von 5 möglichen Punkten bei. Sylvia Karner hat in den 90-er Jahren zwei Mal die Österreichische Mädchenmeisterschaft gewonnen und ist erst vor 1,5 Jahren nach sehr langer schachlicher Abstinenz wieder zum Schachsport zurückgekehrt. Sie ist auch als Gastspielerin im Kader des erfolgreichen Dornbirner Frauenbundesligateams. Am Mittwoch kommender Woche tritt sie zur Wahl der Vorarlberger Frauenreferentin bei den Neuwahlen des Verbandsvorstandes an.

Bild von links nach rechts: Ina Anker (Schach ohne Grenzen), Julia Novkovic und Annika Fröwis (SK Dornbirn), Sylvia Karner (SK Hohenems), Helene Mira (SK Bregenz) und Christin Anker (Schach ohne Grenzen).

Ergebnisse Frauenvergleichskampf 2016

 

Mit Emilian Hofer und Julian Kranzl waren bei den in der Karwoche ausgetragenen Österreichischen Jugendmeisterschaften in St. Veit in der Klasse U18 zwei Mitglieder des SK Hohenems am Start. Insgesamt zählte die Vorarlberger Delegation unter der Leitung von Mag. Stephan Hofer und Trainer Milan Novkovic neun Köpfe und war damit zahlenmäßig eine der größten. Am ende reichte es auch zu der erhofften Medaille. Diese holte in der Kategorie Mädchen U18 Martha Pilsan vom SK Dornbirn. In der Kategorie U18 Burschen reichte es jedoch nur zu Mittelfeldplätzen durch Enno Proyer (SK Dornbirn, 9. Rang, 4 Punkte), Julian Kranzl (11. Rang, 4 Punkte) und Emilian Hofer (Rang 15, 3,5 Punkte). Auch bei U16 war eine Medaille nie in Reichweite. Die 4 zu vergebenden Goldmedailen gingen an die Steiermark (U18: Martin Christian Huber), Burgenland (U16: Florian Mesaros), Wien (MU16: Nikola Mayrhuber) und Niederösterreich (MU18:Denise Trippold). Ergebnisse:

U16       U18       Mädchen U16/U18

Bild: ÖSB-Präsident Kurt Jungwirth eröffnete die Jugendstaatsmeisterschaften und zeigte sich als interessierter Beobachter. Gespielt wurde im großen Saal des St. Veiter Fuchspalastes.

Zuvor veranstaltete der SK Dornbirn sein traditionelles, bereits 23. (!) und wiederum sehr gut besuchtes Josefiturnier mit starker Hohenemser bzw. Altacher Beteiligung. Helmut Cyris Schützlinge von der VS Altach räumten dabei alle drei Medaillenränge in der Kategorie Volksschule ab. Dritte Ränge erreichten Anja Rumpold in der Klasse Schuler und Benjamin Kienböck in der Jugendklasse.

Volkschule

Unterstufe

Schüler

Jugend

 

Es lief gar nichts mehr zusammen beim diesjährigen Bundesligafinale in Jenbach. Der SK Hohenems ließ die Saison 2015/16 mit 4 Niederlagen (jene in St. Veit gegen Ottakring mitgerechnet) ausklingen. Das war das schlechteste Meisterschaftsfinish in 21 Jahren Bundes- bzw. Staatsliga. Immerhin, zu einem Rang in der oberen Tabellenhälfte (Platz 6) reichte es noch. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass das Fehlen eines Großmeisters vom Format eines Ed Rozentalis (Ed war diesmal  für seinen israelischen Klub im Einsatz) für den SK Hohenems kaum zu kompensieren ist. Erschwerend kam diesmal dazu, dass auch Noel Studer und Marco Baldauf nicht zur Verfügung standen. Matthias Burschowsky konnte an diesem Wochenende an die zuletzt in der 2. Bundesliga-West gezeigten Leistungen leider nicht anschließen und erreichte lediglich ein Remis aus drei Partien. Das selbe Schicksal ereilte aber auch Sasa Martinovic und Dennis Breder auf den Brettern 2 und 3. Keiner von beiden hatte bisher je auch nur annähernd eine solch magere Bilanz an einem einzigen Bundesliga-Wochenende. Aus 18 Partien gelang lediglich Georg Fröwis ein Partiegewinn gegen den Jenbacher Oliver Lehner. Am Samstag war Georg dann für seinen Schweizer Verein Gonzen im Einsatz und trug dort mit seinem Sieg wesentlich zum erstmaligen Titelgewinn in der SGM Meisterschaft bei. Seinen Platz nahm in der letzten Runde Michael Bezold ein, der damit nach dreijähriger Pause wieder eine Partie in der österreichischen Bundesliga spielte und dabei ein Remis erreichte. Positives? Ja, das gab es auch. Falko Bindrich und Valery Atlas (Bild rechts) verließen Jenbach mit je drei Remis ungeschlagen. Valery absolvierte sogar die gesamte Meisterschaft mit +1 =8 ungeschlagen. Falko erreichte mit 6 Punkten aus 11 Partien (bei nur einer Niederlage) eine solide Ratingperformance von 2593. 

Meister wurde mit deutlichem Vorsprung erstmals Maria-Saal vor Jenbach und Wulkaprodersdorf. Der SK Götzis war das Überraschungsteam der Meisterschaft. Unsere Nachbarn erreichten erstaunliche 34 Brettpunnkte (nur einer weniger als Hohenems) und mauserten sich damit auch zum Tabellennachbarn (Rang 7). Während der gesamten Meisterschaft hat Götzis keinen einzigen Großmeister eingesetzt. Eine GM-Norm erreicht hat ihr Brett-1 Spieler Nico Georgiadis.

Einem historischen Moment durften wir in Jenbach beiwohnen: in der Partie Markus Ragger - Thomas Luther (1-0) übertraf erstmals ein österreichischer Schachspieler die magische 2700-er ELO-Grenze. Genau waren es am 31. März 2016 2700,2 Punkte, ausgewiesen auf http://www.2700chess.com/ Aktuell am 2. April (Markus holte noch weitere 1,5 aus 2) ist er mit 2699,6 wieder knapp darunter, doch belegt er erstmals mit Rang 39 einen Platz unter den Top-40 der Weltrangliste. Ab jetzt wird die Luft extrem dünn, ob es weiter nach oben gehen kann wird auch davon abhängen, ob Markus attraktive und stark besetzte Turniere spielen kann.

1. Bundesliga 2015/16

Besser lief es dann zum Abschluss am Sonntag bei den Österreichischen Mannschaftsblitzmeisterschaften. Das Team bestehend aus Michael Bezold, Sasa Martinovic, Dennis Breder und Valery Atlas schrammte nur hauchdünn an einer Medaille vorbei und belegte Rang 4.

Österreichische Mannschaftsblitz-Meisterschaften 2016

 

Wie auch die letzten Jahre, diesmal allerdings ohne Liveübertragung, finden die letzten drei Runden der 2. Bundesliga West im Hotel Servus Europa am Walserberg statt.

Die Vorarlberger Teams mit Ausnahme von Bregenz stöhnen sichtlich unter Personalnot, Götzis, Dornbirn und auch Hohenems hatten sichtlich Mühe die 6 Bretter zu besetzen. Immerhin, diesem Minimalanspruch sind alle drei gerecht geworden, zählbares blieb allerdings aus. Während Dornbirn in eine ganz hohe 0,5 : 5,5 Schlappe schlitterte, waren Götzis und Hohenems immerhin knapp dran, 2,5 : 3,5 Niederlagen gegen ASK Salzburg bzw. Zillertal. Als klarer Aussenseiter auf allen 6 Brettern brachten wir die Zillertaler ganz schön ins Schwitzen. Matthias Burschowsky (Bild) nahm GM Zigurds Lanka den ganzen Punkt ab und bekam vom sympatischen lettischen Großmeister und Schachtrainer bei der Analyse Komplimente. Wir Hohenemser geben die Komplimente an GM Lanka gerne zurück, er ist ein Sportsman klassischer Prägung, bei dem Fairness stehts an oberster Stelle steht. Wo gibts das denn sonst noch? Ein Großmeister verliert gegen einen "Underdog", setzt sich hin, analysiert und zeigt auch noch Anerkennung. Ganz große Klasse! Meistens verlässt der Meisterspieler in solchen Fallen wortlos und verärgert den Ort der "Schmach".

Zuvor hatte Dmitry Atlas gegen den wie immer nur wenig Bedenkzeit verbrauchenden IM Hausner verloren. Beim Zwischenstand von 1:1 dann die nächste Überraschung: Robert Sandholzer überspielte IM Platzgummer und stellte auf 2:1 für Hohenems, bei zumindest zwei weiteren guten, zumindest ausgeglichenen Stellungen. Eine Überraschung lag in der Luft, das war auch an den Sorgenfalten des Zillertaler Coaches Werner Crsnko deutlich abzulesen. Der Autor dieser Zeilen verlor erwartungsgemäß seine schlechtere Stellung und leider konnte auch Julian Kranzl seine Chancen im Endspiel gegen Bernhard Tabernig nicht nutzen. Im Mittelspiel waren sogar Gewinnchancen für Julian vorhanden. Beim Stand von 3:2 für Zillertal drückte IM Marco Baldauf zwar auf den Ausgleich, GM Votava verteidigte jedoch umsichtig, das Remisangebot wurde dankend angenommen. Das 3,5 : 2,5 lässt die Zillertaler Hoffnungen weiterleben.

Bregenz kam offensichtlich nach Salzburg, um den Sack endgültig zuzumachen. Nebst den 4 Standard-IMs spielte in Runde 9 auch noch Ufuk Tuncer, Rainer Bezler schlüpfte in die Rolle des Non-Playing Captain. Nach hartem Kampf gelang schließlich ein deutlicher 4,5 : 1,5 Sieg gegen Völs/HAK/HAS und die Verteidigung der Tabellenführung. Vermutlich genügt den Bregenzern (vorausgesetzt heute gelingt der erwartete hohe Sieg gegen Pradl) dann am Sonntag ein Unentschieden gegen Rochade Rum, um den Aufstieg endgültig zu fixieren. Die Zillertaler dürften trotz des Erfolgserlebnisses gestern am Ende als einziges ungeschlagenes Team das Nachsehen haben. In der Anfangsphase der Meisterschaft wurde dreimal ein Mannschaftspunkt abgegeben, vermutlich zuviel!

Nachdem Götzis den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga fast schon gesichert hat und Bregenz offenbar unaufhaltsam dem Aufstieg zusteuert, könnte es in der Saison 2016/17 erstmals zu einer 1. Bundesliga mit drei Vorarlberger Teams kommen.

2. Bundesliga-West 2015/16