Eine geballte Ladung an Schachkapazitäten versammelt sich ab heute für die ersten vier Wettkampftage der 1. Bundesliga im burgenländischen Mattersburg. Hohenems erwartet in Runde 1 und 2 Wettkämpfe auf Augenhöhe gegen den SK Absam und Gastgeber SV Wulkaprodersdorf. Gestern bei der Ankunft im Hotel Müllner in Marz wurde klar, dass die beiden ersten Gegner von Hohenems in Bestaufstellung zu erwarten sind. Aufsteiger Blackburne Nickelsdorf wartet am Samstag. Die Rolle der Burgenländer ist in diesem Wettkampf die des gefährlichen Aussenseiters. Rollentausch dann am Sonntag: der gefährliche Aussenseiter möchten dann wir selber sein gegen ein mit internationalen Stars gespicktes Jenbach. Die Tiroler haben nach dem letzjährigen Verlust des Meistertitels an Maria-Saal kräftig aufgerüstet. Da der direkte Clash gegen das kärntner Meisterteam bereits am Samstag ansteht wird erwartet, dass beide Teams wohl alles in ihren Reihen stehende aufbieten werden. Im Klartext heißt das für das Jenbachmatch wohl: Brett 1 Exweltmeister Rustam Kasimdzhanov, Brett 2 Liviu-Dieter Nisipeanu, Brett 3 Alexei  Shirov, Brett 4 Andrei Volokitin, Brett 5 Dennis Wagner, Brett 6 David Shengelia. Eine kurze Anmerkung des sichtlich erwartungsfrohen Jenbacher Coaches Johannes Duftner den wir zufällig bei der Anfahrt am Walserberg getroffen haben last kaum einen anderen Schluss zu. Mit Ragger, Harikrishna, Rapport (alle im erlesenen 2700-er Klub) sowie Buhmann, Predijevic und Naumann (Maria Saals Bestbesetzung) hat Maria-Saal aber durchaus die Mittel den Tiroler Revanchegelüsten den Wind aus den Segeln zu nehmen. In der Titelfrage könnte also bereits eine Vorentscheidung in Mattersburg fallen.

 

Seit 90 Jahren wird in Hohenems in organisierter Form Schach gespielt. Anfang der Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts gab es in Vorarlberg und darüber hinaus eine wahre Gründungswelle neuer Schachklubs und Verbänden. Es war die Zeit der Weltmeister Emanuel Lasker (1894 - 1921, +1941), José Raúl Capablanca (1921–1927, +1942), Alexander Aljechin (1927–1935 und 1937–1946) und Max Euwe (1935–1937). Der erste Weltmeister der Geschichte, der Österreicher Wilhelm Steinitz (1886–1894, +1900 in New York) war im Gründungsjahr unseres Vereins längst Geschichte, der amtierende Weltmeister hieß im Jahre 1926 José Raúl Capablanca. Die österreichischen Schachhelden in den Zwanzigerjahren hießen Rudolf Spielmann (1883–1942), Ernst Grünfeld (1893 - 1962), Hans Kmoch (1894 - 1973), Hans Müller (1896 - 1971), Albert Becker (1896 - 1984), Josef Lokvenc (1899 - 1974), Rudolf Palme (1910 - 2005) und Erich Eliskases (1913–1997). Der legendäre Carl Schlechter verstarb bereits im Jahre 1918.

Eine andere österreichische Schachlegende ist Ehrengast und Mitwirkender bei den Vorarlberger Schachtagen 2016: IM Dr. Andreas Dückstein (89). Andreas Dückstein stieg Anfang der 50-er Jahre in den Kreis der besten Spieler Österreichs auf. Er wurde dreimal Österreichischer Meister und vertrat Österreich zwischen 1956 und 1988 neun Mal bei Schacholympiaden. Dückstein spielte in seiner langen Karriere gegen nicht weniger als sechs Weltmeister und kann dabei auf Siege gegen Max Euwe, Mihail Botwinnik und Boris Spasski verweisen.

 

Der Schachklub Hohenems bietet auch in der Saison 2016/17 wieder interessierten Kindern Schachtraining an und zwar immer samstags beginnend mit 24. September, jeweils von 14.00 - 16.00 Uhr.

 

IM Milan Novkovic Erstlingswerk <Perlen aus meinem Schachtagebuch> dürfte vielen Schachfreunde schon bekannt sein. Ziemlich neu auf dem Buchmarkt ist Ed´ Rozentalis <The correct exchange in the endgame>. Beide Bücher werden bei den Vorarlberger Schachtagen 2016 zum Kauf aufliegen. Am 17. und 18. Oktober anlässlich des Schnellschach- und Blitzturniers sind auch beide Autoren anwesend und signieren ihre Bücher auf Wunsch gerne.

 

  Alexa Nussbaumer holt im Vienna Chess Open Gruppe C unglaubliche 5,5 Punkte aus 9 Partien und belegt mit Startnummer 51 den 28. Schlussrang. Weiters holt sie den 2. Rang in der Damenwertung der C-Gruppe. Auf dem Bild ist sie zusammen mit GM Markus Ragger, der die A-Gruppe souverän gewonnen hat und damit der 2700-er ELO Grenze wieder sehr nahe gekommen ist.

Auch die anderen Hohenemser und (immerhin drei) Hohenemserinnen haben teilweise beachtliche Ergebnisse erzielt. Staatsmeister Georg Fröwis spielte bis zur sechsten Runde ganz in der Spitze mit. Höhepunkt waren die beiden Remis in Runde 5 und 6 (an einem Tag) gegen die GMs Mastrovasilis und Shengelia. Die Chance auf eine mögliche GM Norm schwand dann aber mit der Niederlage in Runde 7. Am Ende stand ein 25. Rang zu Buche aber immerhin gewann Georg weitere 5 ELO dazu.