Es lief gar nichts mehr zusammen beim diesjährigen Bundesligafinale in Jenbach. Der SK Hohenems ließ die Saison 2015/16 mit 4 Niederlagen (jene in St. Veit gegen Ottakring mitgerechnet) ausklingen. Das war das schlechteste Meisterschaftsfinish in 21 Jahren Bundes- bzw. Staatsliga. Immerhin, zu einem Rang in der oberen Tabellenhälfte (Platz 6) reichte es noch. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass das Fehlen eines Großmeisters vom Format eines Ed Rozentalis (Ed war diesmal  für seinen israelischen Klub im Einsatz) für den SK Hohenems kaum zu kompensieren ist. Erschwerend kam diesmal dazu, dass auch Noel Studer und Marco Baldauf nicht zur Verfügung standen. Matthias Burschowsky konnte an diesem Wochenende an die zuletzt in der 2. Bundesliga-West gezeigten Leistungen leider nicht anschließen und erreichte lediglich ein Remis aus drei Partien. Das selbe Schicksal ereilte aber auch Sasa Martinovic und Dennis Breder auf den Brettern 2 und 3. Keiner von beiden hatte bisher je auch nur annähernd eine solch magere Bilanz an einem einzigen Bundesliga-Wochenende. Aus 18 Partien gelang lediglich Georg Fröwis ein Partiegewinn gegen den Jenbacher Oliver Lehner. Am Samstag war Georg dann für seinen Schweizer Verein Gonzen im Einsatz und trug dort mit seinem Sieg wesentlich zum erstmaligen Titelgewinn in der SGM Meisterschaft bei. Seinen Platz nahm in der letzten Runde Michael Bezold ein, der damit nach dreijähriger Pause wieder eine Partie in der österreichischen Bundesliga spielte und dabei ein Remis erreichte. Positives? Ja, das gab es auch. Falko Bindrich und Valery Atlas (Bild rechts) verließen Jenbach mit je drei Remis ungeschlagen. Valery absolvierte sogar die gesamte Meisterschaft mit +1 =8 ungeschlagen. Falko erreichte mit 6 Punkten aus 11 Partien (bei nur einer Niederlage) eine solide Ratingperformance von 2593. 

Meister wurde mit deutlichem Vorsprung erstmals Maria-Saal vor Jenbach und Wulkaprodersdorf. Der SK Götzis war das Überraschungsteam der Meisterschaft. Unsere Nachbarn erreichten erstaunliche 34 Brettpunnkte (nur einer weniger als Hohenems) und mauserten sich damit auch zum Tabellennachbarn (Rang 7). Während der gesamten Meisterschaft hat Götzis keinen einzigen Großmeister eingesetzt. Eine GM-Norm erreicht hat ihr Brett-1 Spieler Nico Georgiadis.

Einem historischen Moment durften wir in Jenbach beiwohnen: in der Partie Markus Ragger - Thomas Luther (1-0) übertraf erstmals ein österreichischer Schachspieler die magische 2700-er ELO-Grenze. Genau waren es am 31. März 2016 2700,2 Punkte, ausgewiesen auf http://www.2700chess.com/ Aktuell am 2. April (Markus holte noch weitere 1,5 aus 2) ist er mit 2699,6 wieder knapp darunter, doch belegt er erstmals mit Rang 39 einen Platz unter den Top-40 der Weltrangliste. Ab jetzt wird die Luft extrem dünn, ob es weiter nach oben gehen kann wird auch davon abhängen, ob Markus attraktive und stark besetzte Turniere spielen kann.

1. Bundesliga 2015/16

Besser lief es dann zum Abschluss am Sonntag bei den Österreichischen Mannschaftsblitzmeisterschaften. Das Team bestehend aus Michael Bezold, Sasa Martinovic, Dennis Breder und Valery Atlas schrammte nur hauchdünn an einer Medaille vorbei und belegte Rang 4.

Österreichische Mannschaftsblitz-Meisterschaften 2016