Wie auch die letzten Jahre, diesmal allerdings ohne Liveübertragung, finden die letzten drei Runden der 2. Bundesliga West im Hotel Servus Europa am Walserberg statt.

Die Vorarlberger Teams mit Ausnahme von Bregenz stöhnen sichtlich unter Personalnot, Götzis, Dornbirn und auch Hohenems hatten sichtlich Mühe die 6 Bretter zu besetzen. Immerhin, diesem Minimalanspruch sind alle drei gerecht geworden, zählbares blieb allerdings aus. Während Dornbirn in eine ganz hohe 0,5 : 5,5 Schlappe schlitterte, waren Götzis und Hohenems immerhin knapp dran, 2,5 : 3,5 Niederlagen gegen ASK Salzburg bzw. Zillertal. Als klarer Aussenseiter auf allen 6 Brettern brachten wir die Zillertaler ganz schön ins Schwitzen. Matthias Burschowsky (Bild) nahm GM Zigurds Lanka den ganzen Punkt ab und bekam vom sympatischen lettischen Großmeister und Schachtrainer bei der Analyse Komplimente. Wir Hohenemser geben die Komplimente an GM Lanka gerne zurück, er ist ein Sportsman klassischer Prägung, bei dem Fairness stehts an oberster Stelle steht. Wo gibts das denn sonst noch? Ein Großmeister verliert gegen einen "Underdog", setzt sich hin, analysiert und zeigt auch noch Anerkennung. Ganz große Klasse! Meistens verlässt der Meisterspieler in solchen Fallen wortlos und verärgert den Ort der "Schmach".

Zuvor hatte Dmitry Atlas gegen den wie immer nur wenig Bedenkzeit verbrauchenden IM Hausner verloren. Beim Zwischenstand von 1:1 dann die nächste Überraschung: Robert Sandholzer überspielte IM Platzgummer und stellte auf 2:1 für Hohenems, bei zumindest zwei weiteren guten, zumindest ausgeglichenen Stellungen. Eine Überraschung lag in der Luft, das war auch an den Sorgenfalten des Zillertaler Coaches Werner Crsnko deutlich abzulesen. Der Autor dieser Zeilen verlor erwartungsgemäß seine schlechtere Stellung und leider konnte auch Julian Kranzl seine Chancen im Endspiel gegen Bernhard Tabernig nicht nutzen. Im Mittelspiel waren sogar Gewinnchancen für Julian vorhanden. Beim Stand von 3:2 für Zillertal drückte IM Marco Baldauf zwar auf den Ausgleich, GM Votava verteidigte jedoch umsichtig, das Remisangebot wurde dankend angenommen. Das 3,5 : 2,5 lässt die Zillertaler Hoffnungen weiterleben.

Bregenz kam offensichtlich nach Salzburg, um den Sack endgültig zuzumachen. Nebst den 4 Standard-IMs spielte in Runde 9 auch noch Ufuk Tuncer, Rainer Bezler schlüpfte in die Rolle des Non-Playing Captain. Nach hartem Kampf gelang schließlich ein deutlicher 4,5 : 1,5 Sieg gegen Völs/HAK/HAS und die Verteidigung der Tabellenführung. Vermutlich genügt den Bregenzern (vorausgesetzt heute gelingt der erwartete hohe Sieg gegen Pradl) dann am Sonntag ein Unentschieden gegen Rochade Rum, um den Aufstieg endgültig zu fixieren. Die Zillertaler dürften trotz des Erfolgserlebnisses gestern am Ende als einziges ungeschlagenes Team das Nachsehen haben. In der Anfangsphase der Meisterschaft wurde dreimal ein Mannschaftspunkt abgegeben, vermutlich zuviel!

Nachdem Götzis den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga fast schon gesichert hat und Bregenz offenbar unaufhaltsam dem Aufstieg zusteuert, könnte es in der Saison 2016/17 erstmals zu einer 1. Bundesliga mit drei Vorarlberger Teams kommen.

2. Bundesliga-West 2015/16