Der erwartete, klare Sieg gegen Schlusslicht Sauwald ist eingetroffen: 0,5 : 5,5. Eine so eindeutige Sache war das aber nicht, wenn man auf den Spielverlauf schaut. Das Match begann mit einem Bauerneinsteller auf Brett 3. Sasa war gedanklich in einer anderen Variante und büßte mit 5. ... Lg4 den b7 Bauern ein. Valery wurde von seinem Gegner Alois Hellmayr mit einem seltenen Abspiel überrascht, das 1961 schon einmal in einer Partie Bronstein - Taimanov vorkam. Es entstand ein für Schwarz unverlierbares Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern. Bei Noel verflachte der kleine Vorteil und bei Falko und besonders Georg gab die Computerbewertung zwischenzeitlich durchaus Anlass zu gewisser Skepsis.

In dieser Situatation kam gerade recht, dass Ed Rozentalis sehr schnell für klare Verhältnisse sorgte und sehr früh auf 0-1 für Hohenems stellte. Bei Sasa stellte sich der Minusbauer nicht als großes Handicap heraus, die halboffene b-Linie das Läuferpaar und Initiative am Köningsflügel warem bald eine mehr als ausreichende Kompensation. Schließlich schloss Sasa nach einigen Abtäuschen ein Turmendspiel siegreich ab und stellte auf 0-2. Bei knapper Bedenkzeit griff auch Falkos Gegner daneben, was unserem Brett 1 Spieler einen Königsüberfall mit Mattabschluss erlaubte. 0-3. Georgs Gegner entschloss sich im Mittelspiel eine Qualität gegen drei Bauern abzugeben, schlitterte bei knapper Bedenkzeit kurz vor der Zeitkontrolle jedoch in eine Verluststellung. 0-4. Damit war der Wettkampf endgültig gewonnen, Valery fügte sich ins unvermeidliche Remis. Nach einigen Ungenauigkeiten seines Gegners eröffneten sich Noel plötzlich doch noch Angriffschancen am Königsflügel, die dann auch genutzt wurden. Endergebnis: 0,5-5,5. Bild: Noel Studer bei seinem Debüt in der 1. Österreichischen Bundesliga.

Heute ab 16.00 Uhr stehen die beiden Schlagerpaarungen Hohenems - Maria Saal und Wulkaprodersdorf gegen Jenbach an. Auch die Frauen des SK Dornbirn steigen heute ins Geschehen ein, sowie die Teams der 2. Bundesliga-Mitte. Götzis lieferte gestern eine weitere gute Vorstellung blieb aber mit der dritten 2,5 : 3,5 Niederlage unbelohnt.

Ergebnisse und Tabellenstand der 1. Bundesliga

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Maria Saal trat wie vermutet deutlich verstärkt zum Spitzenkampf Erster gegen Zweiter an. Etwas überraschend wurde der ansonsten ins Pokerlager abgewanderte GM Dusko Pavasovic reaktiviert, die zweite Verstärkung war unser Ex-Kollege GM Alexander Naumann. Verzichtet haben die Kärntner auf ihren Spitzenmann GM Richard Rapport. Die Vorbereitung war ab Brett zwei entsprechend aufwendig. Lediglich am Spitzenbrett war klar, dass niemand anderer denn Österreichs Aushängeschild GM Markus Ragger antreten würde um möglicherweise den letzten Schritt Richtung ELO 2700 zu machen (vor der Partie stand Markus bei 2696,5). Die Voraussetzungen waren klar, Maria Saal war Favorit, der Abstand war aber nicht so groß, dass eine Überraschung nicht möglich war. Georg geriet als Weißspieler in einem Königsinder gegen Alex Naumann bald in gefährliches Fahrwasser wo er den Faden und bald darauf auch die Partie verlor. 0-1 für Maria-Saal nach kurzer Zeit, das war natürlich ein denkbar ungünstiger Auftakt. Es war klar, dass die Trauben gegen die bärenstarken Maria Saaler nun extrem hoch hingen. Zunächst gelang es Falko Bindrich die Partie gegen Markus Ragger zu neutralisieren, ein erstes Remis konnte gutgeschrieben werden. Auch bei Sasa Martinovic gegen Bosniens Nummer eins, Borki Predojevic ergab sich eine sichere Remisstellung, Zwischenstand 1-2. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und auf Brett 6 bei Mario Schachinger gegen Noel Studer durften wir durchaus Hoffnung haben, in diesem Wettkampf noch eine Partie zu gewinnen. Noel, angesichts des Rückstands sichtlich entschlossen verdichtete seinen Vorteil mehr und mehr und zwang seinen Gegner nach einem taktisch verlorenen Gefecht zur Aufgabe. 2-2. Übrig blieben in den Partien Pavasovic - Rozentalis und Buhmann - Breder zwei für Hohenems schlechtere Stellungen. Zunächst stellte Dennis auf 2,5 : 2,5 nachdem sein Gegner die beste Fortsetzung verpasste und nichts besseres mehr hatte als Zugwiederholung. Dennis war damit der erste Spieler, der Rainer Buhmann in dieser Saison ein Remis abknöpfte. Die letzte Partie mußte entscheiden. Ed hatte in einem Endspiel Läufer (Pavasovic) gegen Springer (Rozentalis) einen Bauern weniger, kontrollierte aber mit aktivem König und Springer alle Einbruchsfelder, alle Bauern standen bei weißfeldrigem Läufer auf Schwarz. Nach einigen erfolglosen Gewinnversuchen endete auch diese Partie remis. Damit gelang das 3-3 und die Verteidigung von Platz zwei. Maria-Saal konnte den ersten Punkteverlust in dieser Saison auch verschmerzen, die Kärntner marschieren in Richtung Titel.

Heute ab 14.00 Uhr steigt das Ländlederby Götzis gegen Hohenems, bei dem die Götzner nach dem gestrigen Sieg gegen Grieskirchen/Schallerbach sicherlich mit vor Stolz geschwellter Brust auftreten werden. Unsere Nachbarn stehen mit 5 Matchpunkten auf Rang 6, die Chance auf den Klassenerhalt ist sehr hoch.

 

Puhh, das war knapp. Götzis war der erwartet schwere Brocken. Nur mit viel Geduld und auch einem Quäntchen Glück waren die Götzner heute zu biegen. Den Matchsieg zu verdanken hat das Team vor allem Falko Bindrich, der mit einer sehenswerten Partie den schweizer Jungstar Nico Georgiadis auskonterte. Bild: Falko mit den schwarzen Steinen. Der zweite Held des Tages war einmal mehr Neuzugang Noel Studer, der mit viel Geduld seine dritte Partie in Folge zum Erfolg führte. Eduardas Rozentalis hatte heute alle Hände voll zu tun, um seine Partie in den sicheren Remishafen zu führen. weniger erfolgreich war in dieser Hinsicht Sasa Martinovic. Nach einem fehlerhaften Turmtausch waren die weißen Freibauern nicht zu halten. Valery Atlas erreichte mit Schwarz gegen Dmitry Anistratov zwar bequem Ausgleich, mehr aber auch nicht. Der Zwischenstand lautete daher 2-2 Unentschieden. Es liefen noch die Partien Breder - Kessler und Studer - Schlötzer. Noel sicherte sich im Mittelspiel einen Mehrbauern und verwertete schließlich sicher. Dennis opferte eine Qualität für zwei Bauern, mehr als remis war aber nicht drinnen. Das Remis genügte aber zum knappen Sieg. Die zweite Position konnte damit gefestigt warden, da Konkurrent Jenbach etwas überraschend gegen Feffernitz verlor. Maria Saal hatte große Schwierigkeiten gegen SIR Salzburg beendete das Duell aber trotzdem siegreich.

 

 

 

 

 

Runde 8 in St. Veit gestartet. Gestern Abend wurde noch gerätselt ob die beiden Ottakring-Ungarn Papp und Banusz in St. Veit oder in der ungarischen Liga spielen werden. Sie spielen in St. Veit und so stehen sich - die ersten Eröffnungszüge sind gerade gemacht - zwei Teams auf Augenhöhe gegenüber. Der momentane Abstiegsplatz der Ottakringer hat null Aussagekraft. Auf drei Brettern (1, 2, 4) hat Ottakring ELO-mäßig die Nase vorne, auf drei Hohenems (3, 5, 6). Nach knapp einer Stunde hat sich noch nichts entscheidendes getan. Bild: Hohenems - Ottakring. Im Hintergrund interessierte Beobachter: Milan Novkovic, der diesmal als Coach des Dornbirner Frauenteams mit nach St. Veit reiste und der in Runde 8 "arbeitslose" Noel Studer. Noel verlässt das kärntnerische Schachmekka jedenfalls als 100 % Mann. Er gewann seine drei Partien und hat damit wesentlichen Anteil an den bisherigen 5 Matchpunkten. Der weitere Verlauf des heutigen Wettkampfs wird zeigen, ob das Team auch ohne ihn in der Lage ist, das Punktekonto aufzubessern.

10 der 12 Frauenteams spielen unterdessen im Foyer der Blumenhalle ihr Blitzturnier, das offiziell als Mannschafts-Damen-Blitzstaatsmeisterschaft gewertet wird. Heute noch werden die ersten Team-Medaillen verteilt. Das Dornbirner Frauenteam steht zwei Runden vor Schluss der Frauen-Bundesliga auf Rang zwei, wie auch das Hohenemser Herrenteam. In der vorletzten Runde spielen die Dornbirnerinnen (mit Hohenemser Beteiligung: Jana Breder) in Graz (im April) ein entscheidendes Match gegen Wulkaprodersdorf. Wird es heute beim Blitzen bereits zu einer Medaille reichen?

Zwischenstand Frauen-Bundesliga (zwei Runden vor Schluss)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Jana Breder (SK Dornbirn) beim Blitzen gegen Christin Anker (Schach ohne Grenzen)